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    <title>ConAlma (Soulfood.  Eat Drink Man Woman.) : Rubrik:privat</title>
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    <description>Soulfood.  Eat Drink Man Woman.</description>
    <dc:publisher>ConAlma</dc:publisher>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:date>2008-07-16T15:39:42Z</dc:date>
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    <title>ConAlma</title>
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  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5056768/">
    <title>Cool Climate</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5056768/</link>
    <description>Bei Blindverkostungen ist die Zuordnung zu Cool oder Hot Climate wesentlich für die Herkunftsbefindung eines Weines. Möglicherweise liegt es am im Vergleich doch sehr spürbaren cooler climate an diesem ein wenig als Notlösung gewählten Urlaubsort, dass auch den Menschen hier eine von daheim kaum gekannte Entspanntheit zu eigen ist. Selbst strömender Regen und Buswartezeiten von 20 Minuten und mehr lässt niemanden in ungehaltenes Knurren, gar ungnädiges Granteln verfallen, man wartet in stoischer Ergebenheit - und drängelt dann auch nicht!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass der begleitende Sohn auch ein so großes Maß an cool-climate-Mentalität mitbringt, gibt diesen in herumirrender Planlosigkeit zugebrachten Tage unerwarteten Erholungswert. Die &lt;a href=&quot;http://www.rebelnottaken.com/&quot;&gt;künstlerisch-chaotische Atmosphäre&lt;/a&gt; in unserem B&amp;B-Haushalt erinnert an lang vergangene Zusammenlebenszeiten mit dem Kindsvater; die viktorianische Kleinhäusl-Idylle eines westlichen Vorortes wird hinter schon augenfällig weniger adretten Fassade von großzügigem Bohemien-Dasein konterkariert. Farbtöpfe, Bilder, Collagen, verschlampte Buchungen, fünf Gitarren im Wohnzimmer, Frühstück zum Selbermachen in einer Küche, in der abgewohnte Landhausromantik (großer Holztisch in der Mitte, 2 Meter hohes Holzmobiliar  inklusive Kochbuchabteilung, in der ich auch ein Roald Dahl-Cookbook finde!) mit High Tech (der vollgestopfte Privatkühlschrank in Nirosta, Computer und Router) und Resten der vorhergehenden Nacht (zerbröselte Zigarettenreste, eine nicht ganz ausgetrunkene Flasche Edi Keber Tocai) eine wundervoll losgelöste Stimmung erzeugen - alles usammen sehr wärmend.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://conalma.twoday.net/topics/privat&quot;&gt;privat&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-13T14:36:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5045272/">
    <title>Mir träumte von einem Neapel</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5045272/</link>
    <description>Ein Castello Aragonese erhob sich ganz unvermutet auf der Hügelkuppe, kam hinter hohen Zypressen und anderen Bäumen ins Blickfeld. Der Platz davor lag ganz ruhig, aber es war auch nachtdunkler Himmel, nur die schmale Mondsichel zeichnete sich scharf vom Hintergrund ab. Und doch war es nicht finster, wenngleich auch nicht sonnenhell; zwei elegante ältere Damen flanierten über den Platz, die eine auf Italienisch mit deutlichem Akzent sprechend, das scharfe &quot;r&quot; war auffällig. Dass die andere auf Deutsch antwortete, in einem westlich-österreichisch gefärbten Tonfall, verwunderte nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich in die Runde blickte, konnte ich auf einmal sagen, weshalb die Stadt mir immer so nah gewesen war in all den Jahren meiner Jugend, als es mich wieder und wieder hierher gezogen hatte: hinter den wenigen Palazzi, die noch auf diesem Hügel standen, war eine scharfkantige Bergspitze auszunehmen, in zartem Gesteinsblau schimmernd, sie erinnerte an Formationen aus den Dolomiten. Und so war da diese Verbindung zu einer Heimat, die nicht die ursächlich meine, wohl aber die meines Vaters war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das alles nahm ich wahr in einem Traum, in dem ich aus Ubahn-Tiefen kommend plötzlich auf einem kleinen Platz stand, von dem aus sternförmig kleine Gässchen bergan stiegen, voll von skurrilen Läden und quirligem Leben, ich war auf der Suche nach etwas, ohne dass ich zu sagen wüsste was. Und so kam ich nach einem steilen Anstieg zu jenem Platz, wo ich des Castello gewahr wurde. Ein gänzlich anderes freilich als das tatsächliche 	&lt;a href=&quot;http://www.castelloaragonese.it/&quot;&gt;Aragonese&lt;/a&gt; - doch der Name war deutlich dagewesen im Traum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ischia, vielmehr Procida: für einen langen Winter war dieses Inselchen Wohnort gewesen, hat meine Liebe zu Neapel verankert - auch ohne Dolomitenspitzen im Hintergrund. Doch wie lange schon hab ich den Weg dorthin nicht mehr gefunden! Der Geliebte träumt von luftiger Fahrt entlang der Amalfitana: auf in Orangen- und Zitronenhaine, müsste ich rufen - doch mag ich an Erinnerungen rühren?&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://conalma.twoday.net/topics/privat&quot;&gt;privat&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-08T05:32:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5039247/">
