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so ist das leben

Donnerstag, 13. August 2009

Warum erzählen wir einander dies alles

Warum erzählen wir einander dies alles, hier, von nächtlichen Autofahrten und Wetterleuchten, von Bergen und vom Meer, von Brüchen und Veränderungen, von Träumen, und dass ich mir seit Tagen zuflüstere Ich will mein Leben zurück, all dieses Geschichten erzählen, dieses Schreiben? Hunger und Nahrung.

Looking for words to say + part 2

Mittwoch, 12. August 2009

The Bosom of A.

May the years come ...!

bosom



bosom rock



Lieblingsshirt von weiberwirtschaft

Freitag, 27. März 2009

Alltagsborsten

Undercover ins Restaurant.

- Treten wir als verliebtes Paar auf?
- Sind wir das denn nicht ?
- *Lächelnd* Verliebte mit Alltagsborsten!


Tatsächlich sagte er: Dann streng dich mal an!
Alltagsborsten eben.

Und wir saßen da als ein ganz normales Paar, das im Streicheln von Urlaubsträumen die Borsten daheim gelassen hat.

Sonntag, 22. März 2009

Mimi arbeitet an Charlies Tod

Mimi ruft an. Stell dir vor, sagt sie, Charlie ist zu seiner jüngeren Freundin gezogen! Und er hat den Kühlschrank leer geräumt. Ich habe nichts zu essen. Es ist Samstag, Mimi weiß, dass sie am Sonntag auf den Friedhof zu Charlies Grab gehen wird. Sag, und hast du aus dem Tresor die runde Kassette mit den 82 € mitgenommen? Sie ist nicht da! Ich hab da eine große alte Vase, sollte Charlie es wagen heim zu kommen, hau ich sie ihm über den Schädel, und es ist mir egal, wenn er dann tot ist!

Der Geliebte, dem der Anruf galt, ist verzweifelt, kommt mit seiner Vernunfthaltung nicht gegen Mimis Geschichten an. Sie arbeitet ja an Charlies Tod! sage ich, und alte Ängste arbeiten offenbar in ihr. Aber Charlie, sein bester Freund, habe nie eine Freundin gehabt, erwidert der Geliebte, wenn er auswärts war, habe er die Abende nur vorm Fernseher verbracht. Wie lange schafft Mimi noch das Leben allein?

Sonntag, 15. März 2009

Ortlosigkeit

... Aber sicher ist die Krise aus jener Welt der Vernetzungen, der unüberschaubaren Systeme und der Ortlosigkeit entstanden, die durch die Kommunikationstechnologie so sehr in unsere Lebenswelt eingreift.*

Meine Ortlosigkeit ist überschaubar, einmal über den Hof oder die kleine Steigung hügelauf, um zu einem meiner drei Schlafplätze zu gelangen. Und doch: kein Zimmer mehr mein eigen nennen zu können, je nach Bedarf und Möglichkeit einmal in der Kinder/Arbeitswohnung, einmal im Büro gegenüber oder aber beim Geliebten zu nächtigen, das beginnt selbst in mir, die ich doch die Sesshaftigkeit immer scheute, als latente Unruhe zu nagen. Und so ist es manchmal, ja manchmal gerade der Sitzplatz im Zug, der mir Geborgenheit vermittelt.

zugblick

Aus dieser Ortlosigkeit wird immer öfter auch Wortlosigkeit.

*Daniel Kehlmann im Interview da

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Gemeinsam atmen

Der Mann trägt einen Rucksack, aus dem ein transparenter Schlauch führt. Er mündet an der Nase der Frau, wo er, kaum sichtbar, zweigeteilt in die Nasenlöcher führt. Die beiden spazieren locker nebeneinander, scherzend, sie wendet sich immer wieder Auslagenscheiben, er nimmt auf ihr Tempo Rücksicht. Aus der Entfernung würde man nicht sehen, wie sie durch den Schlauch aneinander gehängt sind. Er trägt den Sauerstoff, den sie zum Atmen braucht. Auch ein gemeinsames Atmen.

