Freitag, 18. Juni 2010

Ein guter Toter.

Ein spontaner Nachruf, vielleicht um meine Betroffenheit zu lindern:

Christoph Wagner, Autor für so vieles, vor allem aber Essen, Restaurants, Wein, Genuss an sich, ist gestorben.

Er war mir seit über zwanzig Jahren Freund, durch ihn habe ich gelernt, was gutes Essen sein kann, ich habe mit ihm gegessen und gefeiert, und in den letzten Jahren durfte ich auch mit ihm, für ihn arbeiten. Sein Stil war mir immer auch Vorbild, und sein Zugang, den ich nie als von oben wertend empfand, sondern immer als einen von der Mitte heraus.

Und so erfahre ich seinen Tod wie das Versiegen einer Nahrungsquelle: in seinen Texten fand ich den Rückhalt, der meinem Schreiben weiterhalf, der mir Zweifel an meinem Tun nahm, aus seinem Ansatz nahm ich den Ansporn fürs Eigene.

Ich verdanke ihm so viel: nicht nur in welche Richtung ich meinen beruflichen Weg lenkte, was er mir hier mit ermöglicht hat - sondern auch die Begegnung mit einigen Menschen, die zu innigen Freunden wurden. Ja, auch das verdanke ich dem Vertrauen, das er einmal in mich gesetzt hatte.

Dass er so plötzlich gehen musste, kam, obwohl ich um seine schwere Krankheit wusste, dennoch überraschend, und ich bin im Innersten aufgewühlt. Auch, weil seine Frau mir sehr nahe steht. Es ist unfassbar.


Ich weiß, dass er die Oper liebte, und deshalb gibt es nun
Wagner für Wagner.

Donnerstag, 17. Juni 2010

Songs for the Living and the Dead

Ich werde keinen Nachruf halten. Einen kann man hier lesen.

Musik aber will ich hören; in späten Nachttönen vernahm ich gestern Songs of Innocence, ausschnittweise, erwerbbar ab morgen. Musik ist auch wie Opium, immer wieder und wieder, auch immer dasselbe, gerne, und manchmal stößt man auf Neues, das so neu nicht ist, doch sehnsüchtig-süß und sinneverwirrend durch den späten Feierabend trägt.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Beautiful Things

Manchmal möcht man manches haben:

gspotmouse03


Gefunden hier

street crossing

Auf einer kleinen Nebenstraße unterwegs. Das Auto vor mir bleibt einfach stehen. Ich sehe erst mit Verzögerung, dass Frau Mama ihre Kinder über die Straße führt.

entenkinder

Während sie jedoch elegant über die hohe Bordsteinkante hüpft, schwirren die Kleinen verunsichert in ihrem Schatten herum. Aufgeregtes Fiepen beiderseits, ein Auto kommt in Gegenrichtung, kann die kleinen grauen Entchen sicher nicht sehen, fährt jedoch in ausreichendem Abstand vom Straßenrand. Ich will schon aussteigen, um die Familie zu retten, da kommt das Findigste der Kinder auf die Idee, hoch zu springen, und eins nach dem anderen verschwindet mit Frau Mutter im rettenden Grün.


*entdeckt die Freuden des Fotografierens beim Autofahren.

Montag, 14. Juni 2010

Leaving Ikea

leaving-ikea


Man sollte, sagt die Tochter, jedes Jahr einmal übersiedeln. Dann kommt wieder Ordnung in die Dinge.



Derzeit schau ich noch auf makellose Ordnung ohne Dinge:


ordnung-ohne-dinge

Samstag, 12. Juni 2010

Schneller Sommer

Was eben noch üppig wucherndes, duftendes Gras war, ist abgemäht.

abgemaeht


Futter für die Werdung des Heumilchkäses. Die Menschen kommen gar nicht nach, den Sommer aufzunehmen, der so plötzlich da war, mit einer Wucht, die die Kreisläufe durcheinanderbringt. Der Fluss rast in schlammigem Braun durch die Stadt, führt Treibholz, Zweige, Äste mit sich - späte Schneeschmelze.

Ich habe heute Nacht im Freien geschlafen: mit Bachrauschen, Brunnengemurmel und Sternenhimmel, mit Morgenrot und Vogellaut.

Samstag, 5. Juni 2010

9 to 29. Gras. und Beethoven.

Es hatte etwas von Gewalt, oder von eruptiver Kraft. Temperatursprung. Gestern noch lag frischer Junischnee im Arbeitsblick:


Junischnee


Die Akazienblüten des Mai sind in Wasser ertränkt, ein anderer Duft aber steigt wieder auf: Gras. War es noch März gewesen oder schon April, da ging ich und roch und sah, und es war das erste dichte hellgrüne Gras, das mir in die Wahrnehmung drang: so riecht Frühling! Flieder und später Jasmin oder andere Sträucher und Bäume, die Linden auch, dann, sie betören nur, verwirren die Sinne; das Gras aber zieht mich zum Boden und erdet. Schon beginnt seine Metamorphose in anderen Duft, hin zum Sommer, Heu - noch aber: Gras.

Überraschender Abend, Till Fellner spielt Beethoven, die letzten Sonaten, op. 109-111. Ungewöhnliche Qualität in der Kleinstadt, wie viele der Anwesenden wussten, was sein würde? Ich leide zunächst am unzureichenden Ort, doch dann dringt der dritte Satz der Sonate in As-Dur in mich, ein Frösteln, eine Erregung, und dann ist nur noch Musik.

Die Zugabe: György Kurtag. Sein "Les Adieux (in Janaceks Manier)" lässt den frenetischen Applaus ersticken.


Ich vermisse das Klavier.


musikalische momente

Donnerstag, 27. Mai 2010

Wien Wein Weib

Ich mache mich auf. Der Lockruf ist unwiderstehlich.

dionysos

Am Vorabend: ein Fest unter Frauen.

Mittwoch, 26. Mai 2010

in the night

Was ich an meinen Träumen so liebe: dass ich mit so vielen Menschen ins Gespräch und auch in Berührung komme. Manche von ihnen suche ich am nächsten Tag und kann sie nicht finden. Aber sie tauchen vielleicht auf, irgendwann, irgendwo.




because the night

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karrri - 2014-06-24 12:18
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rinpotsche - 2011-10-07 00:37
!
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books and more - 2011-10-07 00:30
sang und klanglos :-(
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profiler1 - 2011-10-06 21:55
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