es wird ein wein sein

Samstag, 10. Mai 2008

14,3 Bdx/day

Ich muss auf fremde Geschichten zurückgreifen, für eigene fehlt mir heute schon wieder die Kraft, solche von Gestern werden zu jenen von Vor- und Vorvor- und Vorvorvorgestern. Und kommen möglicherweise zum wachsenden Haufen der Niegeschriebenen (mehr Wein als Schein, sei auf eine Anfrage aus dem Ehrenwerten Haus mitgeteilt).

Dafür fand ich diesen Beitrag recht vergnüglich, übers ungenierte Vernichten von "muck", was so manchem Kellerschöngeist wohl den Schweiß aufs den Poren treibt wird. Wie ja überhaupt so einige Feinheiten in den wenigen Sätzen stecken: 1945, 1947, 1961-Bdx mit Saveloy & Chips - uuuh! würde meine Tochter sagen. Oh und Withnail gibt's in 10 Teilen auf youtube!

Montag, 5. Mai 2008

tour de vin

Alles kam anders und ward zu einem Geschenk. Auch wenn der Hirsch hier Mariss Jansons vermisste und ich mit ihm nicht recht hineinfand in die Interpretations-Üppigkeit, in einem dichtgedrängten Saal, der gerade zum rechten Augenblick, im letzten Satz, mit hineinbrechenden Sonnenstrahlen zum wahrhaft "Goldenen" wurde.

Auf einem von schwarzen Gewitterwolken und letztem Sonnengold ausgeleuchteten Weg in dörfliche Abgeschiedenheit aber nahm der Wunsch, mich auf meiner Tour de Vin zu begleiten, fassbare Form an, mit Manhartsberger Maibock und Leithagebirgs-BF (nicht ohne zuvor die namenlosen und doch köstlichen vier Sorten-Hausachteln - Frühroter Veltliner! - verkostet zu haben) wurde Grundlage für eine friedvolle Nacht (wie kam's nur, dass mir Leichtschläferin die bis in frühe Morgenstunden dauernde Geburtstagsgesellschaft nicht zur Schlaflast fiel?).

Ein Sonntag dann voll Winzer-Herzlichkeit, eine Abendrunde durch Löss und Granit, Geheimnisse von Rebstöcken und Terrassen erkundend in bildhafter Abendruhe, wissen Sie, wie ein Wiedehopf fliegt? Die letzte Verkostung des Tages, der junge Bursch ist voller Ruhe und Sicherheit, weiß, was er tut und warum, nimmt Worte der Anerkennung doch dankbar auf, spielt nicht mit belanglosen Leichtigkeiten herum, sondern geht gleich ganz auf komplexe Tiefe.

Spätes Abendmahl zu viert, die besondere Freundin, der ein eigener Wein zugedacht ist, stieß hinzu, des Nachts sind die gewagten Bauten in den Weingärten nur geheimnisvolles Leuchten (erst im trüben Morgenlicht des nächsten Tages wird man der zwiespältigen Architektur gewahr). Drei Generationen sitzen miteinander, keine Fremdheit ist zu spüren, nur gegenseitige Achtung, Neugier, Aufmerksamkeit, Zuhören; etwas Besonderes, Schwebendes liegt über diesen Stunden. Und so ist auch ein letztes Glas Pinot Noir im scheinbar endlosen unterirdischen Gewölbereich eines Loiser Kellers folgerichtig, wie Eindringlinge in Kühle und Stille wandern wir durch die Fassreihen. Beim Abschied, wir spüren's, blieb etwas zurück.

Montag, 21. April 2008

altitude: 1855

sturm. schneefall. kein fruehlingssonnenschilauf bislang. dafuer viel schlaf. und eine tastatur, die zum vertippen einlaedt ohne genauen blick. kaese und wuerste der haute tarentaise sind nahrhaft, der hiesige marché hat feine weine; frank phélan (zweitwein, erschwinglich) zum saftig-dunkelroten filetsteak.

à bientôt!

Montag, 7. April 2008

Anti-Vinitaly

Alois Lageders kleine, feine Summa in seinem wundervollen Cason Hirschprunn ist alljährlich (und dies seit 10 Jahren) eine gehaltvolle Anti-Vinitaly-Veranstaltung, wo es ausreichend zu kosten gibt, aber auch der persönliche Kontakt zu Winzern (und damit vielen Freunden) ungleich näher und inniger ist. Italien, Deutschland, Österreich, Portugal: wer auch immer hier vertreten war, befand sich nicht nur in guter Gesellschaft, sondern auch in einem ungleich wertvolleren Rahmen - denn es ist schon ein Unterschied, ob lustige Menschentrauben samt Kinderwägen und Lufstballonwurstviecherln (ja, so soll es zugegangen sein in Verona) vorüberziehen oder handverlesene Gäste wie Winzer die Atmosphäre eines alten Getreidespeichers mit schwerem Holztramgebälk auf sich wirken lassen.

Lieblingswein des gestrigen Tages: Tenuta Boscarelli, Nocio dei Boscarelli 2004, ein Vino Nobile aus 100 % Sangiovese von alten Rebstöcken. Derzeit ist noch der 03 am Markt aktuell.
Und die Entdeckung des Tages: Azienda Agricola Bruna aus Liguerien, in der Nähe von Albegna, die mit drei Varianten von Pigato aufhorchen ließ. Ich muss gestehen, es war das erste Mal, dass ich mit dieser Rebsorte Kontakt hatte - und der war gleich sehr überzeugend. Zwei mal Pigato aus dem Stahltank, nur von verschiedenen Lehmböden (einmal weiß, einmal rot) - doch gleich eine ganz andere Aromatik. Und dann U Baccan, ebenfalls Pigato reinsortig, eine Riserva aus alten Rebstöcken - ein ziemlich eindrucksvolles Frucht- und Strukturerlebnis, ganz schön zupackend, dieser Wein. Und sehr ungewöhnlich. Weil halt so "unbeschrieben".