Dienstag, 9. September 2008

Mimi und Charlie

Mimi und Charlie waren unzertrennlich. Er war der Charmeur, einer, der stets abenteuerlustig durchs Leben ging. Mimi war die Schöne, die Vornehme, die Kluge, die Intelligente, die immer die Zahlen im Griff hatte, für jene Struktur sorgte, vor deren Hintergrund sich ein reisefreudiges Leben entfalten konnte. Kinder hatten sie keine, mit den Jahren wurde das Leben ruhiger, aber die Wohnung war immer offen für Freunde, für große Abendessen. Dann saß Charlie eines Tages im Rollstuhl, ein Beinleiden. Er wurde still und nur an den Tagen, wo er sein so gewordenes Leben nicht mitansehen konnte, laut. Zwei Jahre lang kümmerte sich Mimi um ihn, auch wenn ihr eigener körperlicher Zustand zunehmend beschwerlich wurde, sie lebten zurückgezogen, belastet von der Unbeweglichkeit, auf eine ungewollte Art ineinander verstrickt.

Dann starb Charlie und mit ihm starb Mimis Orientierung. Weder die Treffen mit den alten Schulfreundinnen noch das Organisieren der täglichen Kleinigkeiten noch die stundenlangen Telefongespräche mit entfernten Freunden konnten ihr den geliebten Mann ersetzen. Keine Kinder, keine Verwandten, niemand, der nachsieht. Allein hinter vier Schlössern und Riegeln - als sie einmal stürzte und aus eigener Kraft nicht mehr hochkam, dauerte es zwei Tage, bis die Feuerwehr die Tür aufbrach, nachdem die zwei Mal pro Woche kommende Aufräumfrau Alarm geschlagen hatte.

Mit jedem Tag gleitet sie mehr in die Demenz. Charlie kommt nicht heim, weil er bei einer Freundin schläft, sagt sie, Besorgnis in der Stimme. Und zweifelnd nimmt sie das Sterbedatum auf dem Grabstein zur Kenntnis, der ihr vor nicht mal einem Jahr so viel Kopfzerbrechen bereitet hat. Der Hirsch hat sie zum Friedhof begleitet, er ist spontan zu Mimi gefahren, als die Telefongespräche sich immer beklemmender anhörten, Charlie war sein bester Freund gewesen. Selbst nur wenige Geburtstage von Mimis Alter entfernt, trifft ihn, den Alterlosen, diese Escheinung von Alter zutiefst. Und die Hilflosigkeit angesichts der störrischen Dame, die keine Hilfe zulässt, macht ihm, der gewohnt ist, Entscheidungen zu treffen, Dinge zu bewegen, besonders zu schaffen.

Ich rätsle über die seltsamen Wege, die der Geist eines Menschen in seinem Schmerz geht: den geliebten Mann lieber lebendig bei einer andern wissen als tot im Grab.

Samstag, 23. August 2008

Bereitschaftsutensilien

Früher in der Handtasche: Lippenstift und Kondome.

Heute stets dabei: Flaschenöffner und Dropstop.

Verlagerung der Begierden.

Dienstag, 15. Juli 2008

Book Now!

Überall in den Tube-Stationen hängen Plakate, die mir dies laut zurufen. Doch was ich gern buchen würde, ist entweder vergangen oder zukünftig. Die Gegenwart aber brauche ich ja nicht zu buchen, die ist.

Sonntag, 25. Mai 2008

Der Gartenwächter

Der Morgen war schattig und mild. Still. Vogelgezwitscher. Gibt es keine Vögel mehr? sagte die Mutter unlängst, ich höre kaum mehr welche. - Doch, sie sind alle da. Jeden Morgen um spätestens halb sechs werde ich von ihnen geweckt. - Dann muss ich mir wohl endgültig ein Hörgerät besorgen.

Zu Mittag hat sich Wind erhoben, ein warmer Südwind. Bei geschlossenen Augen fühlt es sich an wie Sommer.

Dieser hier steht Sommer wie Frühling wie Winter mit gleichem in sich gekehrtem Blick da:

gartenzwerg-001

Künstlerentwurf, limitierte Auflage. Höhe ca 54 cm. Gewicht: Beton. Preis: auf Anfrage.

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katiza - 2009-11-18 12:39
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dfw - 2009-11-18 07:26
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Die stehen ihr gut. Unglaublich, wie die Zeit vergeht!
steppenhund - 2009-11-17 14:29
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Ja das ist sie ... mit neuen Stirnfransen. Und die...
ConAlma - 2009-11-16 23:09

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Zuletzt aktualisiert: 2009-11-22 14:21

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