    <title>Und morgen wird die Sonne wieder scheinen</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/5039247/</link>
    <description>Die schönste Aufnahme 	&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=bwmNOO-Ck-w&amp;feature=related&quot;&gt;hievon&lt;/a&gt; hörte ich auf einer meiner seltenen Autofahrten von K. nach S., als Landschaft und Musik wieder einmal so unnachahmlich ineinanderwuchsen - erst das Sibelius-Violinkonzert, dass mir innigste Verbindung zum Hirschen schenkte, und dann die berückende Stimme von Kate Royal mit diesem so wundersam tröstlichen Lied.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morgen, ja morgen scheint die Sonne wieder und trocknet die Tränen meiner Mitarbeiterinnen.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://conalma.twoday.net/topics/privat&quot;&gt;privat&lt;/a&gt;</dc:subject>
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    <dc:date>2008-07-04T15:08:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/5026515/">
    <title>The Long Goodbye</title>
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    <description>Die Glocken von Salzburg läuten heute, als wüssten sie um meine lange Abschiedswoche von der Stadt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wehmut ist wie Melancholie, ein süßes Ziehen im Herzen.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://conalma.twoday.net/topics/privat&quot;&gt;privat&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-29T07:31:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/4983213/">
    <title>Zwie</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/4983213/</link>
    <description>Wann bin&lt;br /&gt;
ich zuletzt //:draußen g&apos;wen://&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann hab&lt;br /&gt;
ich Wald und //:Wiesen g&apos;sehn://&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann war&apos;n&lt;br /&gt;
wir ganz ver//:eint zu zwein://&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lang darf&apos;s&lt;br /&gt;
so nimmer sein.	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Zwiefacher&quot;&gt;Zwiefacher&lt;/a&gt; zum akuten Zwiespalt zwischen Erfolg und Leben.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://conalma.twoday.net/topics/privat&quot;&gt;privat&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-10T08:27:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/4947433/">
    <title>Das Gras ist mir entwachsen.</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/4947433/</link>
    <description>Ich kauere am Kräuterbeet, in der Hand die Grasschere. Die kleinen Kräuter haben zu wenig Sonne, werden nicht nur von Russischem Estragon und Liebstöckel überschattet, sondern müssen sich auch vom rundum wuchernden Gras umzingelt fühlen. Mit der Linken umfasse ich die Büschel, greife in sattes, freuchtes Grün. Es geht ganz leicht, ich gerate in einen Schnitttaumel. Statt der Beetumrandung ist bereits eine quadratmetergroße Wiesenfläche freigelegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/gartenschnitt.jpg&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;100&quot; alt=&quot;gartenschnitt&quot; width=&quot;76&quot; onclick=&quot;javascript:openPopup(&apos;http://static.twoday.net/ConAlma/images/gartenschnitt.jpg&apos;,480,631);return false;&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/gartenschnitt_small.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bodengrund ist nicht schön, aber lebendig. Kleine weiße Nacktschneckenbabies sind auf einmal dem Licht freigesetzt. Am Sockel des Gartenzwerges kauern dunkle Käfer, Schattenwesen, die gleich flüchten. Ich hebe den Betonzwerg an, unter seinem platten Fußgestell sieht man Gänge im Erdreich, Spuren von sonst nicht sichtbarer Bewegung. Ich fasse weiter und weiter ins oberflächlich dichte Gras, das, einmal geschnitten, seinen trügerischen Anblick offenbart: übrig bleiben gelbliche Stumpfe, einzelne Stöcke, dazwischen unbewachsene Stellen. In der Mitte der Rasenfläche wuchert es hoch und dick; weiter rechts ist ist es zart und fein, ganz gänseblümchendurchzogen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Morgen kaufe ich mir eine Sichel, ich werde die ganze Wiese so bearbeiten, der Handrasenmäher ist mir längst keine Hilfe mehr. Die Nähe zum Boden gefällt mir. Was ich da alles in Händen halte: Goldhafer, Löwenzahn, Klee, Wehrlose Trespe, Wiesenknaulgras, Ehrenpreis. Die Grüne Minze hat sich unter der Steinumrandung des Beetes in die Wiese gewurzelt, sie mag offenbar die dominante Nachbarschaft des Lavendelstockes nicht. Wird der französische Estragon, den ich von der 	&lt;a href=&quot;http://www.arche-noah.at/etomite/&quot;&gt;Arche Noah &lt;/a&gt;mitgebracht habe, da überleben? