farben

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Fall(ing)

Die Farben fallen.
Was noch vor Wochen Frist als sattes Grün, wäscht sich in kühlen Nächten aus.

Es fällt das Licht,
steht fahl am Morgen, tagestrüb.
Nicht grün, nicht braun: die Landschaft falbt.

Doch fiele ich, Melancholie!, in Zweifel,
gäbe mich anheim
dem kommend Schwinden
(wo doch überreich noch Körbe reifer Frucht so leuchtend auf den Märkten stehn),
dann ruft die Sonne plötzlich: Halt!
und lässt die Farben neu erstehn
und zündet Mut.


himbeernebel





Fiel mir, ansatzweise, damals dazu

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Der Letzte.

Als letzten Sommertag will ich das Heute nehmen.
Das Sommerhaus wird schon geräumt;
geputzt dem langen Winter übergeben.
Ein wenig Herbst färbt noch den Tisch.

herbsthaus




Mittagsedition:

Stadtbalkon. Lachs auf Karotten-Kürbisgemüse. Gefühlte 35°. Sonne saugen.

stadtbalkon



night edition:

Der junge Mann an der Bar spricht von Schneefall am Montag. Bei einer Nachttemperatur von 17° kümmert mich das wenig. Heute. Goldgelb ansteigender abnehmender Mond. Flussglitzern.

festungnight

Mittwoch, 23. September 2009

Steirischer Tag

Ich hab einen steirischen Tag eingeschoben, den Sohn zu besuchen. Fast ein südlicher Sommertag, wäre nicht auch hier das zu allzu früher Stunde schwindende Licht.

P9230001

Mittwoch, 16. September 2009

Flammender Morgen

Über dem Bahnhof schwebte, noch vor dunklem Himmel, um halb sechs Uhr morgens wie verschleiert eine schmale Mondsichel - morgen wird davon nichts mehr sichtbar sein. Doch wenig später nur traf mich der Blick in ein einen flammenden Morgen:

flammenmorgen

Sonntag, 31. Mai 2009

Turn to Grey

Der Pfingstsonntag ist ein guter Tag für fällige Arbeiten - zb die Unterlagen für die Steuererklärung zu ordnen und zu komplettieren. Als musikalische Unterstützung: Artemis-Quartett mit Richard Strauss, Sextett aus Capriccio; Alban Berg, Klaviersonate in b-moll; Arnold Schönberg, Verklärte Nacht. Mich hat die Wehmut der Marschallin gestern angesteckt.

Die letzten fremdfarbenen Spitzen sind abgeschnitten, über dem Kurzhaar liegt nun ausschließlich silbergrauer Schimmer.



anyway, skies are blue

Dienstag, 5. Mai 2009

unverschämt Flieder

Selbst in der kühlen Nachtluft (geschätzte 8°) verströmt der Flieder unverschämte Süße.


Ein Trotzen, den Eisheiligen ihre Schneid abzukaufen.






Trübnis eines sonst von flow durchwehten Tages: es ist der Sterbetag der Frau des Geliebten, selbst neunzehn Jahre werden da zu einer Nichtigkeit.

Dienstag, 28. April 2009

Grün, satt.

Ton in Ton bewege ich mich durch eine schier endlose Weite, doch was aus der Ferne wie eine einzige Fläche wirkt, wird im Befahren zu einem wiegenden Hügelauf und -ab. Dem Grün ist kein Entkommen, und Flieder, überall Flieder, heckenweise, dazwischen ragen weiße Marterln in den wieder ungehemmt blauen Himmel.

marterl-profan

[Die profane Variante:
Niemand glaubt o liebes Kind / Was ich in mein Herz empfind / Für Betrübnis und Verdruß / Weil ich Urlaub nehmen muß]


Der stürmische Südwind lässt jene Flächen, wo bald reifes Korn stehen wird, im Sonnenlicht silbrig-grün schimmern, die leuchtend gelben Rechtecke der Rapsfelder mittendrin.

ton-sur-ton

Mein Weinviertel, das ich da durchmesse vom Südosten bis zum Nordwesten, hier bleib ich hängen, am Manhartsberg, Lieblingsgegend, die mir den Atem frei macht, wo ich oben stehe und hinaus blicke, wie ich es auf keinem Berg zustande bringe.

Samstag, 25. April 2009

Grün, gewaltig

Morgenblicke und Abendblicke legen sich zwar gerne aufs noch gleißende Weiß, doch die Wege der Alltagsroutine sind beherrscht von einem sich nahezu täglich intensivierenden Grün. Eine stumme Explosion von Farbe in allen Schattierungen, Nuancen von Gelb bis Blau, im Tal saftige Üppigkeit, die Hänge hinauf immer zaghaftere Aufhellungen im dunklen Wintergehölz, im schwarzen Immergrün.
Das Grün des Ostens wird ein anderes sein als das des Westens, durchwirkt von weißem Blühen, das das Weiß der Schneehänge ersetzt. Der Himmel aber wird endloser sein über den Vierteln, mein Blick sich nicht brechen im schroffen Fels.

Freitag, 10. April 2009

Der fehlende Übergang

Gelbe Explosion an akkurat zurecht gestutzten Hecken;
in einer Nacht hat zartes Grün die Tallandschaft überzogen.
Die Berghänge gleißen tiefweiß im grellen Sonnenlicht, der Föhn macht Sommerstimmung. Ungeachtet ihres blassen Winterspecks wippen die Mädchen kurzgeschürzt, geben Haut und Körper Blöße. Tattoogekringel an Männerwaden, aufgeheizte Atmosphäre. Vollmondnächte.

War da nicht eben noch letzter Schneefall gewesen, nass und schwer?
Wo ist der sanfte Übergang vom Einen zum Anderen?

Montag, 24. November 2008

Tag, blass.

Das wintermilde Licht steht diesem Tage gut.
Der letzte Blätterwirbel, schwarzbraun,
verkündete vor Tagen schon den Abschied von den Farben.
Ja, selbst die Lärchen dämpfen wie mit einem Schleier ihr eben noch so ungestüm getragenes oranges Kleid.
Die Sonne hält sich, fahles Gelb, von ungeziemem Hell zurück,
lässt nur den Fluss smaragdgrün schimmern
und nimmt die sanfte Decke schneegetränkter Wolken
mit mildem Lächeln dankbar an.



Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit gesehen.

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