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glück

Mittwoch, 9. September 2009

Um Mitternacht

Zur Mitternacht kreuzen sich zwei Geburtstage, jener der Künstlerin und der des Geliebten. Zehn Jahre liegen zwischen den beiden, doch wenn ich die (wenngleich etwas verlangsamte) Vitalität der Malerin sehe, so ist mir um meinen Hirschen nicht bang. Sein unaufhörliches Tun, sein Nicht-Nachlassen, der stete Drang, Neues zu erkunden, sich auf Neues auch einzulassen, und die Achtsamkeit, die er sich selbst, seinem Geist und seinem Körper zukommen lässt, mach ihn mir zum Beispiel für meine künftigen Jahre. Ich kann mich glücklich schätzen, dass es viele gemeinsame sein werden.

green-away


Blick vom Hochtannberg


midnight

Montag, 17. August 2009

Abend ruht

Der Abend ruhte. Eine vollkommene Stille lag über dem Garten, Bäume und Sträucher blieben unbewegt. Als hätte der Tag alle Luft eingeatmet und hielte sie nun an. Ein kühler Hauch aber fiel ohne sichtbare Bewegung den Berg herunter und mischte sich mit der Wärme der hölzernen Terrasse. Wir saßen still beieinander, tranken Armailhac 1999 und lächelten in den schnellen Fall der Sternschnuppen.

Morgen wird der Geliebte in die Sterne schauen, und am Donnerstag, bei Neumond, wieder. Ein vorgezogener Geburtstagswunsch, den er sich mit den alten Freunden erfüllt.

Sonntag, 16. August 2009

Sternderl schaun

Der Hohe Frauentag schenkt mir einen arbeitsfreien Samstag. Zwei Tage im Sommerhaus.

Huette

Die Landbevölkerung lässt sich jene sieben Kräuter in der Kirche weihen, die die bösen Geister vertreiben, für gesundes Vieh und für eine gute Ernte sorgen sollen. Böse Geister haben den Geliebten heimgesucht, ich helfe ihm durch die Familienwirren. Wir spazieren zum See, in den Abendstunden ist er ganz ruhig, Libellen schwirren, Fische springen, langes Schwimmen in der untergehenden Sonne. Auf der Abendseite des Hauses, an der warmen Holzwand dann Wein trinken und zusehen, wie die Sterne sich mehren.

Mittwoch, 21. Januar 2009

Die Liebesbriefe

Dieses Mal sollten sie nicht mehr mitwandern, ich wollte nicht mehr erinnert werden an Schmerz, Lügen, Schwüre, Angst, endgültig trennen wollte ich mich von ihnen: den Liebesbriefen, die mir die erste große Liebe zwischen 1975 und 1976 geschrieben hat.

Einen nur, in einen lese ich rein, dann kommen sie zum Altpapier, dachte ich, und ich las Meine wunderbarste Frau, Mein geliebtes Engerle, seitenweise Liebesbekundungen, und am Schluss immer dein dich liebender Mann, dieses Mann und Frau sein war uns damals wichtig gewesen, für immer wollten wir's sein. 1990 ist er gestorben, an einer Überdosis, unsere gemeinsamen vier Jahre waren von seiner Sucht gezeichnet gewesen.

Aber im Lesen dieses einen Briefes erinnerte ich mich nur an das erste Entflammen, Brennen, das verzehrende Lieben. Und ich nahm die Briefe und bettete sie sorgsam in eine größere, schönere Schachtel. Sie bleiben bei mir.

Dienstag, 23. Dezember 2008

Dreiundzwanzig: was wahr ist

Sie standen da, überraschend, zwei der Liebsten, trafen mich an inmitten des letzen wirklichen Weichnachtseinkaufs-Tages, und so blieb kaum Raum, eine Umarmung nur, sie aber wog wie 99 andere.

