Mittwoch, 14. Oktober 2009

San se neu? Kurtag 2.

Die Verantwortung für das eigene Leben trägt jeder selbst. Beim Empfang am Empfang darf man sich das Losspruch-Zettelchen aus dem Glas ziehen. Passt eh immer.

Am Aufzug immer wieder das San se neu? - die schon länger Kurenden identifizieren neue Gesichter sofort. Der Tag begann früh, um 6:40 Blutabnahme, sonst aber sparsame Anwendungen: ein bisserl Schulter-Gymnastik; was nach nichts aussieht, lässt ungekannte Muskeln spüren. Dann Wasser bis zum Hals - Unterwassermassage, herrlich warm. Und noch wärmer dann die Fango-Packung. Dazwischen ein Spaziergangsversuch, des beissend-kalten Windes wegen wieder abgebrochen. Dafür Hineinfallen in nicht enden wollende Müdigkeit.

Die Stunden aufkeimender Lethargie könnte ich mir aber auch mit einer besonders eigenwilligen Übersetzungsübung füllen!

Frau ohne Schatten. Kurtag 1.

5°. Schneeluft.

herbstnass

Ich habe gepackt: Sportbekleidung, Badeanzug. Walkingstöcke, Daunenweste. 2 unterhaltsame Bücher, Connie Palmen und Wolf Haas. 2 Weinzeitschriften, gesammeltes Material, das kleine Netbook. Op. 100. Aber fast vergessen: die Geige dazu. Und wirklich vergessen: das Kabel für den Fotoapparat; die Tochter schickt's nach.

Fahrt durch Wetterfronten; der stürmische Wind reisst irgendwann Löcher in den tiefen Wolkenhimmel, dahinter starrt unfassbares Blau. Dem Tag zum Trotz leuchten Bäume und Sträucher in intensiven Farben; was sich an meiner täglichen Wegstrecke innert weniger Tage vom schmutzigbraun zu gelb und rot gefärbt hat, begleitet mich auch hier.

10° an der Donau, dann geht es hinauf, Waldviertel. Vertraute Straßen, Erinnerungen an Sommerwochen mit den Kindern. Die erste Schneewiese, die Temperaturanzeige blinkt, 2°, dann 0. Angekommen. Das Kurhaus ist neu, groß, sachlich. Ich habe Waldblick, nach Norden. Einweisung in die Üblichkeiten: Mittagessen 11:45, Abendessen 17:45, Anwesenheitspflicht. Gewicht, Blutdruck, kurzes Arztgespräch ohne Eingehen aufs Eigentliche; ich zwinge den sanften jungen Mann doch zu einem Blick auf die Befunde.

Die Küche ist gut, Waldviertler Bioprodukte, zartes Fleisch, ich darf alles essen. Und angenehme Tischgesellschaft, nicht selbstverständlich, wenn ich mich im Raum umsehe. Frau C. ist an die 60, Röntgenassistentin, reist gern, wir können uns über beiderseits bekannte Landstriche unterhalten.

Es schneit ununterbrochen, ich fühle mich verloren. Verkrieche mich im großen Zimmer. Die Nacht ist lang.

Dies ist der Nachtrag von gestern - erst seit heute ist der Internetanschluss verfügbar

Samstag, 10. Oktober 2009

Schlitz.Putz

Putz dir den Schlitz, Putzi,
die schlazige Ritz, Schnutzi,
mein schlutziger Spitz wartet schon wieder!

Ah welch Schlanzen im Tanzen
von Ritze und Spitze,
du schmatziges Mädel, du schlitziger Schatz!

Du
Mein
Baz
Maz
Putz
Mutz
Schlutzß!


Inspiriert von einer (leider nicht fotografierten) Werbetafel an einer Baustellenfassade
und gewidmet all jenen, die sich auf Baustellen vergnügen (müssen) ;-)

Freitag, 9. Oktober 2009

Déjà vu

When I was a young girl ....

