Montag, 20. Juli 2009

Wechsel

Nein, sagt die Ärztin, der ist doch noch nicht vorbei, die Hormone sind irgendwie wieder in Bewegung gekommen, ich merk's an der wieder aufflammenden Libido, schon eigenartig, was der Körper für Sprünge macht, einen vor, zwei zurück, aber doch einen Schritt vor - nämlich einen vor dem Mann ;-)

Die Freundin schickt mir dazu den Text aus dem "Weg der Kaiserin":

"Die Wahrheit ist: Die Kaiserin bleibt Kaiserin. Durch die ausbleibende Menstruation verfügt sie über energiereserven. Wenn sie klug ist, kann sie idese nutzen, in einem Alter , in dem die meisten gleichaltrigen Männer rapide abbauen. In Wahrheit kann für sie der sehnlichste Menschheitswunsch in Erfüllung gehen: noch einmal jung sein mit all der Erfahrung der späteren Jahre. Dies genau geschieht in den Wechseljahren."

Sonntag, 19. Juli 2009

Walking 'Round

Es lässt sich nicht mehr aufschieben, will ich dem Geist auf die Sprünge helfen und den am Schreibtisch erlahmten Körper wieder beweglich machen: das Einlösen des Rezeptes "3x die Woche 40 Minuten" (auch wenn das Gefühl bleibt, bitter benötigte Zeit zu verlieren - es wird noch eine lange Schreibnacht werden).

Die Glückshormone stellen sich auch sogleich ein, es erklärt sich mir Liebe. Die gegenwärtige zumindest, das ist nicht wenig, gehts doch auch um Künftiges.

Auf dem wurzelholprigen Waldweg begegnet mir immer wieder Ortsabtrünniger so manche Gestalt aus ferner Vergangenheit, der hot a scho amoi bessa ausgsegn schießt mir unwillkürlich in den Sinn.

Die nachmittags wiedergekommene Sonne war ein Genuss, denn gestern sah's noch so

bobby-braeuer

aus, da waren wir bei Bobby Bräuer zu Gast, dem Koch mit dem Schlagersänger-Namen .

Freitag, 17. Juli 2009

Ende eines Einkaufstages

nach-dem-shopping



lost shoes

Donnerstag, 16. Juli 2009

flying nuns

Vom Stubai her war eine mächtige schwarze Wolkenwand aufgezogen, der eben noch kräftige Wind war verschwunden, die drückemde Luft stand mit einem Mal still. Während ich beim Ausparken bemerkte, dass im Rückwärtsgang das Radio automatisch leiser wird, wohl um das Piepsen der Abstandssensoren hören zu können, segelten in kurzem Abstand zwei Nonnen auf ihren Fahrrädern an mir vorüber. Ich musste an Fellini denken.

Arbeitsschwindel

Nicht Höhenluft, sondern Arbeit am absoluten Peak macht mich schwindlig. Dauerbeschuss der Tasten, ein paar Tage dauerts noch.

Mir bleibt derzeit nur, von milderen Zeiten zu träumen.

waelderhaus

Dienstag, 14. Juli 2009

Morgenfeuer

Jeden Morgen
begegnest du mir
fordernd, hart und spitz.
Nicht immer habe ich eine Antwort.

Nachts aber,
wenn es dunkel ist,
wirst du ein weiches Tier
in meinem Arm,
gefügig, dankbar.


morgenfeuer

Samstag, 11. Juli 2009

Facebook ist nicht überall

Wenn ich auf die Startseite meines im Grunde noch jungfräulichen Facebook-Portals* blicke, sehe ich Menschen plus/minus meines Alters, die offenbar immer und überall und wo auch immer sie sind sich bemüßigt fühlen, Einträge mehr oder weniger wesentlicher Natur zu hinterlassen. (Dass auch meine eine im Unterschied zur anderen Tochter dabei ist, führe ich auf ihren selbstgewählten Status als künftig ungemein wichtige Marketing-Business-Kraft zurück).

