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    <title>ConAlma (Soulfood.  Eat Drink Man Woman.) : Rubrik:aus dem kulturbeutel</title>
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    <description>Soulfood.  Eat Drink Man Woman.</description>
    <dc:publisher>ConAlma</dc:publisher>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:date>2009-12-09T17:33:22Z</dc:date>
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    <title>ConAlma</title>
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  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/6072362/">
    <title>Vierhändig. Argerich.</title>
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    <description>Martha Argerich. Und vierhändig. Welcher emotionale Konnex sich da auftut, weiß eigentlich nur einer. Jedoch: der Geliebte hatte im vergangenen Jahr meine Enttäuschung bei der Absage von Argerich registriert, und so überraschte er mich heute mit einer Fahrt nach München - nicht ahnend, wie sehr auch er von der Kraft der Pianistin beeindruckt sein würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie trat gemeinsam mit dem jungen Alexander Mogilevsky auf, begann mit Schuberts Rondo D951 zu vier Händen - wie aus einem Guss spielten die beiden neben- und miteinander, ein stetes Ineinandergleiten, ein sanfter Auftakt. Doch dann, an zwei Klavieren, Prokofieff, Konzertsuite aus dem Ballett &quot;Aschenbrödel&quot;. Ein unglaublich intensives Stück, das bis zur letzten Note die Spannung hält, immer wechselnd zwischen verhaltenen, leisen Passagen, heftigen Ausbrüchen, die wieder in scheinbar fröhliches Walzerwiegen kippen - wir waren gleichermaßen beeindruckt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tschaikowskys &quot;Nussknacker&quot;-Suite nach der Pause konnte nach diesem Stück nur hübsch, fast zu gefällig wirken, und auch die Suite Nr. 2 von Rachmaninoff blieb mit reichlich Süße weit hinter dem Eindruck zurück, den &lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=f1Q_kXwcS0A&amp;feature=related&quot;&gt;Prokofieff &lt;/a&gt;hinterlassen hatte - die Bearbeitung für Klavier zu 4 Händen ist Martha Argerich gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war allerdings auch ein besonderes Vergnügen, dieses Pianistenpaar zu beobachten: er in einem seidig glänzenden, chinesisch wirkenden und viel zu lose sitzendem Anzug, mit dicken schwarzen Haarlocken, mit einigem Pathos spielend, und sie, schlichtes schwarzes langes Kleid, die mittlerweile grauen Haare lang und offen tragend; immer Hand in Hand die Bühne betretend und wieder verlassend, nach zwei tiefen Verbeugungen zum Applaus eines rasch enthusiasmierten Publikums sofort in ein Zwiegespräch fallend, als wäre da gar kein Zuschauerraum, wie zwei Schulkinder, die nach dem Unterricht gleich ins vertrauliche Schwätzen fallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nach Fußgetrampel und Standing Ovations noch eine kurze Zugabe, ein Walzer - von wem, das hätt ich gern geraten, erinnerte mich mit Lächeln an vergangene Musikratespiele - Brahms, versuchte die Dame am U-Bahnsteig, die aus dem Allgäu angereist war des Konzertes wegen; ich wusst es nicht zu sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=H02rYnxyiY0&quot;&gt;Marthas Hände&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>aus dem kulturbeutel</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2009-12-01T23:35:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5799728/">
    <title>Heiraten Sie keine Jungfrau.</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5799728/</link>
    <description>Der Mann bei der Gratisverkostung sah auf den ersten Blick nach einem gewohnheitsmäßigen Schnorrer aus. Das Personal aber schien ihn zu dulden, nur wenn er einer anderen Kundschaft nahzukommen drohte, wurde er mit vorsichtigen Worten wegkomplimentiert. Als ich vom Barbereich wieder zur Shopabteilung herüber kam, erwischte er mich zwischendrin. &lt;i&gt;Sie haben eine Doppelgängerin&lt;/i&gt;, sagte er, &lt;i&gt;vorhin war eine Dame an der Kassa, die sah genauso aus wie Sie, aber Sie hatte schon ein Sackerl und bezahlt.&lt;/i&gt; Das war ich, sagte ich, ich habe schon bezahlt, ich warte nur auf die gekühlte Flasche. &lt;i&gt;Ach so&lt;/i&gt;, strahlte er, &lt;i&gt;ich hatte mich schon über die große Ähnlichkeit gewundert.