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den Fingernägeln schimmert es grün. Ja, ich werde mich so Stück für Stück durch die Wiese arbeiten, hingehockt oder hingekniet, den Geruch von Erde und Pflanzen einatmen.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://conalma.twoday.net/topics/privat&quot;&gt;privat&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-25T07:32:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/4935038/">
    <title>Gigantischer Quantenpartikel Wein</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/4935038/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Vinton_G._Cerf&quot;&gt;Vinton Cerf&lt;/a&gt;, einer der Entwickler des TCP/IP Internetprotokolls, hat auch ein Herz für Wein. Seinem Satz &lt;i&gt;&quot;Eine Flasche Wein ist ein gigantischer Quantenpartikel.&quot; &lt;/i&gt; kann ich nur zu gut folgen, denn &lt;i&gt;ein Quantenpartikel kann verschiedene Zustände haben, und erst wenn man ihn beobachtet, weiß man, in welchem er sich befindet.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass sich bei der genauen Beobachtung von Wein und seiner sich verändernder Zustände, die nicht nur durch die zuvor stattgefundene Lagerung, sondern auch während des Beobachtungs- und Trinkrituals durch die Belüftung entstehen, dann auch noch bei den möglichen Teilnehmern Veränderungen deren Zustandes einstellen, ließ sich am vorgestrigen Abend im familiären Freundeskreis wieder einmal trefflich miterleben (ein tiefer Dank an diese unermüdliche 	&lt;a href=&quot;http://katiza.twoday.net/&quot;&gt;Gastgeberin&lt;/a&gt; samt Gespons). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/flammentorte.jpg&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;100&quot; alt=&quot;flammentorte&quot; width=&quot;75&quot; onclick=&quot;javascript:openPopup(&apos;http://static.twoday.net/ConAlma/images/flammentorte.jpg&apos;,300,400);return false;&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/flammentorte_small.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wo sonst als im vielfältigen Beziehungsgeflecht gilt noch viel mehr: erst wenn man alle genau beobachtet, weiß man, in welchem der verschiedenen Zustandsmöglichkeiten sie gerade weilen. Da man sich aber selbst immer in einer  t e i l n e h m e n d e n  Beobachtung befindet, sind noch die eigenen Zustände zu berücksichtigen .... Wie gut, dass der Wein als gigantisches Quantenpartikel da ganz hilfreich ist im Entwirren von Zustandsempfindungssituationen.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://conalma.twoday.net/topics/privat&quot;&gt;privat&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-19T05:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/4893382/">
    <title>Beschleunigte Teilchen</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/4893382/</link>
    <description>Das Auf &amp; Ab auf kilometerlangen Pisten, die rund um Felsmassive durch  eine sich immer neu ausdehnendenSchneelandschaft führen, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;336&quot; alt=&quot;weisse-weite&quot; width=&quot;423&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/weisse-weite.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Höhenunterschiede, die daheim die Entfernung vom Zuhause bis zum höchsten Gipfel des Kaisers bedeuten würden: viel Beschleunigung gab es in den vergangenen Tagen für zwei, deren unterschiedliche Lebenstempi sich zudem auch ein wenig aneinander rieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann langsame Entschleunigung auf dem Weg zurück in den Frühling, noch lange die weiße Weite im Blick missend, Schwindel plötzlich im Tal, wie betäubt die allenthalben grasenden Schafe, Ziegen und pferdebraunen Kühe in saftigen Wiesen zwischen blühenden Obstbäumen wahrnehmend, und endlich, nach verlorenem Treiben zwischen samstagsfröhlichen Menschenmengen in den von der Sonne aufgeheizten Gässchen von Annecy, im komfortablen Refugium &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/chateauvieux.jpg&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;75&quot; alt=&quot;chateauvieux&quot; width=&quot;100&quot; onclick=&quot;javascript:openPopup(&apos;http://static.twoday.net/ConAlma/images/chateauvieux.jpg&apos;,448,336);return false;&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/chateauvieux_small.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
