glück

Sonntag, 22. Juni 2008

Höhenfeuer

Stete Glut
entfacht nur vom Geruch der Nähe.
Der Kamm des Zahmen Kaisers
gesäumt von Höhenfeuern, fünfundfünzig an der Zahl.
Irrlichterndes Glühwürmchen unter Holunderduft.
Obertöne im Bachrauschen,
die in singenden Ohren zu Glockenklang werden.
Sechsunddreissig ausschließliche Stunden:
unermesslicher Reichtum, der alles Abgehetzte und Spärliche des Stundenweisen vergessen macht.

geburtstagsstrauss
[Geburtstagsstraußdetail]

Mittwoch, 30. April 2008

Jede gemeinsame Nacht.

Jede gemeinsame Nacht ist ein Wunder.

Dienstag, 1. April 2008

Über die Schwelle

Die Tage verfliegen schneller als die Landschaft (sich zwischen Winter und Frühling tagweise wandelnd) am Zugfenster vorüberzieht.

Trete ich aber über die Schwelle ein in jene Räume, die, geplant in einer Zeit größten Schmerzes, gewachsen sind aus der Kraft einer nie verlorenen Hoffnung, die also die ganze daraus gewachsene Energie eines Lebenssinnes in sich tragen, dehnen sich die wenigen verfügbaren Stunden weit übers messbare Maß hinaus, und ich bin geborgen.



[verfasst 25.3.08 7:36]

Dienstag, 27. November 2007

Allerhöchste Nähe

Sie liegen Stirn an Stirn, die Gliedmaßen ineinander verschlungen, noch mehr Nähe suchend, als es im zuvor anderen Verschlungensein, mit Mündern und Unterleibern, möglich gewesen war. Wieder ist es viel zu wenig von dieser Nähe gewesen, nach der sie stets gierten und die doch nicht zu fassen war.

Dieser Wunsch nach der allerhöchsten Nähe, sagt er, der sich mit den Leibern nicht erfüllen lässt ... es muss doch die Möglichkeit geben, diese zu erlangen: vielleicht ohne Berührung, nur über den Geist?

Sonntag, 25. November 2007

Der Jahreszeitenmann

Eine Frau, die vor allem im Unterwegs daheim ist, sich mehr im Dazwischen aufhält als im Da, tut gut daran, einen Jahreszeitenmann zu haben. Einen, der das Sommerdomizil bezieht, wenn es an der Zeit ist. Einen, der das Kaminfeuer entfacht, wenn es an der Zeit ist. Der Kerzen anzündet und Lebkuchen bäckt, der den Vasen die jahreszeitliche Färbung gibt und die Wolldecke über das Fußende des Bettes legt.

Der Jahreszeitenmann weiß, dass die Frau seit jeher lieber im Dazwischen war, er konnte dies von Anbeginn an sehen. Es macht ihn glücklich, dass sie das Da, das ihm zu eigen ist, annehmen kann, ja, danach verlangt; es langsam, langsam als stundenweises Heim annimmt, die, der sonst kein Heim ist.

Home.

Samstag, 4. August 2007

Gegenglück des Geistes

Der Herr Schuh zitiert und spricht mir heute aus der Seele, weise Sätze zum Glück, in einem Standard-Dossier zum Thema Glück.

Ich stelle hier nur Gottried Benns Gedicht ein, beim Schuh Franzl können Sie hier selber nachlesen - vor allem den Absatz zum Denken als Glück der Autonomie.



Einsamer nie

Einsamer nie als im August:
Erfüllungsstunde -, im Gelände
die roten und die goldenen Brände,
doch wo ist deiner Gärten Lust?

Die Seen hell, die Himmel weich,
die Äcker rein und glänzen leise,
doch wo sind Sieg und Siegsbeweise
aus dem von dir vertretenen Reich?

Wo alles sich durch Glück beweist
und tauscht den Blick und tauscht die Ringe
im Weingeruch, im Rausch der Dinge, -:
dienst du dem Gegenglück, dem Geist.

Gottfried Benn

Mittwoch, 18. Juli 2007

Sommer schmeckt so.

Eierschwammerl und Moosbeernocken.

Dabei hab ich damals die erste Frau meines Lebens kennengelernt.
Gestern bekam ich dieses untrennbar mit Sommer verbundene Essen vom Mann meines gegenwärtigen Lebens serviert.