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mann war schmächtig, kleiner als ich, mit einem wilden grauen Bart, etwas bescheiden, aber nicht wirklich schlampig gekleidet. Das Gesicht schien alt und war es doch nicht. &lt;i&gt;Ich war 10 Jahre in der Wehrmacht&lt;/i&gt;, sagte er. Er muss beträchtlich älter als der Hirsch sein, überschlug ich rasch, und schon schoss er heraus &lt;i&gt;na wie alt schätzen Sie mich?&lt;/i&gt; Ich griff geringfügig daneben, &lt;i&gt;Im Neunzigsten&lt;/i&gt;, strahlte er, im Herbst würde im Literaturhaus sein Neunziger gewürdigt, Dichter sei er und Maler, doch bevor er eine lange Ballade zur Lobau zitierte, fragte er &lt;i&gt;Welches Sternzeichen sind Sie?&lt;/i&gt; Krebs, sagte ich, &lt;i&gt;und Ihr Partner?&lt;/i&gt; Jungfrau ... &lt;i&gt; Jungfrauen sind nicht zum Heiraten&lt;/i&gt;, triumphierte er, &lt;i&gt;das sind Menschen, die hohe Ansprüche an das Leben stellen, und noch höhere an sich selbst, das macht sie so schwierig!&lt;/i&gt; Ich weiß, wovon Sie sprechen, sagte ich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann begann er mit Zitaten aus seinen Gedichten, rückte mit jedem Satz näher, er roch erstaunlich gut, nach Pfefferminz, es war nichts wirklich Unangenehmes an diesem Menschen, er wollte nur einfach nicht aufhören zu reden ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;448&quot; alt=&quot;Erl-09&quot; width=&quot;331&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/Erl-09.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Erl sind nun die Festspiele eröffnet. Die Gewitter sind am ersten Abend ausgeblieben. Ich werde nur wenig von dem hören können, was ich mir vorgenommen hätte. Es hat mich jedoch gefreut, bei der Eröffnung jemanden zu treffen, der ohne die gewesene Verbindung zu mir wohl niemals hierher gefunden hätte.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>aus dem kulturbeutel</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2009-07-03T12:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5719310/">
    <title>Der Traum vom Norden</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5719310/</link>
    <description>Über Intervention der Cellistengattin, die aus unserer Kleinstadt stammt, wurden uns 2 Karten für die gestrige Matinee zuteil, &lt;i&gt;erste Reihe Balkonloge, da seht ihr unseren Stardirigenten besonders gut, den ungepflegten den ...&lt;/i&gt;, der Rest verschwand in Gemurmel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Symphonie Sibelius, für den Geliebten eine so wichtige Musik, in der er seinen Traum vom Norden verbildlicht sieht; seine Ergriffenheit war in seinem festen Griff um mich spürbar. Ich mochte mich nicht über die Brüstung beugen, um von Valery Gergiev mehr zu sehen als seine beginnende Glatze; mit geschlossenen Augen konnte ich besser hören. Und auch wenn der Klang des Goldenen Saales oben ein anderer ist, die Bläser viel prägnanter, überhaupt die einzelnen Gruppen im Orchester viel deutlicher als solche wahrnehmbar - aber doch auch mir inzwischen wichtig und angesichts des riesigen Saales der Münchner Philharmonie am Mittwoch wieder so spürbar geworden: die Intimität dieses Raumes in Wien, die  a u c h  zum Hörerlebnis beiträgt, gerade das enge Sitzen, merkwürdig, bei aller Akustikperfektion zum Beispiel auch in Luzern, aber das Erleben in diesem Saal geht über das Hören weit hinaus - ich erlebte also eine intensive, aber nicht breitgetretene, vielmehr eine ungemein lebendige Interpretation der Symphonie. Dem Feuervogel nach der Pause indes fehlten die getanzten Bilder. Oder aber der schlemmerische Vorabend auf der Terrasse des Grandhotels zeigte seine Wirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Sendung war das nochmal, die sich eine Passage aus dem Feuervogel für die Signation geliehen hatte?</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>aus dem kulturbeutel</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2009-05-25T08:50:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5713920/">
    <title>Brillenschlangen in Akazienträumen</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5713920/</link>