auf einer sanften Erhebung im Hinterland von Genf ankommen. Noch winterstille Weingärten rundum (oh ja, so ist im Laufe des Abends zu erschmecken, auch hier geraten wunderbar trinkbare Weine!), um sieben ein Läuten im Glockenturm des Anwesens &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/glockengelaeut.jpg&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;100&quot; alt=&quot;glockengelaeut&quot; width=&quot;66&quot; onclick=&quot;javascript:openPopup(&apos;http://static.twoday.net/ConAlma/images/glockengelaeut.jpg&apos;,296,448);return false;&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/glockengelaeut_small.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- zu Tisch? zum Gebet? - doch sonst Stille mit Vogelklang. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am folgenden Morgen dann, auf der Suche nach dem nächsten Autobahnanschluss, die Hinweistafel: CERN. 	&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=40ZbmCxjCSY&quot;&gt;Mme Lisa Randall&lt;/a&gt;, theoretische Physikerin auf der Suche nach Parallelwelten und Klein-Teilchen (makellos und schön seien sie!), hofft dank LHC auf Hinweise für nächste Ebenen der Realität; 	&lt;a href=&quot;http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27624/1.html&quot;&gt;andere hingegen&lt;/a&gt; fürchten sich vor schwarzen Löchern oder gefährlichen Zeittunnels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Schleunige bleiben davon ungerührt auf ihrer Wegstrecke, haben jeweils zugehörige Zeitdimensionen einander verträglich zu halten, im Augenblicksstillstand von Berührungen eigenen Zeittunnel schaffend, 	&lt;a href=&quot;http://www.youtube.com/watch?v=0_XHOasxYxE&quot;&gt;Univers Privé&lt;/a&gt;.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://conalma.twoday.net/topics/privat&quot;&gt;privat&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 ConAlma</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-28T05:49:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/4781700/">
    <title>(Der) Familie stellen</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/4781700/</link>
    <description>Ich hab meine Großmutter geliebt: ihre knittrige, zarte Haut, die auf den Handrücken wie Pergamentpapier aussah, und die immer nach Nivea roch. Ihr sanftes Lächeln. Ihren forschen Schritt, der so viel Sicherheit ausstrahlte. Sie trug immer feste Schuhe, Leibröcke aus Loden, Strickjacken oder einen Lodenmantel. Die Haare hatte sie zu einem langen Zopf geflochten und im Kranz um den Kopf geschlungen. Erst als sie schon sehr alt war und die Haarpflege mühsam geworden war, entschied sie sich schweren Herzens, das schon ganz dünn gewordene Haar abzuschneiden - zu einem wahnwitzigen Pagenkopf, der plötzlich ganz andere Möglichkeiten aufzeigte, die da vielleicht gewesen wären. Wenn.&lt;br /&gt;
Sie war die beste Kuchen- und Kekse-Bäckerin und hatte eine wundervolle Speise namens Tunkebrot &lt;small&gt;[Dante Olivenöl mit etwas Zitronensaft, Kräutersalz, einer Prise Rosenpaprika, in das man Schwarzbrotwürfel tunkt]&lt;/small&gt;. Niemals vermisste ich bei ihr Fleisch oder Wurst, es gab auch keine Butter, dafür Rama, auch die durften wir nicht zu dick aufs Brot schmieren. Die Butter war dafür in den Weihnachtsstollen und -keksen versteckt, in der Kaffeecremetorte, die sie immer für mich machen musste, zum Geburtstag.&lt;br /&gt;
Ich liebte die ausgedehnten Wanderungen mit ihr, da wurde kein Weg zu weit oder zu beschwerlich, die Jause war in einer alten Blechdose verpackt, im Leinenrucksack war auch immer eine feste Unterlage aus schier unverwüstlichem Stoff, Felddecken in militärgrün, damit wir niemals feucht säßen auf den Wiesen. Wir sprangen mit ihr nackt in einskalte Gebirgsbäche, gingen ungesicherte schmale Pfade entlang der Felsen, aber wehe, der Zug aus Wien hatte Verspätung oder kam in zwei Teilen, da wurde ihr Angst und Bang während des Wartens am Bahnhof!&lt;br /&gt;
Zu Silvester machtes sie das Marzipan selbst, mit einem Schuss Rosenöl, das war ihr Geheimnis. Sie hatte ganz andere Spiele im Regal, mit kleinen Holzjeeps konnte man sich durch das besetzte oder befreite Italien würfeln, das Blumen- und Früchtequartett lehrte mich schon früh die Existenz von Schlehen, und ja, Mikado konnte ich mit ihr stundenlang spielen.&lt;br /&gt;
