miniaturen
diese lauen nächte
atmen mir
einen sommer zurück
der mir nicht war

ConAlma - 2008-09-05 22:48
Es stand
nie
außer Zweifel,
dass du alt seist
und ich
noch nicht.
Warum wiegen
plötzlich
die Jahre?
ConAlma - 2008-08-28 06:18
Hand in Hand schreiten sie entlang des Ufers. „Brüderchen, komm tanz mit mir“ sagen die Blicke des Mädchens. Beider Augen lachen, ausgelassen laufen und springen sie. Den Tanz aber, den taumelnde Tanz lassen sie den Träumen.
Die Hollies kann ich mir da nicht verkneifen
ConAlma - 2007-05-22 11:49
Die Blicke treffen sich in den Blüten
Die Zeit ist außer Kraft gesetzt
An den Flussufern ist das Strömen nicht aufzuhalten
Ein Sein ohne Fragen und Antworten
ConAlma - 2007-05-18 08:11
mein leib so weich
den ich füllt' mit den schätzen der tische,
mit lämmern und tauben
und enten, mit krebsen und fischen.
mit lust verzehrt' ich
die früchte von äckern und gärten.
die lenden genährt
und die schenkel: genuss dem gefährten.
mein leib so weich
wie noch nie.
ConAlma - 2007-04-12 16:15
Wild sind wir, die wir an diesem Leben hängen,
Als könne uns kein anderes sein.
Er nicht, der Tod, der dir seine Hand
So schwer und dunkel in den Nacken legt,
Als wolle er dem Ungestüm der späten Jahre
Erzählen, dass es sich verlief.
[Heute, beim Anhören von Schuberts Streichquartett Nr.14 in d-moll "Der Tod und das Mädchen". Meinem Vater]
ConAlma - 2007-04-04 20:59
In der sehnenden Umarmung wird der Eine zu zweien: aus der Hülle des alten Körpers tritt der Jüngling. Ihn aufnehmend kehrt mir meine eigene Jugend zurück.
ConAlma - 2007-02-26 09:40
Ein zarter Geigenton zog durch den Raum
von einem fernen Instrument gewoben
er schwebte seiden, ich vernahm ihn kaum
und spannte doch von dort nach da den Bogen
ConAlma - 2007-01-28 10:23
Der Hirsch klopfte frühmorgens an meine Pforte, begehrte drängend Einlass.
Legte sich hierauf friedlich ins Zentrum des Lebens und hielt stille Zwiesprache mit mir.
ConAlma - 2007-01-21 13:44
Der Wanderer kam aus einer anderen Zeit.
Er nahm mich unter den Mantel seiner Geschichten,
dort hocke ich seither und lausche.
Im Gemurmel von Gewesenem, das ins Seiende ging, bin ich geborgen.
Allabendlich aber blitzen seine Augen.
Dann wandelt er sich zum Tao-Hirschen und springt mit mir über die Gräben der Angst.
ConAlma - 2007-01-17 18:31