    <description>&lt;i&gt;...Das...Konzert...aber mögen die Konzertgeber sich und dem Publikum künftighin schenken. Dieses musikalische Geräusch mag vielleicht gut genug sein, Brillenschlangen in Träume zu lullen oder rhythmische Gefühle in abgerichteten Bären zu erwecken - in den Konzertsaal taugt es nicht.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer dies schrieb, war ein noch junger Hugo Wolf, worüber er schrieb, war das a-moll-Klavierkonzert von Edvard Grieg. Nun, ich nenne den Geliebten Hirsch und nicht Bär, er liebt jedenfalls dieses Konzert, deshalb fuhren wir ins Bayrische, um Buchbinder spielen zu hören und Thielemann, diesen zu groß gewachsenen Buben mit der schlechten Frisur und den guten Manieren - erst das Orchester und dann er, beim Schlussapplaus - dirigieren zu sehen. Nun, Grieg ist schon etwas mehr als Geräusch, ein überarbeiteter Zustand aber nicht der rechte Modus für Konzertgenuss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akazien aber auch in München: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;324&quot; alt=&quot;muenchner-akazien&quot; width=&quot;448&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/muenchner-akazien.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
die opulente Süße ihrer letzten Blütentage drang mehr zu mir durch als die Musik. Der Hirsch, stellte ich fast mit Entsetzen fest, kannte diese Bäume nicht, sie waren offenbar noch nie an seinen Wegen gewachsen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daheim dann ein verwundertes Auflachen: Was tun vier halbwüchsige Burschen an einem lauen Maifeiertagsabend? Sie sitzen vorm Fernseher beim Finale des Next Top Models ....</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>aus dem kulturbeutel</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2009-05-21T21:09:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5710909/">
    <title>Verklärte Nacht</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5710909/</link>
    <description>Eröffnungskonzert der 	&lt;a href=&quot;http://kristallwelten.swarovski.com/Content.Node/aktuelles/musik-im-riesen/uebersicht.php&quot;&gt;Musik im Riesen&lt;/a&gt;. Nach einem filigran, mit viel Witz musizierten Haydn dann eines meiner 	&lt;a href=&quot;http://www.schoenberg.at/6_archiv/music/works/op/compositions_op4_notes.htm&quot;&gt;Lieblingswerke&lt;/a&gt;, &quot;nur&quot; in der Orchesterfassung - ich hatte irgendwo schon einmal angemerkt, dass mir die schlankere Sextett-Version ungleich lieber ist. (Der engliche Titel &lt;i&gt;transfigured night&lt;/i&gt; scheint mir fast noch stimmiger als das deutsche &lt;i&gt;verklärte&lt;/i&gt;) Doch gestern, mit Heinrich Schiff als Dirigent, mochte ich auch diese Fassung gelten lassen, so klar und trocken, kein Gramm Schmelz zuviel, fast skelettiert; dem kam auch die gnadenlose Akustik der Swarovski-Werkshalle entgegen. Die Intensität, mit der der Dirigent ans Werk ging, war deutlich zu hören, ich verstand seinen Atem nur zu gut. In der Pause war ich froh, ins Freie treten zu können, die Kraft, die ich beim Zuhören aufgewendet hatte und die noch im Körper festsaß, in die Nachregenluft atmen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;317&quot; alt=&quot;wattens&quot; width=&quot;448&quot; align=&quot;center&quot; class=&quot;center&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/wattens.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mozarts Klarinettenkonzert aber, sonst zum Dahinschmelzen gut (weshalb fällt mir da immer &lt;i&gt;Wallace &amp; Gromit - The Wrong Trousers&lt;/i&gt; ein?), konnte ich nur mit geschlossenen Augen hören - die Solistin hatte sich schon so exaltiert in Pose und Show begeben, bevor noch ein Ton von ihr gekommen war, dass ich mir dieses Theater ersparen wollte. Und so fehlte mir im Klarinettenpart die Seele; die heitere, im zweiten Satz gar ironisch-sehnsüchtig anmutende Interpretation durch Kremerata und Schiff, die Tänzelei im dritten und die lose Fröhlichkeit im vierten Satz konnten die Schlangenbeschwörer-Attitüde der Klarinettistin (ich hab geblinzelt) nicht aufheben. 	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=cdTNhN4R4sc&amp;feature=related&quot;&gt;Nacht&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>aus dem kulturbeutel</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2009-05-20T05:37:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5690887/">
    <title>Abendblick 8</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5690887/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=PtXzVFYPkyc&quot;&gt;Juliette&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
