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Der Tao-Hirsch

Der Wanderer kam aus einer anderen Zeit.
Er nahm mich unter den Mantel seiner Geschichten,
dort hocke ich seither und lausche.
Im Gemurmel von Gewesenem, das ins Seiende ging, bin ich geborgen.

Allabendlich aber blitzen seine Augen.
Dann wandelt er sich zum Tao-Hirschen und springt mit mir über die Gräben der Angst.
steppenhund - 2007-01-17 18:45

merkwürdig. Das klingt so, als fehlte statt dem (c) ein [ ].

ConAlma - 2007-01-17 19:35

Ich sollte wirklich anfangen, (c)s zu machen. Und [] gibt es nur, wenn der/die Muse auch Mitleser ist. Was aber im Falle einer Computerlosigkeit nicht gegeben ist.
(Oder hab ich den Satz jetzt gar nicht verstanden?)
steppenhund - 2007-01-17 20:29

Das Missverständnis lag auf meiner Seite, das ist aber jetzt geklärt.
walhalladada - 2007-01-17 19:59

Vorsicht Wildwechsel!

Aber warum 'ging' und nicht 'geht...'?

ConAlma - 2007-01-17 20:23

Das ging musste ich erst suchen - aber es passt, da geht es um etwas - oder jemanden - relativ Abgeschlossenen. Wo schon so viel gegangen ist.
walhalladada - 2007-01-17 20:27

danke!
404 - 2007-01-17 22:05

Was ist ein Tao-Hirsch?

herold - 2007-01-17 22:07

hirsch heißt der wanderer.

(der war aber aufgelegt)
ConAlma - 2007-01-17 22:23

@404: Das steht in 20 Jahren im wissenschaftlichen Apparat zur Gesamtedition meiner Miniaturen. Mit ausreichend Tao springt der Hirsch auch dann noch.
404 - 2007-01-18 10:26

Ich kenne nur TAO TE KING

4. Vom Wesen des Tao

Das Tao ist leer
sein Gebrauch
unerschöpflich
in seiner Tiefe
der Ursprung aller Dinge
Es bricht die Schärfe
löst die Verwirrung
mindert den Glanz
findet den Grund
Still verschwiegen, tief verborgen
weiß ich nicht, woher es kommt
Es ist der Ursprung des Himmels
katiza - 2007-01-18 11:59

Aus dem Tao Te King

Ich ehr die Urahnen, unsre albernen Vorfahren.
Auf dem dunklen, dem einfaltgroßen Grund ihrer Unwissenheit
glühte das Kleinlicht ihrer Weisheit beglückend auf -
von Scheingrössen unverblendet, fühlten sie
umso grösser und tiefer
das heilige Geheimnis.
Wie soll ich sie beschreiben?
Achtsam, wie das Wild des Winters über vereisten Strom setzt -
voll Spannkraft, wie der Hirsch, der im Kampfe steht -
teils kühl, wie der Fremdling,
und wieder hingebend, als wie schmelzendes Eis.
Ungehobelt rauh, als wie Hainbuchen, und wieder
hold wie das sonnvergoldete fruchtbare Tal ---
aber eben unbeschreiblich, unergründlich, wie
seines Stromes geheimnistiefe Gewässer.
Wer von uns Heutigen schimmert wie sie so heiterlicht in die Finsternis der Welt?
Wer löset wie sie in solch treutiefer Geduld das Wirrnis des Todes?
Sie lebten aus, webten aus T A O, so fühlten sie frei in aller Notwendigkeit,
führten sie froh ihr Leben im Kreis des irdischen Jahres.

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