Etwas später, als nach der Zeit des Spielens die Zeit des Redens anbrach, erzählte sie Geschichten vom Krieg und danach, sie erzählte aber auch vom Universum, und wie es mit uns vielleicht nach dem Tode sei; in ihrem Bücherregal standen Physik, Reisebücher und Zimmerpflanzenratgeber in bunter Abfolge. Ich stieß mich nicht an der spartanischen Schmucklosigkeit ihrer Wohnung, wo der scheinbar stets blühende Oster- und Weihnachtskaktus eine nahezu ungehörige Üppigkeit war, es hatte alles eine Ordnung, an der ich mich orientieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor wenigen Tagen fielen mir Briefe, die sie kurz nach Kriegsende ihrer engsten Freundin irgendwo nach Deutschland geschrieben hatte, in die Hände, Briefe, die im Nachlass meiner Großtante in Ostdeutschland aufgetaucht waren. In knapper, fast stenographischer und vor allem emotionsfreier Formulierung erzählt hier eine Frau von 46 Jahren von der Flucht mit Schwiegermutter und jüngstem Kind, der verzehrenden Sorge um die halbwüchsige Tochter, von deren Verbleib sie nichts wusste, vom Dasein als stets weitergetriebene Staatenlose, die niemand wollte &lt;small&gt;[die Großeltern waren Sudetendeutsche]&lt;/small&gt;, von der dürftigen Unterkunft schließlich in einem kleinen Bergdorf, von der schweren Arbeit bei den Bauern von 5 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, um wenigstens zu essen zu haben für die Familie. &lt;i&gt;Die Menschen sind hier sehr zurück u bigott. Aber sonst gutmütig.&lt;/i&gt;Und immer zwischendurch die Hoffnung, dass sich all die Mühsal und die harte Arbeit einst auszahlen würden, von Auswandern war die Rede, irgendwo ein neues Leben zu beginnen, bevor es aus Altersgründen zu spät sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber ich finde auch Sätze, die mich befremden, die mir eine Frau zeigen, deren Gedankengänge ich nicht der Großmutter meiner Kindheit zuordnen kann. Eine, die an diese neuen Menschen und dieses neue Deutschland offenbar geglaubt hatte, die bis zuletzt eine Hoffnung gehabt haben musste, dass noch alles gut würde, obwohl der Mann, in der Kriegsindustrie tätig, noch zuletzt, im allerletzten Aufbäumen hätte eingezogen werden sollen und von einem Tag zum anderen die Flucht losging. Die Flucht, das erinnere ich mich nun, war eines der großen Themen ihrer Erzählungen gewesen, dieses Opfer gebracht zu haben - für einen Glauben, weiß ich nun; seltsam, meine Großmutter, die an keinen Gott glaubte, für die die Zuwendung meines Onkels zum Katholizismus ein schrecklicher Verrat an ihren freien Ideen gewesen sein musste - sie hatte doch einen Glauben gehabt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie gerne würde ich heute mit ihr über all das reden, mir Sätze erklären lassen, deren Härte mich verunsichert, wo inmitten der nüchternen Auflistung von Umständen und Lebensdetails eine erschreckende Emotionalität, geboren aus Erschöpfung und im so gnadenlosen Verspüren des Verlustes einer Form von Heimat, hervorbricht: &lt;i&gt;Nur das tröstet mich über den Verlust aller Habe, dass wir damit meine + Ilses&lt;/i&gt;&lt;small&gt; [Anm.: meine Mutter]&lt;/small&gt; &lt;i&gt;Gesundheit erkauften. Heimat hatten wir ja keine, aber wenn ich ans Sudetenland denke, dann ergreift mich bitteres  Heimweh und ein unendlicher Haß, der ewig bestehen wird. Wehe den Tschechen, wenn einst eine Gerechtigkeit auferstehen sollte! Ihnen wünsche ich das Schlimmste, was Menschen widerfahren kann.&lt;/i&gt; Aber auch: &lt;i&gt;Man lebt so dumpf dahin, die Ideale sind zerschlagen, die Hoffnung auf einen Aufstieg fast vernichtet. Wir leben nur für die Kinder. Sie an Geist, Seele und Körper gesund aus diesem Chaos herauszuführen, ist die einzige lohnende Aufgabe. ... Da ist es ein Vorteil, dass sie Entbehrung und Not kennen, gelernt haben, dass sie Opfer bringen, arbeiten gelernt haben und wenig bedürfen.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, das kenne ich zu gut: stetes Arbeiten, niemals ruhen. Nichts bedürfen, nichts verlangen. Geben. Meine Mutter hatte nur nicht den festen Schritt meiner Großmutter. Wie sehen meine Kinder meinen Schritt?</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
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    <dc:date>2008-03-13T06:21:00Z</dc:date>
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    <title>Der sechste Stock</title>
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    <description>Der sechste Stock verfolgte mich bis in mein Erwachsenenalter hinein in den Träumen - oder besser gesagt, der Weg dorthin. Denn um in die Helle und Luftigkeit der Wohnung da oben zu gelangen, musste erst ein dunkles , düsteres Stiegenhaus überwunden werden. Das bedeutete für mich kleines Mädchen damals, täglich nach der Schule die vielen Treppen mit den hohen Stufen emporzusteigen, mit einem Licht, das die Stiegen und Gänge nur unzureichend beleuchtete und außerdem immer ausging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Träumen wuchs dieses Stiegenhaus noch viel mehr empor, und wenn ich endlich im rettenden sechsten Stock angelangt war, dann fand ich dort nicht die vertraute