geschichten von gestern

Donnerstag, 1. Mai 2008

Primo Maggio

In Salzburg fuhren die Busse.

Regen und kühle Luft sind für ein paar Abendsonnenblicke gewichen. Das Paar ohne Bleibe sitzt auf der Steinumrandung des struppigen Gebüsches. Auch gestern saßen sie da, Schulter an Schulter und doch voneinander abgewandt, der Mann und die Frau. Der Wein ist ein anderer geworden, statt bordeauxroten Tetrapacks heimischer Provenienz (zumindest der Aufschrift nach) leuchtet schon von weit eine sonnig-gelbe Emballage mit bunter Schrift - Pineapple? Orange? Nein, einfach nur das spanische Pendant aus dem ebenso untersten Alkoholfach.

Und von weit schon schallt scharf entgegen
"Wäu i ka Ontwuat kriag fo dia!
Wäu'st a Drecksau bist!
Wäu'st wos im Schüd fiast ..."
*
aber da bin ich schon vorbei, mir fällt der Montagmittag ein, da hatte sie alleine dagesessen, friedlich und entspannt die Gesichtszüge, ja fast freundlich, als müsse da eine nur kurz innehalten im Stadtspaziergang.

Erster Mai vor 28 Jahren, ein erzwungener Stadtspaziergang, mit dem Gepäck für ein halbes Jahr von einem als Frauenzentrum dienenden alten Palazzo nahe der Piazza Navona bis hinauf zum Bahnhof, auf dem Weg zu einem Studienunterbrechungsjob auf unbekanntem Terrain:

In Rom fuhren keine Busse.

* Dank des Schriftverkehrs mit der Tochter bin ich immer geübter in der Dialekt-Transkription. Keine Gefahr von Entfremdung also, lieber Dr. Schein!

Freitag, 18. April 2008

Fasanenmorgen

Nach über 400 Kilometern und 182 Weinen erwache ich von einem merkwürdigen Krächzen/Krähen: ein Fasan und seinen Hennen spazieren durch den Morgentau eines sich in aufbrechender Blüte befindlichen Gartens, dahinter fließt dunkle und still der Kamp.

Nach Jahresfrist war es mir wieder vergönnt, durch eine seit Kindheit vertraute Landschaft zu fahren; endlose Kirschbaumalleen in voller Blüte, Ebene und sanfte Hügel wechseln einander ab, im nordöstlichsten Eck ist kein Empfang mehr für OE1, dafür gibt's slowakische Popmusik. Rebhühner spazieren auf der Straße, die Felder sind bevölkert von Hasen, Rehen, Fasanen. Aber nicht überall ist Idylle: der Neubau der B7 schneidet sich mit meterhohen Erdanhäufungen durch die erwachende Landschaft, LKW stößt an LKW auf dem verbleibenden Rest der Fahrspur Richtung Norden, immer wieder liegen zerquetschte Hasenfelle auf dem Mittelstreifen.

Aber das alles sind Geschichten von gestern, am Gaumen liegt noch die Erinnerung an Rote und Frührote Veltliner, Grüne sowieso, Weißburgunder, Traminer, Zweigelt, sogar Syrah, das ganze Sortenspektrum des Weinviertels bis hinunter zum Kamp.

Frau Alma wird heute noch dem Hirschen auf seinem Frühjahrsritual folgen, eine Woche in den französischen Bergen hoch droben, Sonne und Schnee, eine Woche weitab von allem.

Urlaub.

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Beiträge zu meiner real virtuality

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walhalladada - 2008-05-12 12:15

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