Kleiner Seitenhieb gegen gewisse Hochzeitsveranstalter bzw. deren Catering aus Luxushänden: ich hab mit Norbert Niederkofler gesprochen, der die kulinarische Versorgung auf Hirschprunn übernommen hat. Mit einem augenzwinkernden Lächeln meinte er auf meine Frage: ach etwa 1000 Essen, und überhaupt kein Problem, das ginge ganz locker. Jedenfalls gabs geschmorte Kalbsbackerl und Kalbsfilet in Kräuterkruste mit feinen Gemüsen. War halt nicht sonderlich viel (aber gratis), weshalb die Schlange bei Hansi Baumgartners Käsebuffet doch sehr lang war ....

Mittwoch, 6. Februar 2008

den zweiten

von links gibts bei mir derzeit auch ....

Donnerstag, 24. Januar 2008

solera

Der Zug verlässt S. in einem weiten Bogen. Sitzt man richtig, ergibt sich ein überwältigender Panoramablick auf die Berge Richtung Süden, vom Salzburgischen bis ins Bayrische. Die Sonne hält jetzt schon länger an, färbt die schneebedeckten Kämme und Spitzen rosarot; bis ich daheim bin, ist nur noch ein matter dunkeloranger Schein im äußersten Westen zu erhaschen.

Die Lektüre ermüdet die Augen vorschnell, ein Begriff bleibt hängen, Solera. Bevor ich in den Reiseschlaf hinübergleite, fantasiere ich über die Möglichkeiten der vielen Fässer. Wenn ich immer aus der untersten Reihe Wein entnommen habe zum Abfüllen, aus den oberen Reihen nachfülle, und dies immer schon so getan habe, dann bleibt in diesen untersten Fässern doch von jedem jemals nur in sie gefüllten Weines etwas zurück, vermengt mit den anderen Weinen und Jahrgängen, aber etwas davon bleibt. So wie bei homöopathischen Mischungen müsste noch vom ersten je gefüllten Wein zumindest eine Information darin sein, etwas von seiner Energie. In einer Flasche Sherry oder auch Brandy liegt so das akkumulierte Wissen ungezählter Weine, was für eine herrliche Vorstellung!

[Wie komplex die Sache mit der Solera ist, kann man hier nachlesen]

Sonntag, 13. Januar 2008

Weinartikel gefährden die Gesundheit

Einem französischen Richter fiel ein, bei Presseartikeln über Wein (oder, in diesem Falle, Champagner) nach der sonst in der Werbung obligaten Gesundheitswarnung zu verlangen. Aber wahrscheinlich gefährdet Pressefreiheit an sich schon die Gesundheit ....

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Den Luis hats erwischt.

In der Nacht auf heute. Und auch wenn er selbst kein halbes Jahrhundert geschafft hat - seine Weine sind langlebig. Vor zwei Wochen erst hab ich mir überlegt, ob ich ein paar Flaschen vom 2005er subskribier: jetzt scheint mir noch mehr Grund gegeben, dies zu tun. Ein wenig Luis in jeder TBA.

Weil "Sweet Wine" nicht zu finden ist unter den Tubes, stattdessen White Room - vielleicht ist er ja in einem solchen jetzt.

Sonntag, 11. November 2007

Engelsfelsen

Roc des Anges: eine junge Frau von der Rhône macht Weine im Roussillon. Alte Rebstöcke, Schieferböden. Appellation Vin de Pays des Pyrenées Orientales. In Weiß (Grenache blanc, Grenache gris, Macabeu) schmeckt das sehr sehr mineralisch. Riecht üppig, hat angeblich hohen Alkohol, aber ist am Gaumen sehr elegant. Harmonisch. Stimmig. Bemerkenswert. Ach und allein der Name des Weinberges!

Sonntag, 4. November 2007

Solitaire mit Zebu

Der Solitaire Jg 1997 stand sehr für sich, aber nicht unumstritten. Die Jause aus diversen Käsen und einem unglaublich feinen, mürben Schinken vom Zwergzebu (aus Remschnigg bei Leutschach) war einfach nicht passend. Aber auch im Nachtrinken, vor dem Kaminfeuer, ließ der Wein Charme und Eleganz vermissen: viel Säure, grad Mal ein Hauch von Cabernet-Aromen, sehr streng. Der als Alternative geöffnete kleine Margaux 1996 aus dem Hause Lurton war neben intensiven Schinken- und Käsearomen ganz untergegangen, im Danach schmeichelte er zumindest am Gaumen - aber von wirklich eindrücklichen, geschweige denn typischen Aromen war er auch weit entfernt.

Der Hirsch und das Mädel wollten zum Jahrestag partout ein gutes Flascherl trinken, aber die Anstrengungen der vorangegangenen Tage hatten bei beiden Spuren hinterlassen, die die Weine auch nicht beseitigen konnten; so war es ein sanft-müder Abend geworden. Nur gut, dass beim Ganslessen am Vorabend (auch diese Unterländer Gans war fleischlich sehr gepflegt, Beilagen und Sauce allerdings eher bescheiden. Der Wein aber für ein Dorfwirtshaus geradezu sensationell: Pinot Noir 2003 Pitnauer, Gols) immer noch dasselbe erotische Prickeln wie vor Jahresfrist zu verspüren war.

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walhalladada - 2008-05-12 12:15

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