Nüchternheit eines fast quadratischen Zwischenraumes, von dem die vier Wohnungstüren weggingen, nein, dort wucherte ein Dschungel mit unzähligen Pflanzen, Gummibäumen, Lianen, dichtes Grün, das die Eingangstüren kaum erkennen ließ. Einmal stand die Tür zu unserer Wohnung einen Spalt offen, helles Sonnenlicht fiel in einem Streifen ins dunkle Grün, aber dahinter war nichts als gleißende Leere, keine Möbel, keine Mutter, keine Geschwister, nur Licht. Ein anderes Mal bin ich in den siebten Stock hinaufgegangen, denn vielleicht hatte ich mich ja geirrt, und das war noch gar nicht der sechste gewesen, aber auch dort war nicht unsere Wohnung, dafür war es viel viel heller als ein Stockwerk tiefer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Träume dieser Art kehrten über Jahre wieder, und diese eigenartige Mischung aus Beklemmen (Dunkelheit, Fremde), Verwunderung (Dschungel), Sorge (wo sind sie?), aber auch der Unentrinnbarkeit der Situationen kann ich mir noch heute unter die Haut holen.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
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    <dc:date>2008-03-07T06:01:00Z</dc:date>
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    <title>Bilder einer Kindheit</title>
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    <description>Meine junge, schöne Mutter sitzt auf der Liege im Wohnzimmer und weint. Sie weint einfach, sagt nicht warum. Wir Kinder stehen um sie herum und wissen nicht, was wir tun sollen. Vielleicht weint sie, weil wir so viele sind. Ich war da sicher mindestens fünf, oder älter. Mein damals jüngster Bruder, das vierte Kind, war im Jänner auf die Welt gekommen, im Juni darauf bin ich fünf geworden. Vielleicht weint sie, weil wir kein Geld haben. Weil mein Vater nicht greifbar ist, der immer unterwegs ist im Versuch, seine Träume und Ideen zu greifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe einen Zufluchtsort: den Küchenbalkon. Es ist ein kleiner Balkon, man kommt vom Kinderzimmer aus hinaus, aber er liegt auch vor dem Küchenfenster, deshalb heißt er Küchenbalkon. Er ist klein, tagsüber schattig, dient als Abstellplatz, ist nicht besonders schön, aber ich habe ihn angenommen. Von dort aus sehe ich einen Stern, der für mich der Abendstern ist. Der Balkon schaut zwar, das weiß ich heute, nach Osten, der Abendstern - die Venus - ist im Westen zu finden. Aber da ist doch das Lied: &quot;Lieber guter Abendstern, hab mich gern&quot;! Irgendein Stern muss dagewesen sein, und für den singe ich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Küchenbalkon aus sehe ich auch wundersame Lichter. Wir wohnen im sechsten Stock, ich sehe über alle anderen Häuser hinweg. Die Lichter, die nur manchmal da sind, gehören zu etwas, das &quot;Stadion&quot; genannt wird. Ich kann mir nichts darunter vorstellen, ich sehe nur diese Lichter, wie sie so hell in den Himmel gehen, so unwirklich. Ich scheine am liebsten in der Dunkelheit am Küchenbalkon gewesen zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt auch den großen Balkon, vor dem Wohnzimmer. Dort knallt die Sonne hin, sie weicht die Teerstreifen auf, die zwischen den Bodenplatten als Fugen dienen. Wir kneten mit den Fingern darin. Manchmal fällt uns etwas über das Geländer, das fällt aber nicht auf die Straße, sondern auf ein Dach, denn direkt unter unserem großen Balkon ist ein überdachter Durchgang. Wenn so etwas geschieht, muss meine Mutter hinunter in den ersten oder zweiten Stock und die Leute von dieser Wohnung bitten, ob sie über das Geländer aufs Dach steigen darf, um das Hinuntergefallene holen zu können. Das ist ihr immer peinlich. Vielleicht waren diese Leute aber auch nicht freundlich. Einmal fällt mir meine Brille hinunter. Ich habe mich sehr geschämt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Badezimmer, das keine Tür hat, sondern nur ein fensterloser Raum neben der Küche ist, ist ein Steinboden. Ganz am Anfang haben wir keine Badewanne, nur ein Zinkschaff. Wenn es zum Trocknen an die Wand gelehnt ist, sieht man das Abflussloch im Boden. Ich knie mich hin, lege mein Auge auf das Loch und starre sechs Stockwerke in die Tiefe. Es ist unheimlich. