Donnerstag, 3. Dezember 2009

Fensterl 3

grammelknoedel


Grammelknödel beim Donauwirt.

Fensterl 2

Auster-mit-Sauerkrautperlen

Auster mit Sauerkrautperlen. Galaauftritt eines Deutschen beim Österreichischen Weinsalon.

Vierhändig. Argerich.

Martha Argerich. Und vierhändig. Welcher emotionale Konnex sich da auftut, weiß eigentlich nur einer. Jedoch: der Geliebte hatte im vergangenen Jahr meine Enttäuschung bei der Absage von Argerich registriert, und so überraschte er mich heute mit einer Fahrt nach München - nicht ahnend, wie sehr auch er von der Kraft der Pianistin beeindruckt sein würde.

Sie trat gemeinsam mit dem jungen Alexander Mogilevsky auf, begann mit Schuberts Rondo D951 zu vier Händen - wie aus einem Guss spielten die beiden neben- und miteinander, ein stetes Ineinandergleiten, ein sanfter Auftakt. Doch dann, an zwei Klavieren, Prokofieff, Konzertsuite aus dem Ballett "Aschenbrödel". Ein unglaublich intensives Stück, das bis zur letzten Note die Spannung hält, immer wechselnd zwischen verhaltenen, leisen Passagen, heftigen Ausbrüchen, die wieder in scheinbar fröhliches Walzerwiegen kippen - wir waren gleichermaßen beeindruckt.

Tschaikowskys "Nussknacker"-Suite nach der Pause konnte nach diesem Stück nur hübsch, fast zu gefällig wirken, und auch die Suite Nr. 2 von Rachmaninoff blieb mit reichlich Süße weit hinter dem Eindruck zurück, den Prokofieff hinterlassen hatte - die Bearbeitung für Klavier zu 4 Händen ist Martha Argerich gewidmet.

Es war allerdings auch ein besonderes Vergnügen, dieses Pianistenpaar zu beobachten: er in einem seidig glänzenden, chinesisch wirkenden und viel zu lose sitzendem Anzug, mit dicken schwarzen Haarlocken, mit einigem Pathos spielend, und sie, schlichtes schwarzes langes Kleid, die mittlerweile grauen Haare lang und offen tragend; immer Hand in Hand die Bühne betretend und wieder verlassend, nach zwei tiefen Verbeugungen zum Applaus eines rasch enthusiasmierten Publikums sofort in ein Zwiegespräch fallend, als wäre da gar kein Zuschauerraum, wie zwei Schulkinder, die nach dem Unterricht gleich ins vertrauliche Schwätzen fallen.

Und nach Fußgetrampel und Standing Ovations noch eine kurze Zugabe, ein Walzer - von wem, das hätt ich gern geraten, erinnerte mich mit Lächeln an vergangene Musikratespiele - Brahms, versuchte die Dame am U-Bahnsteig, die aus dem Allgäu angereist war des Konzertes wegen; ich wusst es nicht zu sagen.


Marthas Hände

Dienstag, 1. Dezember 2009

Fensterln. 1

Die einen legen ein Jahr zu, die anderen zählen die Tage. Die Tochter hat sich einen sexiest men-Adventkalender zugelegt, ich werd Sie - mangels Schreibzeit - mit den sexiest oder vielmehr most delicious dishes dieses Jahres beglücken.

Heute: Schnecken à la Saluti:

saluti-schnecken

Sonntag, 22. November 2009

Novembersee

hechtsee

Ein Tag fern von Trübnis. Im Wald legen sich die Fäden eines späten Altweibersommers übers Gesicht - 90 Minuten bergauf und rundum schaffen klare walking mind.

Samstag, 21. November 2009

November entlang des Weges

Lärchen und Birken harren im letzten Gold, geben Nadeln und Blätter sanftmütig frei. Drei Pappeln aber trotzen noch mit schmutzigem Grün gegen die Tage, während Zugvögel ein scharfes V in den trüben Himmel zeichnen. Und die weißen Bergspitzen kratzen an tiefen Wolken, dem Himmel ein blaues Lächeln zu entlocken.

(Eines anderen Tages Abend:)

Das letzte Licht des Tages legte rosenfarbene Ruhe über die Stadt.

rosenabend

Und als es dunkler wurde, hing plötzlich die Mondsichel groß und schwer über der Straße, zum Greifen nah. Sesselebene, sagte das Ortsschild, da war der Mond schon längst hinter den steilen Bergwänden in den Westen gerutscht, und ich versuchte mir vorzustellen, wie eine Ebene aus Sesseln aussähe.

Nachts, auf dem Balkon, stand Orion ebenso vor mir wie daheim, und doch hatte sich der Süden verschoben.

Sonntag, 15. November 2009

Ballkönigin

Ballkönigin ist sie nicht geworden, da hatte ein anderes Mädel die spendierfreudigere (und vielleicht auch größere) Familie mit. Aber sie war Organisatorin, Moderatorin, Choreographin der Mitternachtseinlage des eigenen Maturaballs gewesen und dann auch noch diejenige, die am frühen Vormittag (gemeinsam mit Mama und Papa, die dem gipsbearmten Kind selbstverständlich halfen) die letzten Überbleibsel und Hinterlassenschaften des nächtlichen Chaos beseitigte: also irgendwie doch Ballkönigin.

ballkoenigin


Und weil das Kind so viel zu tun hatte, gibt es kein einziges gestelltes Prä-Ball-Foto

Donnerstag, 12. November 2009

Who's that girl?