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Herzleier


( Bildquelle)


Die Herzleier ist gestimmt.
Eingestirn mit doppeltem Schlag
heben wir an zum Zwiegesang,
im stürmischen Herbstwind nicht zu wanken.




Lyra-Wein


Inspirationsquelle

Fall(ing)

Die Farben fallen.
Was noch vor Wochen Frist als sattes Grün, wäscht sich in kühlen Nächten aus.

Es fällt das Licht,
steht fahl am Morgen, tagestrüb.
Nicht grün, nicht braun: die Landschaft falbt.

Doch fiele ich, Melancholie!, in Zweifel,
gäbe mich anheim
dem kommend Schwinden
(wo doch überreich noch Körbe reifer Frucht so leuchtend auf den Märkten stehn),
dann ruft die Sonne plötzlich: Halt!
und lässt die Farben neu erstehn
und zündet Mut.


himbeernebel





Fiel mir, ansatzweise, damals dazu

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Der Letzte.

Als letzten Sommertag will ich das Heute nehmen.
Das Sommerhaus wird schon geräumt;
geputzt dem langen Winter übergeben.
Ein wenig Herbst färbt noch den Tisch.

herbsthaus




Mittagsedition:

Stadtbalkon. Lachs auf Karotten-Kürbisgemüse. Gefühlte 35°. Sonne saugen.

stadtbalkon



night edition:

Der junge Mann an der Bar spricht von Schneefall am Montag. Bei einer Nachttemperatur von 17° kümmert mich das wenig. Heute. Goldgelb ansteigender abnehmender Mond. Flussglitzern.

festungnight

Sonntag, 4. Oktober 2009

Ausfahrt.

Ein Sonntag, wie er sein soll. Und doch musste es Herbst, gar Oktober werden, um auszufahren

armatur

mit Spuckerl

triumph

Dafür wurde erst mittags gefrühstückt

almfruehstueck

und zwar mit feinstem Bergblick.

kaiserschlitz

Samstag, 3. Oktober 2009

Bananarama

Im Film Indien wird die (vom "richtigen" Ende gegessene) Banane zum Symbol für eine Art Wiedervereinigung zweier sich mühsam Verständnis und Sympathie erstritten Habender im vermeintlichen nächsten Leben (des einen).


Fellner: "Ich hab ja so die Theorie, daß das Essen sehr oft in Zusammenhang steht mit der betreffenden Landschaft. Also dort, wo die Landschaft eher karg is´, gibt´s sehr oft gegrillte Sachen. "Bei uns ist die Landschaft a bißl üppiger, daher haben wir diese vielen Mehlspeisen." Bösel: "Aha. Ums Siaße reiß i mi net so." Fellner: "In Indien zum Beispiel, die essen überhaupt nur Reis. Die sitzen auf der Straß´n, essen Reis, lachen dabei, manche verhungern. Das muß irgendwie eine ganz eigene Landschaft sein."



Wie aber muss es um eine Landschaft bestellt gewesen sein, wenn ihr die Banane als Symbol für Freiheit erwuchs?

httpderstandard-at1253807802383Boese-gaaanz-boese


Bildquelle: Standard

Wiedervereinigung: Scheinwerferlicht auf Verständnis und Sympathie ohne Mauer. Und nach diesen 20 Jahren?

Mittwoch, 30. September 2009

Scheissen kostet.

Der Besuch einer öffentlichen Toilette kostet mehr als wir für einen Liter Milch bekommen - diese denkwürdige Relationsüberlegung stellte eine Bäuerin anlässlich der jüngst gelaufenen Diskussion zum Milchpreis an.

Und heute im Morgenjournal bekundete ein Exponent von Ryanair, dass man künftig den WC-Besuch im Flugzeug kostenpflichtig machen wolle - dann brauchen wir nur mehr eine Toilette, die Flugzeuge können auf mehr Sitze umgebaut werden, Fliegen wird billiger.

Verkneifen Sie sich also die Notdurft, zumindest öffentlich, aber bitte: Trinken Sie Milch!

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sang und klanglos :-(
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