Ich sah ein vom Friedhofsgang gezeichnetes Gesicht, schön gerade auch in seiner Trauer, und sah viel mehr. Was immer geschrieben ward und wird, nichts erfasst, was Aug in Aug und Haut an Haut vermag. Einzig darin ist Wahrheit.

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Und stürb ich jetzt ...

... ich ging' in Frieden.

Wie leicht scheint ein Abhandenkommen, wenn ein solches Programm aus dem kleinen Radioapparat ins von langem Tage klamm gewordene Auto strömt, während goldschwer die Mondsichel gen Süden hängt.

Sonntag, 30. November 2008

tochtermuttertochter

Ich sehe die Handlungen meiner Tochter und wünsche mir, ich wäre ihre Tochter.

Sonntag, 9. November 2008

Dein ist, was du geliebt

Niemals liebte ich dich
mehr
da Mahler uns umhüllte
dein Arm mich fester an dich zog
als müsstest du mich in dich binden
und meine Schläfe in die deine fiel.

So liebte ich dich niemals mehr
ein Dutzend Male wohl und wieder
so lang wir Taucher sind
in Klänge Strom.


(Und uns gesungen:
O glaube, mein Herz! O glaube:
Es geht dir nichts verloren!
Dein ist, ja Dein, was du gesehnt,
Dein, was du geliebt, was du gestritten!
)


Wien, in den letzten Oktober- und ersten Novembertagen:
Staatskapelle Berlin, Pierre Boulez, Daniel Barenboim, Mahler Symphonien 1-5.
Der Geliebte kann sich alle Tage nehmen, ich folge erst am Wochenende. Die Zweite mit Boulez ist ein überwältigendes Erlebnis aus Schönheit, Klarheit und Trost; Barenboim am nächsten Tag mit der Fünften zelebriert mir zu viel Gefühlsshow, ein wenig Ermüdung ist im Orchester zu hören, nur zu verständlich. Aber immer wieder nahe am Atemstillstand erlebt: Pianissimi, die erfahrbar machen, wieviel Klang in der Stille liegt.
Die Rückert-Lieder sind mir seit meiner Jugend herznah, ich hätte wohl eine Frauenstimme lieber gehört als Thomas Quasthoff, der mir zu scharf erschien - jedoch: Ich bin der Welt abhanden gekommen ist und bleibt mein Zufluchtstext. Unfassbar, was Mahler (auch aus schlichteren Sätzen etwa aus Des Knaben Wunderhorn) mit seiner musikalischen Umformung zu schaffen vermag!

Ich bin der Welt abhanden gekommen,
Mit der ich sonst viele Zeit verdorben,
Sie hat so lange nichts von mir vernommen,
Sie mag wohl glauben, ich sei gestorben!

Es ist mir auch gar nichts daran gelegen,
Ob sie mich für gestorben hält,
Ich kann auch gar nichts sagen dagegen,
Denn wirklich bin ich gestorben der Welt.

Ich bin gestorben dem Weltgetümmel,
Und ruh' in einem stillen Gebiet!
Ich leb' allein in meinem Himmel,
In meinem Lieben, in meinem Lied!

Sonntag, 22. Juni 2008

Höhenfeuer

Stete Glut
entfacht nur vom Geruch der Nähe.
Der Kamm des Zahmen Kaisers
gesäumt von Höhenfeuern, fünfundfünzig an der Zahl.
Irrlichterndes Glühwürmchen unter Holunderduft.
Obertöne im Bachrauschen,
die in singenden Ohren zu Glockenklang werden.
Sechsunddreissig ausschließliche Stunden:
unermesslicher Reichtum, der alles Abgehetzte und Spärliche des Stundenweisen vergessen macht.

geburtstagsstrauss
[Geburtstagsstraußdetail]

Mittwoch, 30. April 2008

Jede gemeinsame Nacht.

Jede gemeinsame Nacht ist ein Wunder.

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steppenhund - 2009-11-17 14:29
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ConAlma - 2009-11-16 23:09

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