Die Leidenschaft des Douro-Boys
Zweiter Abend in Düsseldorf: Abendessen mit den Douro-Boys. Das sind jene fünf Weingüter, die schon seit einiger Zeit im Douro für wirklich bemerkenswerte Stillweine gut sind. Neben mir saß Miguel Roquette* von Quinta do Crasto, der am Vortag, als ich zum Verkosten am Stand war, noch nicht von Norwegen zurück war (die Verbindung Portugal-Norwegen ergibt sich schlüssigerweise durch den bacalhao). Und so kam ich für einen langen Abend nicht nur zu einem ständigen Blick in ein durchdringendes Paar grünbrauner Augen, sondern auch in den Genuss eines voller Leidenschaft geführten Gespräches, in perfektem Englisch, versteht sich. Und erfuhr so einiges über die Untiefen des Portweingeschäftes, aber auch über große Pläne und die gnadenlose Schönheit einer Landschaft. Ganz nebenbei aß ich einen saftigen Schopf vom Iberico-Schwein (confiert nannte sich das) mit Sellerie-Nuss-Trüffelgemüse, zuvor ein hübsches Törtchen aus Hummertatar und rohen Jacobsmuscheln mit pikant-orientalischer Würzung, mittendrin Gänseleber (sehr pur) mit Artischockensalat - aber wir waren ja immerhin im Berens am Kai, da darf's schon was Besonderes sein. Der für mich interessanteste Wein des Abends war der reinsortige Touriga nacional 04 der Quinta do Crasto, aus der Magnum. Faszinierend ist hier die unglaubliche Frische, die trotz des hohen Alkohols keine Schwere aufkommen lässt – aber das ist überhaupt das Merkmal der do Crasto-Weine und das große Thema der Roquettes. The taming of the tannins – das muss vorrangige Aufgabe im heißen Dourotal zu sein, die Kontrolle der Hitze. „Tricky“, sagt der schöne Miguel mit einem verschmitzen Grinser – ihm gelingt’s.
* Er ist mittlerweile 40 und noch immer zu haben ;-)
* Er ist mittlerweile 40 und noch immer zu haben ;-)
ConAlma - 2007-03-21 19:54