en 	&lt;a href=&quot;http://tv.orf.at/program/orf2/20090508/455418801/262820/&quot;&gt;tv&lt;/a&gt;. Eben sang sie &quot;Ne me quitte pas&quot; - überwältigend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Freundin wird auf der After-Show-Party sein, ich bin grad erst von der Hackn heimgekommen. Hab nur den Blick aus der Ferne.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>aus dem kulturbeutel</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2009-05-08T20:18:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5669512/">
    <title>Schostakowitsch in der Wachau</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5669512/</link>
    <description>Einstimmung auf den Abend: während wir am &lt;a href=&quot;http://www.speising.net/reisen/tour/wachau_geschichten_vom_anderen_ufer/&quot;&gt;Rechten Ufer&lt;/a&gt; entlang gleiten, lasse ich Schostakowitsch mit der Sechsten durch die Landschaft tönen. In Wien packt mich plötzlich das Heimweh, das nach meiner Kindheit in dieser Stadt, nach den Jahren meiner Studentenzeit und der anderen Zeit meines Lebens hier. Im Goldenen Saal dann die vertraute Geborgenheit, Hilary Hahn lässt die komplizierten Griffe des Sibelius-Violinkonzertes wie simpelste Etüden erscheinen. Dirigent Yakov Kreizberg kann neben dieser mädchenhaften Erscheinung nur verlieren, sein Körper steckt wie verloren in einem viel zu großen Frack, aber der lange, kräftige Hals und das energische Kinn zeigen die Konzentration; er dirigiert auch die Schostakowitsch-Symphonie ohne Partitur. Mir wird der Abend viel zu kurz, ich hätte von dieser Musik noch weit mehr hören mögen.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>aus dem kulturbeutel</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2009-04-27T19:46:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5666417/">
    <title>Wunderlich</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5666417/</link>
    <description>Wenn das Kronos-Quartett vor den Hochöfen der Glasfabrik Riedel spielt oder, wie gestern, das Los Angeles Guitar Quartet in der Fertigungshalle einer	&lt;a href=&quot;http://www.pirlo.com/&quot;&gt;Dosenfabrik&lt;/a&gt;, dann ist dies einem Kulturverein zu danken, der aus eigenem kabarettistischem Dilettieren heraus seine Veranstaltungstätigkeit vom Kabarett hin zu vielfältiger, immer interessanter 	&lt;a href=&quot;http://www.woassteh.com/&quot;&gt;Kulturperformance &lt;/a&gt; ausgeweitet hat. Mit viel persönlichem Einsatz zahlreicher helfender Hände und lokalen Sponsoren, die schon mal ihre Betriebshallen für einen Abend ausräumen, um eine ungewöhnliche Location zur Verfügung zu stellen - offizielle Saalmieten sind für einen solchen Verein nicht leistbar - ist so über die Jahre ein sehr lebendiges Kulturgeschehen entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehört auch die gastronomische Grundversorgung der Events: Öffnung der Hallen eine Stunde vor Aufführungsbeginn, spartanische Sitzmöbel mit Biertischen und -bänken (mit weißen Tischdecken allerdings), vorzügliche Flaschenweine, und neben Käseteller und der Prosciutto-Grana-Antipasti-Kombination immer ein Überraschungsgericht; gestern warens Strudelteilsäckchen, gefüllt mit Schafkäse, dazu Rhabarber mit Ingwer und fein marinierter Radicchio. Zum künstlerischen Genuss also auch immer ein kulinarischer, das ganze ohne steife Saalbestuhlung - so was spricht sich rum, die Leute kommen mittlerweile auch von weiter her.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den vier Abschnitten des gestrigen Abends fühlte ich mich bei spanischer Renaissance und brasilianischen Arrangements (Jobim, Baden Powell) am wohlsten.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>aus dem kulturbeutel</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2009-04-26T06:28:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5158552/">
    <title>durchlässig</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5158552/</link>
