privat

Mittwoch, 17. August 2011

Das Liebevolle im Chaos

"Sehen Sie das Liebevolle im Chaos und schon stellt sich Ihre Beziehung in neuem Licht dar."

Ein solcher Satz trifft wohl jeden, dass wir ihn in einem Zeitungshoroskop gefunden haben, wo er gerade aktuell so trefflich passt, nimmt ihm nichts von seiner Gültigkeit.

Einer, der sich an Ritualen auch in kleinsten täglichen Handgriffen und an Mythen bei den großen Themen festhält, dem muss das tatsächliche Leben wahrlich als Chaos erscheinen, in dem er eben das Liebevolle zu sehen nicht mehr imstande ist, umso mehr es wohl auch immer wieder verschleiert war von einem bestimmten Wollen. Wie doch eine Fahrt durchs Lesachtal den Druck des eigenen Wollens nehmen kann und nur mehr das Liebevolle bleiben lässt. Ob es gesehen wird, ist nicht mehr meine Sache.

Sonntag, 14. August 2011

last morning

Am Abschiedsmorgen zog ein zarter Nebel durch das Tal.
Der Tag flog heiter übers Land. Wir schwiegen.
Und jedes Wort danach wird anders sein.

morgennebel

Freitag, 12. August 2011

ferial 2

... und diesmal aktuell. Den dritten Tag schon nur Gemüse, Wasser und Kräutertee. Die Sonne scheint, der Mann ist friedlich und wandert grad mit einem Lama durch die Vollmondnacht. Nur ich, ich musst mir Arbeit mitnehmen, damit auch im kalten Herbst das Überleben gesichert ist. Über Wein schreiben und keinen trinken dürfen (das Basenfasten hab ich mir aber selbst eingebrockt) ist schon ein zwiegespaltenes Erlebnis.

augustabend

Montag, 8. August 2011

ferial

weinsundown

Montag, 27. Juni 2011

bein-pein und seelen-schlüssel

So sehr er schmerzt, dieser absolut unnötige Schlüsselbeinbruch, und mich zwingt, eine Menge an attraktiven, wundervollen Terminen abzusagen - er zwingt mich aber auch, endlich innezuhalten, zu verlangsamen, den fast manischen drang zur bewegung zu unterbrechen. bein-pein und doch ein schlüssel, die seele mal im haus zu halten.

