Samstag, 29. März 2008

Donau schwimmen

Heute früh schwamm ich in der Donau.

Es war ein zartlichter Morgen, ein feines Sonnenlicht war hinter dem diesigen Vorhang aus warmen Nebeln zu erahnen, blasses Blau und Apricot bestimmten den Ton dieses Tages. Ich tauchte nackt ins Wasser, in den Händen ein kleines Spielzeugtierchen, das - gut aufgezogen - vor sich hin vibrierte und mich mit bemerkenswerter Geschwindigkeit mit sich zog. So musste ich selbst nichts zum Fortkommen tun, wurde dahingezogen, sah Ufer längs des sich glatt und klar ausbreitenden Flusses, die teilweise bewachsen waren von Gesträuch und Wiese hinter sandigem Ufer, zum Teil aber dicht bebaut mit Mauern, seltsamen Gebäuden, dann wieder Hafenanlagen. Immer wieder kamen im Dunst Schiffe entgegen, kleine Kähne und große meerestaugliche Gefährte, das Tierchen in meinen Händen aber manövierte mich geschickt zwischendurch, ich sah, wie das Wasser sich immer mehr weitete, gegen Norden geradezu meerhaft sich dehnte.

Irgendwo entstieg ich dem Strom, da war eine Inselzunge, Buchten aus Plastik und Beton, wie eine futuristische Strandanlage, ein paar einzelne Menschen, und dann sah ich erst mit dem immer klarer werdenden Licht, dass überall Schnee lag, ja, es war Schnee, auch wenn er wie weißer Sand aussah. Mich fror aber nicht, ich wollte wieder ins Wasser, zurück in die Richtung, aus der ich gekommen war, aber nun hatte ich die Strömung gegen mich, das Tierchen war nicht mehr da, das milchige Licht wich klaren Farben und scharfen Konturen, Hafen- und Industriegebäude lagen in einem rötlichen Abendlicht vor intensiv blauem Himmel, und auf einmal war nur mehr ein einzelner leuchtend oranger Schein am fast schwarzen Horizont, ich wusste, es war Zeit, heimzukehren, und so wachte ich auf.

Diesmal waren es die Morgenglocken von Salzburg, die mich zu viel zu früher Stunde aus dem Schlaf geholt hatten.

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