    <description>Nun weiß ich&apos;s, wie ich dieser Symphonie begegnen muss: mit allerhöchster Durchlässigkeit; so weit sein, dass mir die Grenzen abhanden kommen, um dieses wilde, bisweilen unbezähmbar scheinende Gebilde mit seinen disparaten Kapiteln einfließen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gustav Mahlers Dritte Symphonie war mein persönlicher Festspiel-Abschluss, nicht anders als mit dem Geliebten hätt ich diesen erleben mögen, manches ist nur so und nicht anders vorstellbar. Hör ich mit ihm solche Musik, so ist es ebenso, als beugte er sich über mich, käme über mich, und ich, mit dem Moment des Aufnehmens: bin ich Meer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Strahlend ist die Posaune, makellos in ihren Melodiebogen gegeben, unerschrocken der Musiker vor diesem großen Part. Wagner glitzert durch, Bruckner wohl auch, und alles, alles will hineingefügt sein in dieses Werk, &lt;i&gt;die ganze Natur bekommt darin eine Stimme&lt;/i&gt;. Im letzten Teil dann, die Streicher weben so überwältigend Schönes, ist mir kein Halt mehr, mein Atem wird tief, ich spür die zu Klang geformten Noten bis in die äußersten Kapillaren, lege mich hinein in dieses Fließen, nicht aufhören soll&apos;s, dieses Empfinden -&lt;br /&gt;
doch Mahler setzt neu an, ganz zart mit den Flöten -&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;...mir ist manchmal selbst unheimlich zu Mute bei manchen Stellen, und es kommt mir vor, als ob ich das gar nicht gemacht hätte. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, als hätte er Angst bekommen vor diesen Emotionen, die da durchdringen, denn als dann der sich langsam aufbauende Schluss immer drängender sich formt, klingt&apos;s nicht mehr so unkontrolliert weit, gar unendlich, sondern gezielt bombastisch, klar männlich, wohl gesetzt das Blech, die Tremolos, das Geflirre der Holzbläser: so viel kalkulierter als der &quot;sich selbst gemacht habende&quot; Abschnitt zuvor wirkt es (&lt;i&gt;Man ist sozusagen selbst nur ein Instrument, auf dem das Universum spielt.&lt;/i&gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wiewohl, die Wucht macht wohl Gänsehaut, der den riesigen Raum füllende Applaus ist wie ein Rausch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
***&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hirsch ruft zum Frühstück zwischen Sonne und Bergen.&lt;br /&gt;
Schnittlauchbrot mit frischem Ingwer, Bauerneier im Glas, hausgemachte Marmeladen, grüner Tee.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;[Die &lt;i&gt;kursiv&lt;/i&gt; gesetzten Zitate sind dem Text von Walter Weidringer aus dem Programmheft der Salzburger Festspiele entnommen, der seinerseits G.Mahler zitiert.]&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>aus dem kulturbeutel</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2008-08-31T07:26:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5155357/">
    <title>Der Meerjungfrau Hals</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5155357/</link>
    <description>Ein braunrosa Schleier legt sich über die Landschaft, ehemals üppiges Grün macht sich auf den Rückzug, die Wiesen atmen apfelschwere Ruhe. Wieder einmal hab ich Wege von hunderten Kilometern durchmessen, mich in neue Berge und lockendere Wiesenhänge verschaut, anderswo scheint schöner als daheim, der Reiz fremder Hausformen, die unbekannte Tiefe untadelig blauer Seen unter steilen Felswänden, was für ein Reichtum in der Welt! Und doch atmen wir ruhiger im Vertrauten, die Abende lösen sich in frühherbstlicher Stille.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir war viel erzählt worden von &quot;Rusalka&quot;, so ergab sich nun die Gelegenheit, Dvoraks Oper selbst zu hören. Eine 	&lt;a href=&quot;http://www.salzburgerfestspiele.at/Home/DASPROGRAMM/KARTEN/Karten_Oper/OperDetail/tabid/58/Default.aspx?id=6&amp;pid=7&amp;sid=1&quot;&gt;Inszenierung &lt;/a&gt; zum Hören, nicht zum Schauen, so schrill schien mir das Bühnenbild, das erste Bild ein billiges Puff, froschartig hüpfende Nymphlein darin, barockisierte Plastiksofas, und diese Projektionen an die Rückwand, waberndes Wasser mit Blüten und Schatten, muss ich sehen, was ich doch hören kann? Das Schloss des Prinzenin schrillem rot/weiß , ein weißer Flügel - wo ist Udo Jürgens?, die Hochzeitsgesellschaft eine Karikatur an herausgeputzter Dorf-Haute Volée, ist das gar der Ententanz? Die Ironie ist nur schwer zu begreifen, das Neon-Kreuz im Eck erinnert an versteckte Winkel in Neapel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Augen also schließen, zumal mir ohnehin ein auftoupierter grauer Haarturm die Sicht auf die Bühne nimmt, und eintauchen in die wunderbaren Stimmen und Orchesterklänge. Mensch sein wollen, doch die Sprache nicht zu haben, wie lässt sich da lieben? Das Libretto macht Rusalka zur Kühlen, doch sie hat ihre Begierden, nur scheinen sie unvereinbar mit der Welt, in die sie sich selbst sehnte. Meine bislang gültige Meerjungfrau ist Ingeborg Bachmanns Undine, diese Inszenierung ließ mich nichts Schlüssigeres erleben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Pause gab ich auf, mir selbst saß eine Jezibaba im Nacken, ich wollte keine weitere Verkrampfung im engen Gestühl riskieren, der Weg durch die Nacht war noch weit genug. So wusste ich allerdings nicht, ob die laryngitische und doch tapfer angetretene Camilla Nylund den ganzen Abend durchgestanden hat, ihre helle, klare und doch auch zu verzweifelter Kraft fähige Stimme aushielt.