Freitag, 29. April 2011

Vom Glück, Tochter zu sein

Großes Fest für den Vater. Dr. hc., der erste, der je an der Musikuniversität vergeben wird, er bekommt ihn. Ja, gebührt ihm, nach allem, was in diesen Stunden zu erfahren ist über einen Mann, der mein Vater ist und von dessen Leben draußen, in seinem mit solcher Leidenschaft verfolgten Beruf, der zur nie endenden Berufung wird, ich im Grunde nur wenig wusste. In ausführlichen, leidenschaftlichen Reden, die der Leidenschaftlichkeit dieses Mannes entsprechen, wird ein Bild von ihm ausgebreitet, und was ich erfahre an Neuem, oder was mir an Verschüttetem in Erinnerung gerufen wird, es erfüllt mit mit Respekt und Stolz.
Viele sind da, mehr als erwartet, der große Saal wird zu klein, und manche sind da, die ich seit meiner Kindheit weiß. Nicht kenne, nicht er-kenne, eine verschwommene Erinnerung vielleicht, oder vielmehr ein Gefühl. Mitglieder einer Singgemeinschaft, für die der Vater viel geschrieben hat; es war damals eine Bindung, die über das Berufliche hinausging. Menschen, die sich daran erinnern, wie ich, kleines Mädchen damals, die Stufen zum Souterrainlokal hinunterstieg in Strumpfhosen und Kleidchen, zur Weihnachtsfeier; ich kann mich wohl an den Raum erinnern, ans Dortsein, und an die Auftritte später, bei denen meine Geschwister und ich mit all den anderen Kindern der Chormitglieder teilnehmen durften, in Dirndl und Lederhose, mit der Blockflöte oder was immer uns an musikalischem Ausdruck möglich war. Treue Menschen, stelle ich fest, mit aufrichtiger Freude darüber, dass es uns gibt, dass wir da sind, und vor allem dass er, der Liedschreiber und Motivator, immer noch lebt, und dass er geehrt wird, wie es ihm zusteht.
Einige sind da von seinen Wegbegleitern, viele aber leben nicht mehr, doch ihre Namen fallen, es sind Namen, die ich aus meiner frühen Kindheit gut kenne, ich habe Bilder vor Augen, Wohnungen, in denen wir zugegen waren, damals war offenbar noch Zeit und Möglichkeit, die Familie mit dabei zu haben. Es sind viele Fans da, geradezu Groupies, Damen in bestem fülligen Alter, die seine Radiosendungen liebten, und, weil sie im Getümmel nach der Zeremonie nicht an ihn herankommen, sich an uns Kinder halten, uns mit jenen Komplimenten überschütten, die eigentlich ihm gebührten.
Es sind die früheren AssistentInnen da, Menschen, die mir während meines Studiums vertraut waren, als ich hin und wieder im Institut des Vaters kleine Arbeiten verrichtete, mit einer Freude, die auch daraus kam, dass ich mich der gefühlten Verpflichtung, in seine Fußstapfen zu treten, entzogen hatte, in eine andere Richtung ging, und deshalb mit Neugier und Eifer etwa an einem speziellen Liedanfangsverzeichnis arbeiten konnte - an Verständnis für die Materie fehlte es mir ja nicht. Alle früheren Mitarbeiter sind einen erfolgreichen Weg gegangen, haben nun selbst einen Namen, und wie ich in einer der beiden Laudationes höre, ist dies der intensiven, dem jeweiligen Menschen zugewandten Arbeit meines Vaters zu verdanken: seine Begeisterung war ansteckend, mitreißend, er förderte diese jungen Leute mit ungeheurer Energie über das normale Maß hinaus. Das war sicher nicht immer konfliktfrei, aber offenbar eine der wesentlichen Eigenschaften, die den Vater zum bestmöglichen Lehrer machte. Ich höre von der Bedeutung, die seine berufliche Wegwahl hatte und noch hat; was seine Entscheidung, nicht Komponist zu werden, sondern die musikalische Forschung auf dem Gebiet der Volksmusik zu seinem Anliegen zu machen, ausgelöst und bewirkt hat. Kaum etwas davon war mir je, in dieser Tragweite, bewusst gewesen, so an mich heran gekommen: die Familie befand sich außerhalb dieses beruflichen Lebens, das die Musikakademie als Zentrum hatte. Als ich zu studieren begann, hatte der Vater bereits einen Namen, wurde im Radio gehört und im Fernsehen gesehen, ich nahm seinen Status als selbstverständlich, amüsierte mich sogar in seiner Begleitung über einen Teilaspekt des Bildes, das er nach außen vermittelte, dass mir etwa mein Tochtersein erst nach nachdrücklicher Bestätigung abgenommen wurde, war er doch ein stets von Frauen umgebener Mann gewesen.
Ich sitze mit meinen Geschwistern inmitten der dankbaren, begeisterten, sehr persönlich ergebenen Gästeschar und freue mich für meinen Vater. Ich bin stolz auf ihn, auf das, was als seine Leistung, die einem unbeirrbaren Glauben an etwas erwuchs, da vor uns bildhaft gemacht wird. Und dass so wenig Berührung mit all dem in meinem eigenen Leben war und ist, dass die Intensität, mit der er seinen Schülern den Weg wies, nicht für uns Kinder reichte, dass er ein Leben für sich hatte, das vor der Familie fast verborgen blieb: es ist vielleicht nicht anders möglich gewesen. Da wir im Publikum sitzen, kommen wir auch in seiner Dankesrede vor, in einem Satz, immerhin: dass er im Privaten sehr unverträglich gewesen sei, aber aus den Kindern dennoch etwas geworden sei. Selbst diese kleine Aufmerksamkeit rührt, ich kann es auch in den Gesichtern der Geschwister erkennen, und genügt.

