Freitag, 10. April 2009

Der fehlende Übergang

Gelbe Explosion an akkurat zurecht gestutzten Hecken;
in einer Nacht hat zartes Grün die Tallandschaft überzogen.
Die Berghänge gleißen tiefweiß im grellen Sonnenlicht, der Föhn macht Sommerstimmung. Ungeachtet ihres blassen Winterspecks wippen die Mädchen kurzgeschürzt, geben Haut und Körper Blöße. Tattoogekringel an Männerwaden, aufgeheizte Atmosphäre. Vollmondnächte.

War da nicht eben noch letzter Schneefall gewesen, nass und schwer?
Wo ist der sanfte Übergang vom Einen zum Anderen?

Sonntag, 5. April 2009

meus olhos verdes

Portugiesisch ist endlich zu lernen. Um besser verstehen zu können, was meine grünen Augen aus dem Douro erzählen. Auch wenn ihre Weine ausreichend deutliche Sprache sind.

Brasilianisch ist endlich zu lernen. Um Bossa und Samba auch inhaltlich und nicht nur hüftenwiegend folgen zu können. So wie bei Hotel Bossa Nova gestern.

Donnerstag, 2. April 2009

Mon Picasso

Er ist frühlingsgrün, luftig, verleiht weiträumige Sicht und gibt reichlich Platz. Ich habe mich hinreißen lassen, jetzt gehört er mir (solang ich die Leasingraten bezahle) - mon Picasso!

Dienstag, 31. März 2009

rumhängen, aber richtig

Eine internationale Weinmesse geht berteits am zweiten Tag ziemlich in die Glieder. Trotz bester Vorsätze, sich z e i t g e r e c h t von dannen zu machen, ereilt einen geradezu willenloses Rumhängen bei längst überflüssigen, aber doch irgendwie süffig-flüssigen Kostproben. Und auf einmal ist da die Einladung zum Abendessen, der Weinmarketing-Chef hat einen wichtigen Gast, das Restaurant ist von vor zwei Jahren, als ich mit den hinreißenden Douro-Boys & -Girls da war, in guter Erinnerung; der Service ist inzwischen wesentlich lascher, die Kreationen klingen besser als sie schmecken, ich sollte mich wohl langsam zum Snob-Dasein bekennen, das freilich auf aufrichtiger Qualitätssuche beruht. Der Best Sommelier und nunmehrige Geschäftsführer der Rubicon Estates sitzt neben mir, die japanische Weinschreiberin habe ich zur anderen Seite, unsere Unterhaltungen mit freiem Gedanken-Flottieren lassen die beiden auch mitgekommenen Alpensommeliers etwas sprachlos. Wir entern dann auch noch die wie eine Kostbarkeit durch restriktive Kartenausgabe als Besonderheit gehandelte Sommelierparty; immer verachtete Popsongs klingen in dieser Nachtwerk-Atmosphäre und überlaut dahingehämmert ganz adäquat, der deutsche Riesling beweist mit seiner Restzucker-Qualität die Tauglichkeit auch für späten leichtfüßigen Genuß. Larry and I reden angestrengt gegen das Gedröhne über aktive und passive Musikerfahrung im klassischen Bereich, doch es dauert nicht allzu lang, bis wir die Vergeblichkeit unserer Gesprächsbemühungen an diesem Ort zur Kenntnis nehmen - ich bin schließlich froh, dass mein Hotel nur wenige Minuten ums Eck entfernt liegt.

Freitag, 27. März 2009

Alltagsborsten

Undercover ins Restaurant.

- Treten wir als verliebtes Paar auf?
- Sind wir das denn nicht ?
- *Lächelnd* Verliebte mit Alltagsborsten!


Tatsächlich sagte er: Dann streng dich mal an!
Alltagsborsten eben.

Und wir saßen da als ein ganz normales Paar, das im Streicheln von Urlaubsträumen die Borsten daheim gelassen hat.

Mittwoch, 25. März 2009

never ending winter tale

die zweige starren
zur nacht getaucht in frisches weiß
in freche märzenbläue

den knospen ist noch harren auferlegt
dieweil lawinen von den bergen donnern

Sonntag, 22. März 2009

Mimi arbeitet an Charlies Tod

Mimi ruft an. Stell dir vor, sagt sie, Charlie ist zu seiner jüngeren Freundin gezogen! Und er hat den Kühlschrank leer geräumt. Ich habe nichts zu essen. Es ist Samstag, Mimi weiß, dass sie am Sonntag auf den Friedhof zu Charlies Grab gehen wird. Sag, und hast du aus dem Tresor die runde Kassette mit den 82 € mitgenommen? Sie ist nicht da! Ich hab da eine große alte Vase, sollte Charlie es wagen heim zu kommen, hau ich sie ihm über den Schädel, und es ist mir egal, wenn er dann tot ist!

Der Geliebte, dem der Anruf galt, ist verzweifelt, kommt mit seiner Vernunfthaltung nicht gegen Mimis Geschichten an. Sie arbeitet ja an Charlies Tod! sage ich, und alte Ängste arbeiten offenbar in ihr. Aber Charlie, sein bester Freund, habe nie eine Freundin gehabt, erwidert der Geliebte, wenn er auswärts war, habe er die Abende nur vorm Fernseher verbracht. Wie lange schafft Mimi noch das Leben allein?

Samstag, 21. März 2009

Symphonischer Tod und Das Letzte.

Von einem Samstagtermin zur Autofahrerin Unterwegs gezwungen, höre ich.
Hin Gustav Mahlers Orchester-Bearbeitung von Schuberts Der Tod und das Mädchen: üppig, strömend, härchenkräuselnd.

Zurück das Kollegium Kalksburg mit Des Letzte. Absolut am Platz in der nackten Landschaft zwischen Winter und Frühling.

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ConAlma - 2011-10-07 11:40
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sang und klanglos :-(
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