Heute am vorabendlichen Bahnhof aber saß ein Mädel auf der Bank, großer und kleiner Rucksack und Tasche daneben, versunken in Aufzeichnungen in ihr Schreibbuch. Tageseinträge. Seitenweise dicht beschriebene Seiten. Kein Online-Handy, keinNetbook, keinerlei Elektronik. Nur Papier und Handschrift, Gedanken. Ich sah plötzlich mich selbst, vor ziemlich exakt 30 Jahren, auf Bahnhöfen irgendwo, immer etwas zum Schreiben dabei. Es ging nie darum, der Welt etwas mitzuteilen, jedenfalls nicht der vermeintlich wichtigen draußen, sondern mir selbst, der Welt in mir. Aber vielleicht ist das mit dem Facebook ja nur eine der Erscheinungsweisen von Vergesellschaftung.

[off theme: Lang Lang zelebriert gerade auf 3sat Rachmaninow 2 in Grafenegg. So will ich Musik eigentlich nicht sehen. Bin schon neugierig, was ich heute über die Erler Meistersinger erfahre.]

Es geht also auch anders. Dass aber Reisenden ein grottenschlechter, veralteter Speisewagen der Italienischen Staatsbahnen zugemutet werden darf, wo absurder Orvieto in überteuerten Halbflaschen ausgeschenkt wird, das ist schon wieder eine Realität, die so jenseits ist, dass sie, auch wenn es anders ginge, etwas hat.

[Schlussapplaus, frenetisch.]

Ich war jedenfalls froh, den billigen Mief riechen zu können. Aber das ist eine andere Geschichte.

* In einer nach Anfrage schmachtenden Laune erstellt. Versuchen Sie aber nicht, nach Alma zu suchen. Diese hier werden Sie da nicht finden ;-)

Mittwoch, 8. Juli 2009

Interimsarbeitsplatz

Defereggental, 16 Uhr

arbeitsplatz2

Auf gut Glück hergefahren. In der Pension Angela war auch diesmal noch ein Zimmer frei. Komfortabel, großer Garten, gutes Frühstück, feine Betten. Ich war hier schon mehrmals, in wechselnder Begleitung. Beim ersten Mal, ich erinnere mich noch gut, saß ich am Balkon, telefonierte mit der Freundin. Er ist sehr brauchbar, höre ich mich sagen, aber die Brauchbarkeit, die wird erst im Dauergebrauch überprüfbar, auch die Umstände für das Brauchbare; deren Definition wächst erst mit der Zeit. Und so stellt sich auf einmal etwas oder Einer als brauchbar heraus, der so bislang nie angedacht worden wäre, während anderes oder ein Anderer in einer Art schwebenden Freundschaft auf eine ganz andere Weise präsent bleibt.


Bitte das Wort brauchbar nicht als opportunistischen Sexismus mißzuverstehen.

Montag, 6. Juli 2009

Grünes Wogen

hochtannberg


Am Tag zuvor war ich mit einem Fremden in einem lauen Abend gestanden, wir hatten die Gesellschaft hinter uns vergessen und suchten den Mond, doch der wollte so früh nicht hervorkommen. Ich trank den Wein des Fremden und sah in ein gutes Gesicht - vertrauensvolle Falten und ein wacher Blick. Das ist etwas Besonderes, sagte er mit leichtem Akzent, er schien mir so besonders zu sein wie seine Weine, doch es ist nichts Sexuelles fügte er noch hinzu, legte eine Hand erst an meine Hüfte und dann durch den Ausschnitt des Kleides an meine linke Brust, so wie auch ich sie mir selbst so oft halte, er hatte eine kühle Hand. Ich legte meine Stirn an seinen Hals, je sais, je sais aussi ça. So standen wir eine Weile, möschtest du hinein fragte er, ja, ich gehe jetzt hinein, lächelte ich. Von da an war ich friedlich.

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uferlos - 2011-10-08 00:28
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ConAlma - 2011-10-07 11:40
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rinpotsche - 2011-10-07 00:37
!
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books and more - 2011-10-07 00:30
sang und klanglos :-(
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profiler1 - 2011-10-06 21:55
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katiza - 2011-10-06 10:34

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