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>aus dem kulturbeutel</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2008-08-29T06:30:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5114762/">
    <title>Museum of Innocence</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5114762/</link>
    <description>Die beiden Männer erschienen vor der mächtigen Kulisse der Felsenreitschule unfreiwillig reduziert auf ein höchst bescheidenes menschliches Maß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;315&quot; alt=&quot;pamuk&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/pamuk.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sich eine Verbindung zur intimen Geschichte über Liebes- und Objektbesessenheit zu verschaffen war in dieser Raumunendlichkeit nicht leicht, und der Eindruck, es handle sich nicht eigentlich um den 	&lt;i&gt;Dichter zu Gast&lt;/i&gt;, sondern eine in pompösem Rahmen inszenierte Promotion für dessen neuen Roman, ließ sich nicht wegschieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Helmut Lohner las einige Passagen aus der deutschen Übersetzung vor, aber seine schnarrende Stimme und der immer ein wenig auf Effekt bedachte Tonfall mochten atmosphärisch so gar nicht zu dem Text passen, in den man bereits gefallen war dank  Pamuks von immer feinem Lächeln begleiteter eigener Worte zu den 600 Seiten, in eigenwilligem Englisch und endlos mäandernden Sätzenvorgetragen, in deren Fluss man am liebsten geblieben wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Will man nun wissen, wie es zu den 4213 gesammelten Zigarettenkippen kam und zu all den anderen Objekten aus der Berührungsnähe der Geliebten? Bei gebackenem Kalbskopf und Veltliner im Garten der Blauen Gans gerieten Frau S. und ich allzu schnell vom Thema des Nachmittags zu eigenen Obsessionen. Und die Philharmoniker warteten auch schon.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
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    <dc:date>2008-08-10T09:26:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5106859/">
    <title>Mensch, also Bösewicht</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5106859/</link>
    <description>&lt;cite&gt;-Sono scellerato  &lt;br /&gt;
Perché son uomo&lt;/cite&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
singt Jago, sich zum Dämon von eigenen Gnaden stilisierend (aber im Showdown dann eine höchst lächerliche, nur mehr stammelnde Figur abgebend), während Otello durch die starre Kulisse taumelt, zu zart die Stimme, um sich über den doch so weich und dunkel gefärbten Klang des Orchesters zu erheben. Liebe, Raserei, Eifersucht - die großen Gefühle erstarren in einstudierten Bewegungen, als wären sie nie selbst gefühlt worden, als wäre der Sänger diesbezüglich noch unbeschrieben; ja, junge, noch wenig beschriebene Kräfte habe sich Muti hiefür geholt, war zu lesen. Starr auch die Personenführung, statisch die Chöre, die venezianische Wollüstigkeit der Kostüme erstickt im Halbdunkel der Bühne, in der Steife der Choreographie, und als im hinterhältig vertraulichen Zwiegespräch Jago-Cassio die beiden immer dann zu einem festgefrorenen Filmkader werden, wenn der verborgene Otello das Gehörte kommentiert, wird die ungeschickte statische Gewolltheit der Inszenierung, die da ins Lächerliche gleitet, überdeutlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zarte Transparenz der Vorspiele zum dritten und vierten Akt, die plakativ in unschuldiges Weiß gekleidete, auch stimmlich fließende Desdemona stimmen nur vorübergehend milde, der Abend bleibt als Unbehagen hängen. Die Salzburger Nacht danach ist kühl und menschenleer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;Heute 20:15 3sat&lt;/small&gt;</description>
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    <dc:subject>aus dem kulturbeutel</dc:subject>
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    <dc:date>2008-08-10T07:35:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/4802615/">
