es wird ein wein sein

Mittwoch, 24. Juni 2009

Sinne, geschickt.

Was für eine Trouvaille, wohlschmeckend zudem!

sinne-geschickt


Gewürztramnier Kaefferkopf 2006, Domaine de la Sinne - Frédéric Geschickt. Demeter.

Montag, 18. Mai 2009

Zwerithaler

Ein alter Weingarten. Abbröckelnde Mauern, geduckte Weinstöcke, die dort versammelten Rebsorten sind nur zum Teil identifizierbar. Im Vergleich zur sonstigen Ordnung rundum, vor allem zu Füßen des Hanges, ist dies hier geradezu Wildwuchs. Der Wein daraus jedoch ist das vielversprechende Lagenprojekt eines weitsichtigen jungen Winzers.

Nichts als die Lagenbezeichnung ist auf dem Etikett, keine Rebsorte, das sind die Leute nicht gewohnt, schon gar nicht in der Wachau. Dabei ist es nicht irgendein Weingut, sonderns eins mit Tradition, folgerichtig unter den Traditionsweingütern zu finden.
Aus meiner kurzen Verkostungsnotiz zum Wein: Unfiltriert, Würze, saftig, Tiefe, rauchig, reiches Spektrum an Strukturen, lebendig, knackig, Mineralik. Ich hatte zunächst den Wein (als Fassprobe) verkostet, dann erst bin ich hinaufgefahren, von oben wieder hinunter geklettert in die Steillage. Ganz ruhig ist es dort, wie verwunschen.

treppe

Das saftige Grün, das mich umgab, wird im direkten Kontrast zu den Lagen in der Ebene, wo es unter den meisten Rebzeilen ungesund gelbbraun heraufleuchtet vor lauter Pestizideinsatz, gleich noch einmal so lebendig. Garten und Boden sind wie ein Museum, überall wächst die Hauswurz. Der erste Jahrgang dieses Weines ist gerade erst gefüllt, und doch freu ich mich schon auf den nächsten. Der noch ausgeprägter sein muss. Doch keiner der Weine ist für den schnellen Genuss gedacht. Sie müssen ihre Zeit haben - wie ja auch der Weingarten sie hatte.

Samstag, 2. Mai 2009

Der Süden beginnt in der Mitte.

fichi-di-wachau



Fichi e vino. Mitten in der Wachau.

Donnerstag, 30. April 2009

Verkostungskapelle

Kostbarer, nie so gehabter Ort für eine Verkostung:

verkostungskapelle

Alte Jahrgänge auf der aktuellen Liste, eine Katze auf meinen Knien und klassische Musik in der wunderbaren Akustik der Weingutskapelle.

Ab morgen wird das Donautal weinfrühlingshaft überlaufen sein, heute fand ich noch Ruhe und Friedlichkeit vor. Mitten im Wein sein. Ein Fein sein. Und beinander bleiben*.




Fein sein beinander bleiben war der Titel einer TV-Sendung, die mein Vater in den 70ern gemacht hatte, mit dem Tiroler Lied als Signation.

Mittwoch, 29. April 2009

Geländestufe

Der Morgen war regentrüb, kein Blick also. Ich bewegte mich sorgsam zwischen Schauern, das Land begann wie trunken zu duften, der dürstende Boden öffnete sich begierig. Über einen Hügelkamm fiel ich weiter südlich, statt Weinviertel nun Wagram, Lössstufe, Rebflächen bis zum Horizont. Eine kurze Berührung mit dem Kamptal, über den Großen Fluss, Kremstal. Traisental. Und immer mitten im Wein. Viel Vertrautes, Erinnerungen an Meines, an Vaters, an Lieben und Freuden. Den Abend lasse ich im fröhlichen Vintage-Menü ausklingen.

Sonntag, 5. April 2009

meus olhos verdes

Portugiesisch ist endlich zu lernen. Um besser verstehen zu können, was meine grünen Augen aus dem Douro erzählen. Auch wenn ihre Weine ausreichend deutliche Sprache sind.

Brasilianisch ist endlich zu lernen. Um Bossa und Samba auch inhaltlich und nicht nur hüftenwiegend folgen zu können. So wie bei Hotel Bossa Nova gestern.