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir im Hof spielen, starren wir oft die sechs Stockwerke hoch, ob die Mutter am Fenster oder am Balkon ist. Wir müssen sie immer rufen, wenn wir wieder hinauf in die Wohnung wollen. Der Lift ist nur mit einem Schlüssel zu betätigen. Und die sechs Stockwerke sind sehr sehr hoch für kurze Kinderbeine, das können wir vom Hof aus sehen. Fast unendlich hoch. Wir sind ja alle noch so klein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist ein Grundstück über den Hof und die Gasse, das von einer alten, zerbröckelnden Mauer abgegrenzt ist. Dahinter sieht man Bäume emporragen, alte hohe Bäume, es ist sicher eine Kastanie dabei. Dieser Ort übt einen großen Reiz auf mich aus, er wirkt düster und schattig, ein wenig unheimlich. Das Haus dahinter ist alt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gasse ganz hinunter kommt man zu einer großen Straße, da fährt eine Straßenbahn. Auf diese Straße müssen wir, wenn wir über die Brücke in den Prater wollen. Man kommt hier bei einem Geschäft vorbei, dessen Eingangstür nicht direkt an der Straße ist, sondern etwas zurückversetzt. In dieser Türnische ist rechts oben ein seltsames Kästchen. Ich stehe da und starre hinauf. Es hat etwas magisch Anziehendes und zugleich Unheimliches. Ich denke mir, das muss das Narrenkästchen sein. Es hat eine so seltsame Abdeckung, fast wie ein Gitter. Die Erwachsenen sagen zu mir oft, ich solle nicht so viel ins Narrenkästchen schauen. Jetzt schaue ich erstmals bewusst so richtig rein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von einer Seitengasse ums Eck ist ein kleines Lebensmittelgeschäft. Dort ist  es immer dunkel, wie in einem alten Gewölbe. Man kann die Erdäpfel aus großen Jutesäcken kaufen. Ich gehe gerne hin, es riecht gut, es ist so ruhig und unwirklich dort. Um nach Hause zu kommen, muss man viele viele Treppen hochsteigen. Die Gasse führt über Stiegen, erst dann kommt der kleine Platz mit Minipark und Spielplatz, an dem unser Haus liegt. Und so ist unser sechster Stock, gemessen an der großen Straße, noch viel höher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite des Hauses liegt ein größerer Platz, dort fahren auch Autos. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es ein Lokal, in dessen Auslagen rote Vorhänge sind. Und eine Neon-Werbeaufschrift: Cinzano. Mir gefallen die Farben. Das Lokal, das ich nie von innen sehe, wirkt auf mich so modern. So anziehend und interessant. Ich wüsste zu gerne, wie es darin ist. Aber ich darf nur in den Konsum nebenan. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich Radio höre, stehe ich ganz nah vor dem Apparat. Meine Lieblingssendung ist &quot;Autofahrer unterwegs&quot;. Vor allem die Meldungen mit den gestohlenen Fahrzeugen. Ich mag auch die Mittagsglocken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Seitenwand im Durchgang unter unserem Haus ist ein großes Mosaik mit Pferden. Der Künstler war ein Jugendfreund meiner Eltern. Zwei Entwürfe zu diesem Mosaik hängen als Bilder in unserer Wohnung. Manchmal besuchen wir dessen Eltern in Perchtoldsdorf. Sie wohnen in einem kleinen Häuschen, beide sind große, kräftige, ja geradezu dicke Menschen. Sie sind sehr freundlich, die Mutter drückt mich immer an sich, ich habe Angst, zwischen ihren Riesenbrüsten zu ersticken. Manchmal kommt die ganze Verwandtschaft zusammen, da sind so viele Kinder und Enkelkinder. Alle wirken wie eine große glückliche Familie. &lt;br /&gt;
Wir kommen nie so vielzählig zusammen. Der Onkel ist im Kloster, die Tante ist nicht verheiratet. Großmutter und Großvater leben weit weg. Wir sind immer nur wir. Und ich habe zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung, was für eine Familie wir sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;small&gt;[Infiziert von Frau Katiza und ihrem &lt;a href=&quot;http://katiza.twoday.net/stories/4740612/&quot;&gt;Buch hier&lt;/a&gt;.]&lt;/small&gt;</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://conalma.twoday.net/stories/4662893/">
    <title>Winterfreuden: Lockerung des Ich</title>
    <link>http://conalma.twoday.net/stories/4662893/</link>
    <description>Frau Alma sucht ihr Vergnügen im Winter auf mannigfaltige Weise: mit dem Hirschen als adrettes Trachtenpärchen verkleidet, schwingt sie das Tanzbein zu Boarischen und Schiebern auf dem Jägerball in der Unteren Schranne (Lockerung der Gliedmaßen), entdeckt im Weinkeller des Landwirtshauses einen Brunello Pian delle Vigne 1997, erster Ansatz zu 	&lt;a href=&quot;http://walhalladada.twoday.net/stories/4662768/&quot;&gt;rauschhafter Lockerung des Ich&lt;/a&gt;. &lt;br /&gt;
Und morgen begibt sie sich auf Wedeltage ins Hochgebirg, allwo eine 	&lt;a href=&quot;http://derstandard.at/?url=/?id=3162720%26_range=1&quot;&gt;Rausch- und Wunderkammer&lt;/a&gt; besonderen Zuschnitts weitere Lockerungsübungen verheißt, wobei die in diesen Tagen vor allem angestrebten 	&lt;a href=&quot;http://www.psytours.de/HM_Beziehung/Beziehungsforschung/Romantische-Liebe.htm&quot;&gt;Rauschzustände &lt;/a&gt;ihr Potential nicht in der Ernüchterung zeigen sollten!</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
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    <title>Eine Familie zum Anbeißen</title>
