gehört

Montag, 17. Dezember 2007

Unanständiger Übermut

Sie habe, sagte Bibiana Zeller gestern im Künstlerzimmer, etwas gar Unanständiges an sich, nämlich Übermut. So gründe ihre Alterslosigkeit vielleicht darin.

Es ist wohl dieser Übermut, der auch meinen alterslosen Hirschen so springen lässt.

Mittwoch, 29. August 2007

Welch Glück, ein Mannsbild zu sein

Diese Worte sang Genia Kühnmeier heute vormittag so beherzt und überzeugend aus weiblicher Brust, dass ich Goethes Text aus Egmont gleich als Anreiz nahm für künftige Jobüberlegungen. Ist doch eine meiner USPs neben der weiblichen Gastgeberinnenqualität auch jene bereits schon einmal firmenseitig angesprochene, nämlich der Mann im Team zu sein.


Die Trommel gerühret,
Das Pfeifchen gespielt!
Mein Liebster gewaffnet
Dem Haufen befiehlt,
Die Lanze hoch führet,
Die Leute regieret.

Wie klopft mir das Herz! Wie wallt mir das Blut!
O hätt' ich ein Wämslein Und Hosen und Hut!
Ich folgt' ihm zum Thor 'naus mit muthigem Schritt,
Ging' durch die Provinzen, ging' überall mit.

Die Feinde schon weichen,
Wir schiessen da drein;
Welch' Glück sondergleichen,
Ein Mannsbild zu sein!

Montag, 13. August 2007

Scheiners Tod und das Mädchen

Ich höre wieder einmal Philip Scheiners Fantasie zu Schuberts "Tod und das Mädchen". Ich wünsche mir, dass diese Geschichte den Hirschen von Kammermusik überzeugt.

Sonntag, 15. Juli 2007

Pimping

The Pimp-Tube

Hab ich nie erzählt: vor 27 Jahren saß ich nach einem halben süditalienischen Jahr etwas desorientiert und verstört in einem plötzlich über mich hereingebrochenen kalten österreichischen Winter. Die Wiener Kaffeehäuser waren so düster wie nie, für eine Uni-Inskription war's schon zu spät gewesen, aber die Sinnhaftigkeit der Studiums-Fortsetzung war ohnehin nicht greifbar, und so folgte ich gerne dem Ruf eines Freundes, vier Wochen lang mit seiner Band zu proben, ein zusammengewürfeltes Grüppchen nicht untalentierter Menschen. K. war ein absoluter Zappa-Fan, seine Kompositionen ähnelten in vieler Hinsicht jenen seines Idols (er hatte auch eine Zeit lang mit Zappa in Kalifornien gearbeitet, seine Videos geschnitten). Die Kompliziertheit der musikalischen Seite der Songs wurde durch sehr schräg-holprige Texte konterkariert; ich erinnere mich noch an ein vertracktes Stück im 7/8-Takt, das für mich auf der Violine extrem schwierig zu spielen war, K. hatte überhaupt kein Gefühl für die Machbarkeit auf diesem Instrument. Aber seine Gitarrensoli waren immer brillant.

Dienstag, 3. Juli 2007

SM Essen

Die kläffende Kindersendung auf OE1, "Radiohund Rudi", bedarf immer einer gewissen Überwindung beim Zuhören, weil das wuff wuff und diese seltsam altkluge Sprache so eine Erwachsenenvorstellung von kinderadäquat sind - scheint mir zumindest. Aber das heutige Thema wär auch eins für die vielen Verlorenen im Netz gewesen: smsen vulgo es em essen, und zwar mit Unbekannten, auf der Pirsch sozusagen. Irgendwelche Nummern anschreiben und auf Reaktion warten. Mit einer Unbekannten flirten. "Aber Rudi, die weiß doch nicht, dass du ein Hund bist!" - Umgekehrt: weiß der Hund, wer da am anderen Ende der Leitung ist?

Ja ja, schon die Kinder sind konfrontiert mit den fakes, die ihnen später noch so manches Herz schwer machen werden!

Mittwoch, 9. Mai 2007

Temperierte Stimmung

In meiner Wirtshaus-Arbeitsversunkenheit drangen plötzlich einzelne Wörter zu mir durch:
Temperierte Stimmung - gute Temperatur ist gute Stimmung - fehlende Balance führt zu Verstiegenheit oder Tod - Gottesbezug - in der Zwölfgliedrigkeit der Stimmung liegt der Sinngehalt des Kosmos ...

Stefan Mickisch sprach, ich hätt gern den ganzen Text.

Montag, 30. April 2007

Bacharach!

Rigmor Gustafsson interpretiert Burt Bacharach mit schwungvoller Leichtfüßigkeit.

What do you get when you fall in love ...? [Nicht IHRE Version, aber auch ganz nett]

Die Aufzählung ist nicht motivierend, andererseits:

What do you NOT get when you DON'T fall in love?

Mittwoch, 18. April 2007

The Sad Machinery of Spring

Der Frühling hat auch traurige Tage.

Ganz wunderschön besungen von Tin Hat, soeben auf OE1 auch im Webradio zu hören.

Mittwoch, 15. November 2006

não Brasil, doch Bossa Nova kann man immer singen

A Felicidade

Tristeza não tem fim, felicidade sim
A felicidade é como a pluma, que o vento vai levando pelo ar
Voa tão leve, mais tem a vida breve
Precisa que haja vento sem parar

A felicidade do pobre parece
A grande ilusão do Carnaval
A gente trabalha o ano inteiro
Por um momento de sonho, prá fazer a fantasia
de rei ou de pirata ou jardineira
e tudo se acabar na quarta feira

Tristeza não tem fin, felicidade sim
A felicidade é como a gota
de orvalho numa petala de flôr
Brilha tranquila depois de leve oscila
e cai como uma lágrima de amor

A minha felicidade está sonhando
nos olhos da minha namorada
É como esta noite passando, passando
em busca da madrugada
Falem baixo por favor
pra que ela acorde alegre como o dia
ofrecendo beijos de amor




Vinicius de Moraes, Antonio Carlos Jobim, Tom Jobim
Aber eigentlich mag ich Insensatez noch lieber.

Sonntag, 29. Oktober 2006

Deutsch-Verzeichnis 759

Musikverein. Philharmoniker. Harnoncourt. Schubert. Unvollendete.

Sie klatschen schon wieder, ehe der letzte Ton verhallt ist. Haben sie nicht g e h ö r t??


Zuvor: Der Gesang der Geister über den Wassern. Mit den tiefen Streichern. Warum nur habe ich ein so hohes Instrument wie die Geige gelernt? Die mag ich doch gar nicht. Diese Höhe. Ich mag den tiefen Klang. Mindestens Bratsche. Aber vor allem Cello, das mir das schönste Fraueninstrument erscheint, außer der Stimme. Weil es zwischen den Beinen liegt und so der Klang noch direkter verbunden ist. Denn das habe ich beim Singen gelernt: mit geschlossenem Beckenboden klingt nichts.

Mir fällt eine Cellistin von damals, während meiner kurzen Zeit beim AOV ein, sie war an ihrem Instrument wie aus einem Guß.

Weil der Schubert auf OE1 zu hören war, ein Programmhinweis: Ilse Aichinger heute abend.

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