Sonntag, 14. Juni 2009

Sommeranfall

In diesen wachsenden Tagen hat Frau Alma Besseres zu tun als hier sich elegisch zu verbreiten.


Vielleicht schickt sie eine nahe Freundin vorbei, aber auch das ist ungewiss.
Gewiss nur: Lind(en)nächte. Und -tage.


steilwiesenarchitektur


[Innervillgraten, Steilwiesenarchitektur]

Montag, 8. Juni 2009

stalking

Die Nacht war regenreich gewesen;

steinernes-meer

ein kühler Morgen ließ, was am Rande nur in schwere Träume vorgedrungen war, fast unwirklich erscheinen.

Auf dem Handy aber vermag ich die Chronologie nachlesen:
3:50 entgangener Anruf
4:33 angenommener Anruf 17 Sekunden. Ich kann mich nicht erinnern, muss wohl aus dem Schlaf aufgeschreckt sein, eine Taste gedrückt haben, aber ich weiß davon nichts mehr.
4:42 sms sorry wollte sie nicht wecken oder stören wollte nur fragen
4:50 sms ob ich noch
4:53 sms warte vorm ...hof, ok??
5:04 sms darf ich noch kurz vorbeikommen !!!!?????


Ich war an diesem Abend essen gewesen, allein, auswärts, und hatte ein Zimmer in einer nahen Pension genommen. Die Damen im Restaurant - Gattin des Küchenchefs und Assistentin, die meine Reservierung angenommen hatte - schloss ich aus. Auch der Feschak am Nebentisch, gem ich um einer Weinbestellung beim kleinen Bruder willen meine Daten anvertraut hab, war kein Kandidat für solch Treiben, hatte er doch eine Münchner Herzallerliebste mit und war zudem als Porsche-affiner Gscheitling auf ganz anderer Ebene unterwegs, als dass ich Chance auf Eindruck gehabt hätt. So blieb als "Täter" nur der Sommelier übrig, der sich meine Telefonnummer herausgesucht haben muss, und offenbar auch wusste, wo ich die Nacht zubrachte. Nur warum? Weil ich eine Flasche Alzinger Riesling Loibenberg 1999 bestellt hatte?

Freitag, 5. Juni 2009

Traumschleuder

Die Träume werfen mich in ein paralleles Leben, führen mich durch längst vergessene Räume - Fortsetzungsgeschichten in aller Klarheit.
Wenn mich das knackende Kauen der Kätzin kurz in mein Zimmer zurückholt, haftet mein Kopf ruhig in der Senke des Kissen, was aber darin, wie der Rest des Leibes, scheinen noch nicht da.

Nur Mond scheint.


junimond

Blick übern Hof




rêveries

Donnerstag, 4. Juni 2009

Junimorgenabendblick

Morgenluft wie Wintertage

juniberge

und Mondkreuz gen Abend

abendfriede



moon rising

Mittwoch, 3. Juni 2009

Mittagstisch

Palat-Schinken-Röllchen mit Salatbouquet, Suppe mit Bärlauchcroutons, spinatgefülltes Schweinsfilet mit Pommes Duchesses und glacierten Karotten, dreierlei Mousse - nicht gerade ein Menü, das ich mir aussuchen würde, aber für die Knödelakademie-Kochmatura ganz ok.

vorspeise

Vor allem aber: vom Kind zubereitet. Da lacht auch das Mutterherz.

die-lachende-koechin

Montag, 1. Juni 2009

Nest

Neben mir als Mutter, so dacht ich zuvor, haben's die Kinder nicht leicht (gehabt), eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Die Große hatte sich früh zurückgezogen, jetzt, aus der räumlichen Entfernung, kann sie mir natürlich (und nicht aggressiv) selbstbewusst gegenübertreten. Die Mittlere hat einfach gleich behauptet I bi ondas ois du, zelebrierte die "anderen" Vorlieben und Fähigkeiten und wuchs mir so sehr nahe.