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    <description>Das schönste Geschenk des vergangenen Abends: die Lebkuchenfamilie. Nur die Autorin dieses Werkes, die häusliche Tochter, fehlt darauf. Sie wollte sich selbst nicht aufessen müssen. Was sie uns allen aber wohl zumutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;336&quot; alt=&quot;lebkuchenfamilie&quot; width=&quot;433&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/ConAlma/images/lebkuchenfamilie.jpg&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von links nach rechts: der verliebte Vater, die große Tochter, die Mutter mit Weinglas, der Sohn, die Großmutter. Eine ruhige Familienaufstellung, wie sie niemals der Realität entspricht. Und so ist es denn auch ein wilder Abend gewesen.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
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    <title>Sonnenstudio</title>
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    <description>Als ich meine Mutter auf der Hochzeit meiner Schwester traf, hatte sie eine ungewohnt frische und erholte Gesichtsfarbe. Sie wird die strahlenden Tge ausnützen, dachte ich, und wandern, in der Höhe, wo es so viel wärmer ist als im Tal, sonnenbeschienen alles, aber die Inversion! Nein, sie sei vielmehr im Sonnenstudio gewesen, dem meiner Freundin S, und da fiel mir ein, dass auch mein Vater vor Jahren schon gelegentlich das Sonnenstudio aufgesucht hatte, weil er die Fragen nach seinem Gesundheitszustand leid hatte, kaum war die Blässe weg, verschwanden auch die Fragen. Wenn er jetzt nach seinem Ergehen gefragt wird, sagt er: ich lebe noch. Ich darf noch leben. Nachspielzeit, sagte der Bruder, du hast eine Nachspielzeit bekommen. Meine Familie, sagte die Schwester auf ihrer Hochzeit, ganz seltsam langgezogen das &lt;i&gt; m e i n e &lt;/i&gt;und mit einem Tonfall zwischen Süffisanz und Unsicherheit, und lässt uns noch externer und ferner fühlen als sie uns seit Jahren schon hält. Jedes ihrer Lächeln wirkt professionell, maskenhaft und unverbindlich, wo ist SIE nur, sie selbst, frag ich mich.</description>
    <dc:creator>ConAlma</dc:creator>
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    <dc:date>2007-12-23T00:30:00Z</dc:date>
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    <title>Linearer Schein</title>
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    <description>Zwei Schulfreunde trafen einander. Vor 63 Jahren hatten sie sich das letzte Mal gesehen. Es war in einer vom Krieg bestimmten Zeit gewesen, Halbwüchsige waren sie damals gewesen, vierzehn, fünfzehn Jahre alt, in einem Internat in Traunstein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie sitzen da und reden vom Jetzt und vom Damals und vom Dazwischen. Die große Blase inzwischen gelebter Leben schrumpft zu einem unwesentlichen kleinen Luftballon, sie blicken einander an wie einstmals als Kinder in einer so markant bestimmten Kindheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Plasmaphysiker hat bemerkenswert glatte Gesichtszüge (der zwischendurch besuchte Pfarrersbruder weist wesentlich mehr Spuren des zählbaren Alters auf), der kräftige Haarschopf leuchtet weiß. Die Frau hatte ihn verlassen, als er in Pension ging, die Lebensgefährtin ist die Witwe des damals besten Freundes; den aber hatte er, von Deutschland nach Kanada wandernd, jahrzehntelang nicht mehr gesehen. Es war sich vor dessen plötzlichem Krebstod nichtmehr ausgegangen. Die Witwe ist das Bindeglied der Freunde, verwechselt die Vornamen, ohne gerügt zu werden. Sie erzählt mir mit leicht verlegenem Lächeln, dass sie beide es langsam hätten angehen lassen, seit drei Jahren aber seien sie nun wirklich, so ganz,  ja nah und richtig miteinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gespräch mit ihr finde ich mich auf einmal in einem gleichen Zeitabschnitt, sie war die einzige Mutter gewesen, die irgendwo im Süddeutschen die Proteste und Demos mit den Töchtern gemeinsam besucht hatte, ich hatte die Zeit als beginnende Studentin erlebt. Auch hier verschwindet, was sonst linear scheint, zu einem Rund, in dem Begebenheiten und Abschnitte herausgeholt werden und alles gleich weit oder nah ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich genieße den Tag, an dem der Generationsabstand nie spürbar wird. Die Themen sind universell, für jeden greifbar, auch die erklärenden Ausführungen zur Plasmaphysik fassbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In wenigen Tagen wird es für den Geliebten eine generationsfremde Runde geben, auch hier aber wird sich für ihn das Erleben ähnlich darstellen, Die erwartbaren Themen könnten sein: Mahler Zweite, Musik und Meditation; ein Rilke-Zitat zur Kindererziehung.</description>
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