Gott ist ein Fußball
Ich bin keine fußballfreie Zone, auch wenn ich den ballbepinklenden Hund von ATV ziemlich witzig finde. Denn das Vergnügen, dass ich beim geruhsamen Zugfahrtzeitungslesen empfinde, bringt mich dazu, aufs einschlägige Kommentarleben aufzuspringen.
Zu loben ist etwa Daniel Glattauer, der in der Samstag-Seite 1-Glosse des Standard grundlegende Überlegungen anstellt. Als da wären:
Das Geschlechterproblem
Immer mehr Frauen bekenne sich dazu, scharf auf die WM zu sein. Warum? - Vermutlich um die Männer von den Sofas in die Wirtshäuser zu verbannen.
Die Hochkultur
Kaum ein Intellektueller, der Fußball dieser Tage nicht auf eine neue Metaebene hebt. Da die Hochkultur nicht von allein runterkommt, reicht man den Fußball zu ihr hinauf.
Hochkultur kam mir dieser Tage in anderem Zusammenhang unter, in einem Beitrag der Musikviertelstunde des OE1-Radiokollegs zu Josephine Baker. Da wurde die These postuliert, dass Hochkultur prinzipiell männlich sei, weshalb weibliche Äußerungen zur Massenkultur hinuntergeschoben würden. Bedenkenswert. Einiges fiele mir dazu ein, zu weiblicher Musikrezeption und männlicher Einflussnahme etwa, oder Beurteilung. Aber das soll hier und jetzt nicht Platz finden.
Die Religion
... Sport zur Geisteswissenschaft erklären und behaupten, Fußball sein Religion.
Tatsächlich letzte Woche auf OE1 in den Besinnungsminuten kurz vor 7 Uhr morgens erlebt: die ernsthaften Worte eines Geistlichen zur Vermählung von Sport = Fußball und Religion.
Daran schließt Franzobel in seinem ebenfalls im samstäglichen Standard auf Seite 33 (also mitten im Sportteil) befindlichen Kommentar Das Kreuz mit dem Ball an: Die Kugel, das erkannten schon die alten Griechen, ist die vollkommenste und einheitlichste Figur ... Also muss auch Gott eine geistige Kugel sein, deren Mittelpunkt überall und deren Umkreis nirgendwo ist. Genau wie ein Fußball
Aber eigentlich hat er ein Slipeinlagenproblem: mit dem neuen Design des Adidas-Balles nämlich, der über keine schwarz-weißen Fünf- und Sechsecke mehr verfügt, sondern katzenzungenähnlichen? Gebilden. Slipeinlagen?
Erklärungsmöglichkeiten hiefür:
- um das Zyklische der WM zu betonen? die ewige Wiederkehr des iMmergleiche?
- Ein Steilpass in die Nähe des Fußballgottes zum weiblichen Geschlecht?
- Ein ironischer Seitenhieb, dass auch was daneben, also ins Höschen gehen kann?
und viele andere ...
Doch wie meint Herr Glattauer: Fußballkonsum ist geistige Karenz. Alles außerhalb des Spielfelds ist einmal völlig legal - egal.
Mein Spielfeld dieser Tage ist eigentlich die Wiener Hofburg. Ich kann völlig legal drei Tage lang unter dem Aspekt der Erfahrungserweiterung eine kaum/gar nicht bewältigbare Anzahl an Wein-Kostschlucken konsumieren. Bei der VieVinum.
Zu loben ist etwa Daniel Glattauer, der in der Samstag-Seite 1-Glosse des Standard grundlegende Überlegungen anstellt. Als da wären:
Das Geschlechterproblem
Immer mehr Frauen bekenne sich dazu, scharf auf die WM zu sein. Warum? - Vermutlich um die Männer von den Sofas in die Wirtshäuser zu verbannen.
Die Hochkultur
Kaum ein Intellektueller, der Fußball dieser Tage nicht auf eine neue Metaebene hebt. Da die Hochkultur nicht von allein runterkommt, reicht man den Fußball zu ihr hinauf.
Hochkultur kam mir dieser Tage in anderem Zusammenhang unter, in einem Beitrag der Musikviertelstunde des OE1-Radiokollegs zu Josephine Baker. Da wurde die These postuliert, dass Hochkultur prinzipiell männlich sei, weshalb weibliche Äußerungen zur Massenkultur hinuntergeschoben würden. Bedenkenswert. Einiges fiele mir dazu ein, zu weiblicher Musikrezeption und männlicher Einflussnahme etwa, oder Beurteilung. Aber das soll hier und jetzt nicht Platz finden.
Die Religion
... Sport zur Geisteswissenschaft erklären und behaupten, Fußball sein Religion.
Tatsächlich letzte Woche auf OE1 in den Besinnungsminuten kurz vor 7 Uhr morgens erlebt: die ernsthaften Worte eines Geistlichen zur Vermählung von Sport = Fußball und Religion.
Daran schließt Franzobel in seinem ebenfalls im samstäglichen Standard auf Seite 33 (also mitten im Sportteil) befindlichen Kommentar Das Kreuz mit dem Ball an: Die Kugel, das erkannten schon die alten Griechen, ist die vollkommenste und einheitlichste Figur ... Also muss auch Gott eine geistige Kugel sein, deren Mittelpunkt überall und deren Umkreis nirgendwo ist. Genau wie ein Fußball
Aber eigentlich hat er ein Slipeinlagenproblem: mit dem neuen Design des Adidas-Balles nämlich, der über keine schwarz-weißen Fünf- und Sechsecke mehr verfügt, sondern katzenzungenähnlichen? Gebilden. Slipeinlagen?
Erklärungsmöglichkeiten hiefür:
- um das Zyklische der WM zu betonen? die ewige Wiederkehr des iMmergleiche?
- Ein Steilpass in die Nähe des Fußballgottes zum weiblichen Geschlecht?
- Ein ironischer Seitenhieb, dass auch was daneben, also ins Höschen gehen kann?
und viele andere ...
Doch wie meint Herr Glattauer: Fußballkonsum ist geistige Karenz. Alles außerhalb des Spielfelds ist einmal völlig legal - egal.
Mein Spielfeld dieser Tage ist eigentlich die Wiener Hofburg. Ich kann völlig legal drei Tage lang unter dem Aspekt der Erfahrungserweiterung eine kaum/gar nicht bewältigbare Anzahl an Wein-Kostschlucken konsumieren. Bei der VieVinum.
ConAlma - 2006-06-12 09:14
Unglaublich. Und solche Leute dürfen frei herumlaufen.
Ach, ja. Die Slipeinlage ist wahrscheinlich eher ein Verweis an die blaue Testflüssigkeit, um damit die Verbindung von Fußball und blau machenden Flüssigkeiten zu betonen.
Aber man weiß ja nie ...
Und ich habe noch nicht einmal meine vollständige morgendliche Kaffeeinfusion intus.