[>>]

Streeruwitz, Jelinek und sprechende Vaginas

Ich hatte zunächst Schwierigkeiten, die Aufregung der Streeruwitz um die Darstellung ihrer Person in der aktuellen Aufführung des Jelinek-Stückes Ulrike Maria Stuart im Hamburger Thalia-Theater zu verstehen.Vor 10 Jahren allerdings wäre es mir ein Leichteres gewesen. Fast 10 Jahre alt ist auch der Text, um den es in den inkriminierten Vagina-Dialogen geht. Sich Zitate aus einem Zwiegespräch, das einmal geführt worden war über Schreibende Frauen als Fremde in dieser Welt, abgelten lassen zu wollen im Sinne eines Urheberrechtes – das kann nur verstanden werden, wenn man die Positionen kennt bezüglich Frau, Kunst, Schreiben. Und die werden in diesem für Emma geführten Gespräch sehr deutlich gemacht. Während aber Marlene Streeruwitz irgendwie aus einer Opferhaltung heraus argumentiert, liegt in Jelineks Rückzug ein trotziger Stolz.

Streeruwitz beklagt auch, dass auf den Interview-Text ohne Rückfrage zugegriffen wurde. Ich weiß nicht, ob (und glaube ja nicht, dass) ihre Reaktion aus jenem Unbehagen kommt, dass mich bisweilen ergreift, wenn ich sehe, wie Sätze von mir anderswo zitiert werden. Das fühlt sich an, als wäre mir ein Seil ums Handgelenk geschlungen, und der Arm würde hinausgezogen, weg von mir, oder von meinem Ort, hin zu einem anderen. Ein zwiespältiger Reiz. Das selbstverständliche Verlinken, wie es hier in den Blogs geschieht, gehört auch dazu. Ich tue es ja selbst. Es ist wesentlicher Bestandteil der Arbeit hier. Und doch entsteht immer wieder ein eigenartiges Gefühl von Übernahme.

Bleibt noch das Sprechen aus der Vagina: das kann ich nicht per se als Reduzierung begreifen. Allerdings müsste die schrille Inszenierung dann wohl die meine sein. Die Empfindlichkeit gegenüber männlichem Zugriff kann ich sehr wohl verstehen.

Eine Verbindung von Streeruwitz, Opferhaltung und Amoklauf stellt Robert Misik im Standard her
Anobella - 2006-11-30 06:47

talking vaginas

hat das jetzt so lang gedauert, bis die von new york nach deutschland gebraucht haben (ich verbinde damit ally mcbeal und ihre magersucht) oder habe ich was verpasst?
*tippt auf letzteres
schön der letzte satz, ich klickte gleich in den standard hinüber, habs aber nur quergelesen, weil mich die flashs wahnsinnig machen. ich halte das nicht aus ... ("kopier es dir doch in dein textprogramm!" - "ja. in meinem nächsten leben.")

Trackback URL:
http://conalma.twoday.net/stories/2990096/modTrackback

Sie sind

Du bist nicht angemeldet.

Sie lesen:

Beiträge zu meiner real virtuality

sehsucht

rosen

Was gibt es Neues?

Fensterl 24.
Süßes zum Abschluß. Die bunten Sweeties...
ConAlma - 2009-12-23 21:50
Fensterl 23.
Viel zu wenig Fisch derzeit. Eine der seltenen gültigen...
ConAlma - 2009-12-23 21:23
Fensterl 22.
Während der Föhn übers Land brauste...
ConAlma - 2009-12-22 22:25
Fensterl 21.
Vorgeschmack auf Festgenüsse: Mangolds Reh.
ConAlma - 2009-12-21 07:11
Sofern es während...
Sofern es während des kommenden, vorweihnachtlichen...
rinpotsche - 2009-12-20 21:33
Ich lass mich auch gern...
Ich lass mich auch gern dabei nehmen!
ConAlma - 2009-12-20 21:06
Vorsicht! Ich nehme Sie...
Vorsicht! Ich nehme Sie gerne beim Berg!
rinpotsche - 2009-12-20 21:00
so wie die weihnachtskekse...
so wie die weihnachtskekse ....
ConAlma - 2009-12-20 20:40

wo?

angel underline de ätt kufnet dot at

Suche

 

Status

Online seit 1473 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2009-12-23 21:50

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (summary)

twoday.net AGB

Web Counter-Modul

kostenloser Counter