Dienstag, 31. März 2009

rumhängen, aber richtig

Eine internationale Weinmesse geht berteits am zweiten Tag ziemlich in die Glieder. Trotz bester Vorsätze, sich z e i t g e r e c h t von dannen zu machen, ereilt einen geradezu willenloses Rumhängen bei längst überflüssigen, aber doch irgendwie süffig-flüssigen Kostproben. Und auf einmal ist da die Einladung zum Abendessen, der Weinmarketing-Chef hat einen wichtigen Gast, das Restaurant ist von vor zwei Jahren, als ich mit den hinreißenden Douro-Boys & -Girls da war, in guter Erinnerung; der Service ist inzwischen wesentlich lascher, die Kreationen klingen besser als sie schmecken, ich sollte mich wohl langsam zum Snob-Dasein bekennen, das freilich auf aufrichtiger Qualitätssuche beruht. Der Best Sommelier und nunmehrige Geschäftsführer der Rubicon Estates sitzt neben mir, die japanische Weinschreiberin habe ich zur anderen Seite, unsere Unterhaltungen mit freiem Gedanken-Flottieren lassen die beiden auch mitgekommenen Alpensommeliers etwas sprachlos. Wir entern dann auch noch die wie eine Kostbarkeit durch restriktive Kartenausgabe als Besonderheit gehandelte Sommelierparty; immer verachtete Popsongs klingen in dieser Nachtwerk-Atmosphäre und überlaut dahingehämmert ganz adäquat, der deutsche Riesling beweist mit seiner Restzucker-Qualität die Tauglichkeit auch für späten leichtfüßigen Genuß. Larry and I reden angestrengt gegen das Gedröhne über aktive und passive Musikerfahrung im klassischen Bereich, doch es dauert nicht allzu lang, bis wir die Vergeblichkeit unserer Gesprächsbemühungen an diesem Ort zur Kenntnis nehmen - ich bin schließlich froh, dass mein Hotel nur wenige Minuten ums Eck entfernt liegt.

Sonntag, 22. Februar 2009

nosing glass

Whisky-Schulung.
Meist oba hob i die Nosn in an ondan Glas:

nose

Sonntag, 30. November 2008

Unvorhergesehens Problem beim Öffnen einer Flasche Vintage Port

Den Rest könnte man auch auf Toast essen.

Sonntag, 9. November 2008

unter meinesalters

... hieß an jenem Abend: mit Schulkollegen von damals. In eine Herrenrunde (zweimonatlich zwecks Weinbetrachtung einberufen) hineingeplatzt. Sechs Weine, karaffiert, ein nicht bekanntgemachtes Thema, ein Pirat darunter. Erst Kostrunde, dann Besprechungsrunde. Eher vernichtende Beurteilungen. Ratlosigkeit bezüglich Zuordnung schwirrt im Raum, Spanien, tönt es oft, gereift alle Weine, darin ist man sich einig, kleiner Bordeaux-Jahrgang, keinesfalls Italien jedenfalls, so ein Garnacha aus Navarra der eine, ja das könnte es sein. Dann die Aufdeckung: alles Italien, fünfmal Toskana, einmal Marche. Einmal gute Weine gewesen, aber die 9 oder 10 oder gar 13 Jahre nicht so recht überlebt. Einzig den Guado al Tasso kannte ich, der jüngste (2000) und beste der Serie, alles andere mir unbekannte, wohl kleine Güter, Eintagsfliegen vielleicht auch, einst gehypt und dann vom Markt verschwunden. Gut, dass ich die alle schon ausgetrunken hab, sagt der Anwalt-Klassenkollege, der bei allen gemeinsamen Weinreisen dabei war.

Ich hatte eine Flasche mitgebracht, in Zeitungspapier gehüllt, wahrer Pirat: Ah, endlich ein guter Wein! DAS ist Bordeaux, na ja, vielleicht auch Supertuscan, aber schon eher Bordeaux. Ich grinse: Nittnaus Comondor 1999. Noch ganz frisch und klar in der Farbe, tief in der Frucht, balanciert, nur für Freude sorgend.

Die Ehefrau des Gastgebers ist Religionslehrerin und trinkt keinen Alkohol, sorgt aber für adrett angerichtete Jause danach. Die Gespräche kreisen um "Damals" (=Maturareise) einer- und Kleinstadt-Gegenwärtiges andererseits. Lokalpolitik, Freundesbegebenheiten, mehr Geplänkel als Inhalt. Habe ich tatsächlich jemals hier gelebt?

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