Samstag, 3. Oktober 2009

Bananarama

Im Film Indien wird die (vom "richtigen" Ende gegessene) Banane zum Symbol für eine Art Wiedervereinigung zweier sich mühsam Verständnis und Sympathie erstritten Habender im vermeintlichen nächsten Leben (des einen).


Fellner: "Ich hab ja so die Theorie, daß das Essen sehr oft in Zusammenhang steht mit der betreffenden Landschaft. Also dort, wo die Landschaft eher karg is´, gibt´s sehr oft gegrillte Sachen. "Bei uns ist die Landschaft a bißl üppiger, daher haben wir diese vielen Mehlspeisen." Bösel: "Aha. Ums Siaße reiß i mi net so." Fellner: "In Indien zum Beispiel, die essen überhaupt nur Reis. Die sitzen auf der Straß´n, essen Reis, lachen dabei, manche verhungern. Das muß irgendwie eine ganz eigene Landschaft sein."



Wie aber muss es um eine Landschaft bestellt gewesen sein, wenn ihr die Banane als Symbol für Freiheit erwuchs?

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Bildquelle: Standard

Wiedervereinigung: Scheinwerferlicht auf Verständnis und Sympathie ohne Mauer. Und nach diesen 20 Jahren?

Mittwoch, 30. September 2009

Scheissen kostet.

Der Besuch einer öffentlichen Toilette kostet mehr als wir für einen Liter Milch bekommen - diese denkwürdige Relationsüberlegung stellte eine Bäuerin anlässlich der jüngst gelaufenen Diskussion zum Milchpreis an.

Und heute im Morgenjournal bekundete ein Exponent von Ryanair, dass man künftig den WC-Besuch im Flugzeug kostenpflichtig machen wolle - dann brauchen wir nur mehr eine Toilette, die Flugzeuge können auf mehr Sitze umgebaut werden, Fliegen wird billiger.

Verkneifen Sie sich also die Notdurft, zumindest öffentlich, aber bitte: Trinken Sie Milch!

Montag, 28. September 2009

Der plötzliche Tod des Piraten

Das Höchste, das man als Mensch erreichen kann, ist Tiroler zu sein. So zitiert eine Tochter ihren Vater, als eine Messe gelesen wird ihm zu Ehren und zum Tode in seinem Heimatdorf, seiner Herkunft; dem Zuhause, das den fremdgeborenen Kindern als einziger Fixpunkt auch eins geworden ist. Diese Messe in der goldgänzenden Barockkirche, mit den Fürbitten lesenden Dorfkindern und den routiniert betmurmelnden alten Frauen und dem unsensibel trockenen Pfarrer, der nur eine Pflicht herunterzuleiern scheint, und die flotten Weisenbläser als feine und doch seltsame musikalische Umrahmung, das alles mag dennoch, trotz diesen Tirolerstolz-Satzes, nicht so recht passen zu dem Mann, den ich als wilden, immer nach neuen Grenzen suchenden Koch in seinem Global Bistro kennenlernen durfte. Denn da ist auch das Erinnerungskärtchen, das bei Begräbnissen immer mitgegeben wird, mit den Lebensdaten und dem Foto des Verstorbenen: und auf der Vorderseite ist nicht ein heiliges, trauerwürdiges Motiv, sondern eins seiner Gerichte, das letzte, das er, der Sepp, kreiert hatte, bevor er so plötzlich gestorben war.

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Als ich um die Kirche herumging, durch diesen wunderbaren Friedhof, nur schmiedeeiserne Kreuze, an jedem Grab brannte ein Licht (Wer zündet all diese Lichter an? fragte verwundert eine der asiatischen Verwandten oder Freundinnen), kamen manche auf mich zu und fragten: Und Sie sind sein letzter Gast gewesen? Ja, wir waren dort gewesen am Vorabend dieses plötzlichen Todes, wie wir so oft (ich wohl weniger oft als die Freunde) dort beieinander gesessen waren, wir hatten auch Piratensuppe gegessen, und als ich meinen 50. Geburtstag dort gefeiert hatte, da hat er uns diesen fantastischen Napoleon-Burger gemacht.

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Doch dann stand ich auf einmal auf diesem Dorffriedhof und umarmte die Witwe, diese wunderschöne Frau, die immer so ruhig und fürsorglich und viel zu unbeachtet im Hintergrund für unsere Bewirtung gesorgt hatte, und nichts schien mehr wahr zu sein.

Mittwoch, 23. September 2009

Steirischer Tag

Ich hab einen steirischen Tag eingeschoben, den Sohn zu besuchen. Fast ein südlicher Sommertag, wäre nicht auch hier das zu allzu früher Stunde schwindende Licht.

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Dienstag, 22. September 2009

Way Out

An manchen Tagen möcht ich durch den Notausstieg - ohne zu wissen, wohin er führt. In meine Sommerberge würd's aber nicht sein.

Notausstieg

Aaah, Sommer ... heute darf man ihn noch so nennen, morgen wird sich der Herbst dafür wie Sommer anfühlen. Nur das Licht, das ist nicht mehr so lang.

Montag, 21. September 2009

Big Sleep

Sie sehen nicht einmal gut aus, sagt Lauren zu Humphrey - wie ich aussehe, ist mir grad ganz egal. Um fünf Uhr auf, einen Text komplettiert, der dringend abzugeben war und mir gestern nicht mehr gelingen wollte - die frühe Stund schenkte mir freudiges Denken, so blieb auch noch Zeit für Bloglektüre, ehe ich aufbrach zur Körperarbeit: 29 Laufmeter aus- und neu wieder einräumen, die rechte Schulter freut sich ungemein, dazu die ganz normalen Geschäfte, die Jungs hatten wieder einen Grund gefunden, kräftig und teuer zu trinken, nur weil einer sich einen Mercedes angelacht hat. Daheim noch Kochen fürs Kind, das dann doch nicht kam, Geschirr gewaschen (händisch, die kleine Küche erlaubt keinen Geschirrspüler). Jetzt aber fall ich in den Big Sleep, bis morgen früh um sechs jedenfalls, und dann wird das Heute Schnee von gestern sein.

winterhauch

Vormittagsblick 15.9.

Sonntag, 20. September 2009

Absent.

Seit dem Flammenmorgen ist so viel geschehen, dass ich voller Wörter und Sätze bin, doch nicht Ruhe noch Kraft finde, sie niederzuschreiben. Und so werden die meisten davon dem ungeschriebenen Berg der Geschichten von gestern anheimfallen.

Mittwoch, 16. September 2009

Flammender Morgen

Über dem Bahnhof schwebte, noch vor dunklem Himmel, um halb sechs Uhr morgens wie verschleiert eine schmale Mondsichel - morgen wird davon nichts mehr sichtbar sein. Doch wenig später nur traf mich der Blick in ein einen flammenden Morgen:

flammenmorgen

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ConAlma - 2011-10-07 11:40
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rinpotsche - 2011-10-07 00:37
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books and more - 2011-10-07 00:30
sang und klanglos :-(
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