Vater-am-Klavier

Es wird Musik gespielt, doch nicht die erwartbare Volksmusik, sondern Eigenkompositionen, frühe Werke, die er während seines Kompositionsstudiums geschrieben hat, und späte Lieder, manche aus den letzten Wochen. Eine Musik, die auch objektiv gut ist - ich aber liebe sie, weil sie mir vertraut ist; als ich noch klein war und er noch nicht so erfolgreich und Zeit hatte und daheim war, da saß er viel am Klavier und improvisierte, das klang sehr ähnlich. Ein Violinstück war 1952 uraufgeführt worden, der Violinist war Friedrich Cerha, sein Studienkollege, gewesen.
Als wir, die Geschwister und ein erschöpfter, vielleicht glücklicher Vater, dann noch bei einer Flasche Wein sitzen, ist alles gut: er hat ein großartiges Leben gelebt und kämpft mit enormem Willen um jeden Tag mehr, kann von seiner Arbeit nicht lassen, die sein Leben ist, 88 Jahre reichen ihm bei weitem nicht. Und auch uns nicht: die Vorstellung, er könne plötzlich nicht mehr sein, ist kaum denkbar. Ich weiß, wie viel von meiner Identität ich aus diesem meinem Vater ziehe, und bin dankbar dafür. Es fühlt sich gut an, seine Tochter zu sein.

Genau heute ist sein 88. Geburtstag.

Sonntag, 24. April 2011

Scheinflug

scheinflug



Flickerlteppichfamilienosterbrunch im Garten des Kindsvaters. Meine Mutter macht der neuen Frau Komplimente: dass es früher nie so ordentlich und besonders gewesen sei im Garten. Ich sitz direkt daneben und denk mir "paasst". Ich hab ja hier nicht mehr gewohnt. Und hätte vor lauter Eigenleben sein Künstlerleben nicht so mittragen können. Aber zu Gast sein hat was Beflügelndes!

Samstag, 9. April 2011

M.I.L.F.

Gibt es eine Altersobergrenze für dieses Symptom? Ich mein auf Seiten der Anwärter auf Mutterfreuden ;)
In den letzten Tagen häufen sich Kuss/Umarmungs/Eindringungs-Anträge signifikant, es fällt mir schwer, höflich-freundlich in der Ablehnung zu bleiben, nicht ein "ned scho wieda" entschlüpfen zu lassen. Und ich find mich auf einmal tatsächlich in der Rolle, über diese forty-somethings zu denken: "Buben, was macht's denn da!"

Montag, 17. Januar 2011

Beziehungs-Dialektik

"Felsenfest mit beiden Beinen in den Wolken" © Roman David-Freihsl - ja so steht er da, und erst langes, durchaus auch schmerzliches, wider alle Brüche vollzogenes Durchforsten so unterschiedlich gelagerter Beweggründe brachte zutage, dass die "Versteinerung" nicht so festgeschrieben ist wie angenommen. Auf seiner Seite der mythische Überbau, auf der meinen die (alltägliche) Praxisarbeit, mit dieser Festlegung sind weitere Balanceschritte auf dem Drahtseil gangbar gemacht.

Wie gut, dass es den passenden Wein für jede Lage gibt:

amour-fou

Samstag, 1. Januar 2011

Ich brauche dich nicht mehr.

Es gibt schönere Formulierungen. Und auch wenn davor ein "Tut mir leid" steht und danach ein "Danke für alles. Mach es gut" wird der Satz nicht weicher. Schon gar nicht per sms. Und so beginnt das Neue Jahr ganz anders, als es geendet hat. Aber es ist immer Gutes im "Schlechten" verborgen: und vielleicht mag diese Entscheidung zur Gesundung beitragen.


the end

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benjamins-enzian

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Wow, ich mag das Licht...
Wow, ich mag das Licht und die Anzüge! Vokalmusik...
karrri - 2014-06-24 12:18
einfach nur schön...
einfach nur schön finden geht auch
uferlos - 2011-10-08 00:28
lasst mir noch ein bissl...
lasst mir noch ein bissl zeit. vielleicht gibt es ein...
ConAlma - 2011-10-07 11:40
Was gab's denn so wichtiges...
Was gab's denn so wichtiges anderswo?
rinpotsche - 2011-10-07 00:37
!
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books and more - 2011-10-07 00:30
sang und klanglos :-(
sang und klanglos :-(
profiler1 - 2011-10-06 21:55
Erwischt... und Sie fehlen...
Erwischt... und Sie fehlen...
katiza - 2011-10-06 10:34
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ConAlma - 2011-10-05 23:45

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