Sommer schmeckt so.

Sonntag, 13. Mai 2007

NICHTS als Fülle: das ist schon ETWAS.

[Donnerstag]
In der Morgenröte tauchten die Bergspitzen aus den Morgennebeln.
Des Hirschen Erhabenheit begab sich in meine Tiefen
Und alles ward gut.

[Sonntag]
Vier Tage Wange an Wange, Schwarzes Kameel und entfesselter Gatti.
Aufgewühltes kam zur Ruhe, löste sich in die liebgewordene Landschaft.

Die Rückfahrt: Der Donau und der Liebe Wellen.

Montag, 7. Mai 2007

Füllhorn

Eine Runde findet zusammen, um miteinander zu feiern. Es gibt keine Erwartung, nur die Absicht, es sich gut gehen zu lassen. Während die Speisenfolge sich zwischen großartigen Kleinigkeiten und molekularen Merkwürdigkeiten hin- und herbewegt, baut sich der große Spannungsbogen an Flasche um Flasche guten Weines auf. Gelage(n)charakter. Und wäre es nicht ein sehr elegantes und renommiertes Lokal im Umland von Wien gewesen, es hätte ein einziger Tanz werden können. Und war wohl so auch gefühlt. Für einen spontanten Rap als Ständchen hat's aber schon gereicht.

Wie ein Sinnspruch zu diesem Abend könnte auch dies hier gelten. Oder aber ein Satz, den ich mir vor kurzer Zeit gebildet hatte: Selig, die nicht suchen - ihrer sind die wahrhaft Liebenden!

Auszug aus dem Programm:
Froschschenkel & Sot-L'y-Laisse, Morcheln & Erbsen
Seeigelzunge & Kalbskopf, Brennesselcreme & Eidotter
Königskrabbe & Entenzungen, Rosmarinrauch & Zitronen-Basilikumgelee
Sphärisierte Trüffelgnocchi & Parmesanchip
Pommes Soufflée & Chorizomousse
Seezunge & Risotto aus Kürbis
Wienerwald-Wildschwein Filet & Bauch, Topinambur-Birnentarte, Waldmeistercaviar
Honigweinsorbet & Stilton-Biskuit-Mousse
Geeiste Rhabarberluft, Erdbeeren & Waldmeister

Grüner Veltliner Fass 4 2006 Ott (2)
Grüner Veltliner Alte Setzen 2006 Huber
Zierfandler Sonnberg 2006 Krug
Rotgipfler Flamming 2004 Aumann (Magnum)
Hanner Rot 1997 Reinisch/Fischer
Malaga Moscatel Molino Real 2003 Telmo Rodriguez (2)

Mittwoch, 23. August 2006

Nothing But Pleasure

In der gleichnamigen Ausstellung der Bawag Foundation in Wien (hingehen und nicht an Elsner& Co denken) liegt gleich oben, nebem dem Empfang ein dickes Buch auf: Google-Bild-Recherchen zu Themen wie Glück, Reichtum, Sehnsucht. (Künstler: Christoph Weber, Österreich)

Bei Glück zeigt die deutsche Sprache ihre Schwäche: denn die englischen Suchbegriffe waren unter anderem luck, happiness, bliss.
Die jeweiligen Ergebnisse:
luck 33.200 in 0,19 sec
happiness 16.300 in 0,26 sec
bliss 13.400 in 0,10 sec

Wiegt das zu-gefallene luck mehr, weil es mehr Bilder dazu gibt? Oder doch die dauerhafte happiness, weil es länger dauert, sie zu finden? Oder der fulminante bliss, der blitzartig über einen kommt?

Und was ist mit pleasure? Das hab ich nicht mitgeschrieben, vielleicht kam es nicht vor. Das Vergnügen. Das hatte ich zuvor, auf einen Imbiss vor dem Schwarzen Kameel sitzend. Eine absurd-substanzielle Unterhaltung mit einem "alten Herrn".

pleasure: 525.000 in 0,13 sec.
Es kommen auch vor: Kondome.

Mehr davon vielleicht wieder von daheim.
Im BigNet am Hohen Markt ist es zu heiß für fruchtbare Gedanken.

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