Der Bub machte nie viel Aufhebens um sich, suchte aber immer in einer leicht provokativen Art den intellektuellen Gleichstand mit mir: gleiche Filmvorlieben, diffizilerer Musikgeschmack (kennst des übahaupt?), und wie heute wos isn jetz midn internet?, weil ich ihn auf den ZEIT-Artikel hingewiesen hatte, den er sich dann auch zum Frühstückserdnussbutterbrot zu Mittag auf dem Balkon genehmigte.

Die Katze kam vorhin stolz mit einem leeren Vogelnest herein.

vogelnest

Bald kann ich die Rubrik von "Müttersorgen" auf "Nachrichten aus dem leeren Nest" umbenennen.

Abendblick 9

Karwendelstrand. Gemessene 15, gefühlte 10°.

karwendelstrand


Wilder Wind da oben.

Sonntag, 31. Mai 2009

Wild Wild Web

Die Nutzer des Netzes reagieren empfindlich auf jede Einmischung in ihren Lebensraum ist in der Titelgeschichte der ZEIT zu lesen - manche auch auf Nichteinmischung, aber der Satz ist ja anders gemeint, Einmischung von außen, und außerdem ist es nicht an mir, BB zu betreiben :)

Nachmittagskaffe auf dem sonnigen Balkon, reichlich Lektüre, die Arbeit wieder mal ins Morgen verschoben, dafür noch Laufprogramm anvisiert und einen abendlichen Seeausflug zur Nahrungsaufnahme. Sonntag eben.

***

Titeländerung nach der ersten gelesenen Seite.
"... Weil jeder Kontrolle, Jedem Eingriff, jedem Regulierungsversuch ein mächtiger Gegner gegenüberstand. Eine große, unwiderstehliche, überwältigende Erzählung. Ein Heilsversprechen. Eine Ideologie: die Ideologie vom wilden, freien, unabhängigen Internet, in dem keine Regeln gelten. Und keine Regeln gelten sollen."
Freiheit vor Recht. Der Mensch aber ist der Freiehit nicht gewachsen. Oder, in Abwandlung: die Freiheit ist dem Menschen nicht zumutbar.

Turn to Grey

Der Pfingstsonntag ist ein guter Tag für fällige Arbeiten - zb die Unterlagen für die Steuererklärung zu ordnen und zu komplettieren. Als musikalische Unterstützung: Artemis-Quartett mit Richard Strauss, Sextett aus Capriccio; Alban Berg, Klaviersonate in b-moll; Arnold Schönberg, Verklärte Nacht. Mich hat die Wehmut der Marschallin gestern angesteckt.

Die letzten fremdfarbenen Spitzen sind abgeschnitten, über dem Kurzhaar liegt nun ausschließlich silbergrauer Schimmer.



anyway, skies are blue

Samstag, 30. Mai 2009

Morgenblick 6

Rofan, 7° im Tal

Rofan

Schafskälte. Einer unserer Komponisten wanderte im Rofan, Cerha? Ich hab eine Radiosendung dazu nur mehr ganz verschwommen im Gedächtnis... Doch, er muss es gewesen sein, er war als junger Mann gleich nach dem Krieg schon in den Bergen in Tirol gewesen, als Bergführer, Hüttenwirt gar. Und 2004 schrieb er dann sein Violinkonzert, das ist als in Zusammenhang mit einem späten Tiroler Aufenthalt stehend gespeichert.


Jetzt hör ich mir den Rosenkavalier auf 3sat an.



Edit 1: Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding.
Den Monolog der Marschallin im ersten Akt mag ich sehr.


Edit 2: Renée Fleming x 2
Profane Unterbrechung. Sohn & Freunde wollen zum Pfingstfest nach Thiersee. Dort scheint die Welt noch in Ordnung - Die Erwachsenen an den Biertischen, die Kinder ums Zelt spielend, und die Jugendlichen? Das eigene Bier mit, weils billiger ist. Als Entschädigung fürs Kutschieren durch die kalte Nacht wieder Renée Fleming, im Radio, als Violetta.

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sang und klanglos :-(
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