    <title>Schweinfurter Grün</title>
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    <description>Kurzer Wechsel des Faches: Besuch am Stand der schönen Freundin auf der Kunst- und Antiquitätenmesse. Ich werde für hier zugehörig gehalten, der Zillertaler Schrank als besonders augenfälliges Möbelstück muss erklärt werden. 	&lt;a href=&quot;Uhttp://www.archaeometrielabor.com/Bilder/pdf/Pigmentanalytik%20II/Schweinfurter%20Gr%FCn%20Chemie%20Seminar%20II(2).pdfRI&quot;&gt;Schweinfurter Grün&lt;/a&gt;, war im Zillertal stark verbreitet, diese Farbintensität ist noch der Originalzustand, da wurde keineswegs nachträglich Hand angelegt. Ja, man hat sich damals einen Kirchenmaler geleistet für das Ausfüllen der Felder, Jesus am Kreuz und andere religiöse Motive, die Kunstfertigkeit der Pinselführung ist deutlich unterscheidbar, kleine Gemälde von großer Intensität. Und doch werden sie überstrahlt vom Schweinfurter Grün, hochgiftig, leuchtend, aufmerksamkeitsbindend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Galerie gegenüber plaudere ich über Arnulf Rainer 	&lt;a href=&quot;http://www.museumonline.at/1999/schools/classic/grg23/Arnulf%20Rainer/english/default.htm&quot;&gt;damals &lt;/a&gt; und 		&lt;a href=&quot;http://www.fotonet.at/shop/order.cfm?id=557&amp;kat=0&amp;ges=1&amp;zahl=1&amp;dir=&amp;maxcount=5&amp;detail=1&amp;bereich=Eikon&amp;k_search=1&quot;&gt;jetzt&lt;/a&gt;, die Erinnerung an meinen Lieblings-Kunst-Aufenthaltsort der Studentenzeit wird lebendig: das 	&lt;a href=&quot;http://www.basis-wien.at/avdt/pdf/042/00065834.pdf&quot;&gt;Zwanzgerhaus&lt;/a&gt;.  Mit einem Mal wird eine Lücke fühlbar, die ich nie mehr zu schließen verstand. Melancholie im März-Schnee.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
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    <dc:date>2008-03-21T07:26:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/4732091/">
    <title>Tanz 3: Der Konzertmeister</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/4732091/</link>
    <description>Wieder einmal waren wir seinetwegen in den Goldenen Saal gekommen, wie wir schon den strahlenden Neujahrstag seinetwegen vor dem TV-Schirm verbracht hatten: George Prêtre. Der Hirsch, in einer unbedingten und emotionalen Treue den Wiener Philharmonikern zugetan, wäre sonst kaum bei den Symphonikern zu finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sonst ganz allgemein gilt, wie nämlich die unterschiedliche Interpretationsweise das Hören von bekannten Werken zu einer stets neuen Erfahrung macht, war diesmal wieder in ganz besonderem Maße zu erleben, bei Bruckners Achter, die ich so in Jahresfrist zum dritten Male hören konnte. Und während Thielemann sie sowohl mit den Münchnern als auch mit den Wiener Philis zu einem opulenten Klangerlebnis gemacht hatte, schälte Prêtre, modellierte und formte neue Hörräume in dieser Symphonie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber leider hatte ich mich gleich zu Beginn mit dem Konzertmeister angelegt, eine Figur wie Thielemann, selbst der Haarschnitt erinnerte an den Dirigenten, nur die Hände sind keineswegs so elegant. Im ersten Satz trieb er seine Gruppe geradezu an, das führte zu einiger Verschobenheit in der Stimmführung, machte mich sofort nervös. Ich unterstellte ihm mangelnde Demut vor Werk und Mitmusizierenden, dazu saß er auch noch geradewegs in meinem direkten Blickfeld, sein ausufernder körperlicher Einsatz hinter Prêtres Rücken schien wie eine Soloperformance zu eigenen Gunsten. So etwas kann einen Konzertabend ganz schön beeinträchtigen - und außerdem saßen wir diesmal rechts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn 3. Loge und 3. Loge sind nun mal nicht dasselbe! Links sitzend, sieht man die stablose und damit ausdrucksstärkere linke Hand des Dirigenten besser, er neigt sich zudem immer mehr nach links zu den ersten Geigen, so ist das Mienenspiel besser beobachtbar - beides wesentliche Bestandteile der Dirigierkunst von George Prêtre. Dafür waren die Celli und Hörner näher - und die glänzten an diesem Abend recht eindrucksvoll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank fließenden, großartig durchgezogenen dritten und vierten Satzes, wo  auch die Extrastimme keine Chance auf Vordergründigkeit hatte, wurde es aber doch ein wunderbar eindringliches Musikerlebnis, Tanz eben. Zu Allerletzt gab&apos;s noch Extraapplaus für den Großen alten Herren, als die Musiker das Podium schon längst verlassen hatten. Das verschmitzt lächelnde, die Ehrung mit Geduld wie Heiterkeit annehmende Gesicht war ein versöhnlicher Schluss.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2008-02-24T20:07:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/4431968/">
