wortspiele

Dienstag, 1. April 2008

Verleser: Masturbation.

Jetzt hab ich Sie hergelockt, gell? Dabei hab ich mich wirklich verlesen, im Überfliegen der abwesenheitsbedingten ungelesenen Zeitungen. Habe aus Männerbastion die Masturbation gemacht. Nein, eigentlich nur der Bastion ein paar Buchstaben drangelesen. Und bin nochmals zurück, weil mir das keinen Sinn zu geben schien: Bundesheer: Immer mehr Frauen in der Männermasturbation?? Wobei ja auch die Masturbation keine Männerbastion ist. Nicht wahr?

Samstag, 11. November 2006

Wortpflege

Frau Sopran betreibt vorbildliche Wortpflege, die wahrlich Unterstützung verdient - und so hoff' ich für mein Teil, dass mir heut' nichts überzwerch gerät, getrieben wie ich bin!


[going for a Martinigansl]

Mittwoch, 11. Oktober 2006

Wortspiel: auf::schaukeln

Auf der Schaukel: jene Kindheitserfahrung, die schon allerfrühst konditioniert auf ein gleichzeitiges "nicht so fest" (weil es den Atem nimmt) und "noch viel mehr" (weil der Reiz des Fliegens mit nichts bislang Bekanntem gleichzusetzen ist).

Erinnerungen an den Wurstelprater: die Bootsschaukeln, im Stehen mit wenig Aufwand so lange Schwung holen, bis man oben anschlägt und der Inhaber ganz schnell auf die Bretterbremse tritt. Damals gab es auch noch die Loopingschaukeln, die verwegenen jungen Männer und ihre Mädchen, denen die Röcke über den Kopf flogen und das Gejauchze ein viel freieres schien als das Gekreische in den blinkenden Rundummaschinen heute.

Die Schaukel: Erwachsenenspielzeug im Rokoko, die Frivolität der fliegenden Röcke schaukelte die Phantasien hoch, ganz unverbrämt dann die Schaukelbilder des Thomas Rowlandson.

Heute: das Schaukeln im Netz, das Spiel der Sätze, die wiederum mit der Phantasie spielen: Durch Anstöße mit der richtigen Wiederholungsfrequenz kommt es zum Aufschaukeln. Eine Schwingungserregung. Die Gedankenkraft wird dazu verwendet, die natürliche Vorwärtsbewegung zu beschleunigen - mittlerweile beliebtes Sujet auch in belletristischer Literatur, z.B. bei Daniel Glattauer.

Die Erwartungshaltung im Netz ohne Boden ist groß, die Bereitschaft zum Aufschaukeln und Aufgeschaukelt-Werden nicht minder, als gäbe es keine Sturzgefahr. Ein gelegentlich auftauchendes Dilemma (dies nur als sehr dezentes Beispiel über die Unterschiede der Schaukelebenen zu lesen) wird nicht grundsätzlich den Willen zu weiterem Schaukeln beeinträchtigen: es fliegt sich so leicht! Wer mit wem schaukelt, lässt sich nicht immer eindeutig feststellen, auch nicht, ob man nicht schon längst alleine schaukelt, und: geht es denn um mehr als Schaukeln?

Aber: die kleinen feinen Anstöße, die man gibt und erfährt, sie bringen so oft ein sonst nicht vorrätiges Lächeln in den Tag.

Sonntag, 3. September 2006

Wortspiel 2: Zu-Neigung

Man wendet sich zu, zugewandt schaut man, sieht, und neigt sich. Vor. Zu. Hin.

Besonders schön ist es, wenn Zuneigung auch gezeigt werden darf. Nicht versteckt werden muss. Wenn andere daran teilhaben dürfen. Das zaubert Lächeln in die Gesichter, und die Mitfühlsamen neigen sich leichter.

Aber eine Warnung muss ich aussprechen: Gehen Sie im Zustande von Zugeneigtsein allen R aus dem Weg! Den wenn sich ein solches in ihr Zuneigen mischt, könnte dieses schnell zur Neige gehen. Und das wollen Sie doch nicht!

Freitag, 25. August 2006

Wortspiel 1: Zu-Wendung

Ein Satz, an der richtigen Stelle, im richtigen Tonfall: es geschieht ein Aufblicken, Anblicken, Zuhören, Zuwenden. Ein ZU im Sinne eines Öffnens, mit Fingerspitzenschlüssel. Sich Wenden, in Aufmerksamkeit und Körperhaltung: hin. Der Fingerspitzenschlüssel: er berührt.

~~~

Heiter-melancholische Sommerlektüre zu virtueller Zuwendung und ihren Verstrickungen:
Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind.
Keine große Literatur, aber deshalb nicht unwahrer.

~~~

Ein Satz, an der falschen Stelle, im falschen Tonfall: Abwendung.
Achten Sie auf Ihre Sätze, achten Sie sie!

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