Niemals war ich älter als heute.

me




Who?

Dienstag, 10. November 2009

Titanbrust.

"Erschrick nicht", schrieb sie, und weiter: "Sorge dich nicht". Kein Anruf, auch kein sms, nur eine trockene Mail, spätabends, die andeutete, nicht aber aussprach. Eine Untersuchung hätte es gegeben, mit einem Verdacht, und eine genauere, mit einem Ergebnis. Erst heute die Details, mündlich, weil ich sie dazu zwang, hab sie vom Frisör abgeholt, "nein, warte nicht, es dauert noch"; sie schien zwischen Erleichterung und Abwehr zu schwanken, es sei ja nichts, sie spüre ja nichts, die Koordination zwischen Augen und Händen mache ihr mehr zu schaffen.

Selbst auf mein Drängen hin blieb sie wortkarg, in die Klinik sei sie dann halt gefahren, es wurde gleich eine Biopsie angeordnet, und ja, positiv, ja was denn nun? werfe ich ein, na positiv eben, sagt sie, ungehalten. Kein einziges Mal spricht sie aus, was sein könnte. Nur Oberfläche? Oder invasiv? Das Wort KREBS jedenfalls spricht sie nicht aus, ich bleibe im Ungewissen. So professionell waren sie dort, sagt sie nur, und damit die Stelle wiedergefunden werden könne, haben sie ihr einen Titanfaden in die Brust gelegt. Und weiter? frage ich ungeduldig. Das wird sie morgen mit der Hausärztin besprechen, wenn sie den Befund hat, aber für eine Behandlung will sie nicht immer so weit fahren müssen. Ich bringe dich! sage ich; nein, du stehst so früh auf, das ist nichts für mich, wehrt sie ab, das muss auch hier gehen, und sie steigt aus dem Auto aus, als sei nichts gewesen, keine Umarmung, kein Fallenlassen, nichts. Meine Mutter.

Montag, 9. November 2009

Mauersong

Wo waren Sie, als die Mauer fiel? hatte der Standard schon zum 3.Oktober hin gefragt, und die Antworten mehr und weniger prominenter Ossis, Wessis und Ösis waren, färbig unterlegt, über die ganze Wochenendausgabe verstreut. Was mich bei manchen Sätzen zumindest verwunderte (vielleicht zunächst auch erschreckte), was die bekundete Ferne zu dem, was vor 20 Jahren geschehen war, aus dem Munde von jenen, die zwar noch Kind , aber doch nah dran gewesen waren.

Ich selbst, ich war im November wieder daheim gewesen; im Mai zuvor aber in Berlin, eine Woche mit einer Freundin (die Kinder hatten wir in Obhut der Männer gelassen), und wir tauchten in eine lebendige West-Lokalszene (Wien war 1989 mit ein bisserl Bermudadreieck-Aufbäumen noch sehr in den diesbezüglichen Anfängen) ein ebenso wie in eine im distanzierten Blick fast mystisch-karge Leere (und gastronomische Dürftigkeit) des touristisch besuchbaren Osten. Am eindrucksvollsten für mich blieben die in Düsternis geschlossenen, zügig durchrasten U- bzw. S-Bahnstationen, die der Phantasie Nahrung gaben. Vielleicht wurde aufgrund jener Berlin-Ersterfahrung Cees Nootebooms Allerseelen zu meinem Lieblingsbuch?

Jedenfalls waren mir Blick und Ohr geschärft nach dieser als Hausfrauen-Vergnügungs-Auszeittour angelegten Reise, und was in jenem Sommer in so unmittelbarer Nachbarschaft Wiens (Unizeit-70er-Jahr-Ausflüge nach Prag hatten auch diese Stadt in der Empfindung sehr nah wachsen lassen) geschah, war mehr als ein einfach irgendwo stattfindendes Geschehen - ich fühlte mich vielmehr inmitten von GESCHICHTE lebend.


OE1, mein verlässlicher Reisebegleiter, sendet (gerade noch) mit einem etwas weit her geholten Bezug zum Mauerfall (weil Brecht und Dreigroschenoper auch gesungen) ein Konzert von Marianne Faithful vom Sommer diesen Jahres - aber es sind so schöne Songs dabei, dass sie für jede Gelegenheit passen.

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ulovesexdoll - 2018-12-13 06:51
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karrri - 2014-06-24 12:18
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uferlos - 2011-10-08 00:28
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lasst mir noch ein bissl zeit. vielleicht gibt es ein...
ConAlma - 2011-10-07 11:40
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Was gab's denn so wichtiges anderswo?
rinpotsche - 2011-10-07 00:37
!
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books and more - 2011-10-07 00:30
sang und klanglos :-(
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profiler1 - 2011-10-06 21:55
Erwischt... und Sie fehlen...
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katiza - 2011-10-06 10:34

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