    <title>Georges Prêtre, Dirigent und Bilderzeichner.</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/4431968/</link>
    <description>Nach langer Zeit wieder einmal im Goldenen Saal. Bizets Erste Symphonie ist ein für mich gänzlich unbekanntes Werk; spätestens im zweiten Satz bin ich ganz im Banne der Musik, als die Oboe so zart und intim das Thema anstimmt. Vor allem aber bin ich im Banne jenes Mannes, der den Abend auf eine Weise gestaltet, wie ich es so noch nie erlebt habe: Georges Prêtre. Mit minimalen Gesten hält er jeden einzelnen Musiker bei sich, die Finger machen kleine Bewegungen, vor allem aber sein Gesicht spricht. Die expressive Mimik erzählt alles, was er sagen will, mit Augen und Mund baut er Beziehungen auf, zu Instrumentengruppen, zu Einzelpersonen, zum Orchestergesamt, zu den Zuhörern, zur Musik selbst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er macht bildhaft, was er hört und sieht in der Musik, lässt uns teilhaben an seinen Blicken, transportiert mit seinem Körper ganze Bilderwelten, lässt sie durch die Musiker vor uns erstehen. Zwei Mal legt er den Taktstock ab, im zweiten Satz bei Bizet, im dritten von Mahlers erster Symphonie. Hier zeichnet er mit beiden Händen weiche Gesten in den Raum, füllt ihn mit Emotionen. Die linke Hand baumelt zu Boden, es gibt kaum Bewegung, dann legt er sie ans Herz  was für ein Glück muss es sein, mit ihm musizieren zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, es ist ein unentwegtes, unbändiges Musizieren, auch in den verhaltensten Augenblicken, mit den fast nicht mehr hörbar dahinflirrenden Violinen, den weich aus der Tiefe steigenden Bratschen. Der mitreißenden Lebendigkeit dieses Mannes, der da nicht nur das Orchester, sondern den ganzen Saal in seinen Händen hält, ist Hingabe gewiss, er verführt zu Lachen, wenn er verschmitzt ins Musikerrund lächelt, da oder dort ein Detail einmahnt, er lässt mittanzen und mitsingen. Und vor allem fühlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was ich an diesem Abend aus Mahlers Erster heraushöre, ist um so vieles differenzierter, als ich es bislang kannte. Und mir bestätigt sich in aller Deutlichkeit, was ich bei Mahler auch sonst immer wahrnehme: neben all der Landschaftsmalerei, den Wald- und Wiesenidyllen ist eine zweite, ungewisse Ebene stets gegenwärtig, als ginge man frohgemut über grünes Gras, bei Sonnenschein und Vogelgezwitscher, und plötzlich verdunkelt sich der Himmel, unsicherer Boden liegt vor einem, Moor oder Treibsand, irgendetwas, das einen in Abgründe ziehen kann. Doch plötzlich sind da wieder die vertrauten Töne, unbedarfte, bodenverwachsene Tanzmusikklänge. Ständig wähne ich mich Traumwanderungen, wo die Szenenwechsel zwischen Freude, Heiterkeit und Alb so unvermittelt kommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwann, als Prêtre die Philharmoniker nur scheinbar entfesselt, aber mit raschen, kleinen Schlägen des Taktstockes geführt und gehalten, in einen Rausch aus Vollklang und Tempo geleitet, denke ich mir: was, wenn Gustav Mahler, dieser ernste, trockene Mann, der sich ein lebenshungriges Mädel zum Weib genommen hat, diese unbändige Kraft und Leidenschaft, die in seiner Musik wohnt, öfter in den dürstenden Schoß Almas gelegt hätte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++ &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso selten wie die Kinder sehe ich auch den Hirschen. Aber zwei Stunden gemeinsamen Musikerlebens sind von solcher Tiefe und Energie, dass damit so viele fehlende gemeinsame Stunden wettgemacht werden. Fünf Jahre Altersunterschied sind zwischen Prêtre und ihm, fällt mir auf, in fünf Jahren werde ich (Wunsch? Gewissheit?) ebenso wie die Musiker auf diese kleinen Bewegungen der Hände reagieren, die mich auch jetzt auf dem Weg halten. Keine großen Gesten, keine großen Worte - aber Achtsamkeit und Intensität im Kleinen.</description>
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    <dc:date>2007-11-10T09:44:00Z</dc:date>
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