Warum
weil
bist du da
ich sonst kein Zuhause hab
aber du fragst ja nicht
weil du die Antwort
nicht hören willst
die ich dir geben müsste
und eben diese Antwort
dir auch nicht geben mag
deshalb warte ich auch nicht auf die Frage
dass ich da bin
ist einfach so.
ConAlma - 2010-01-03 19:37
Es war ein fröhlicher, ausgelassener Silvesterabend gewesen, wir sind zum Essen ausgefahren, der Hirsch und ich, weil ich ihm die Küchenarbeit nicht schon wieder zumuten wollt und ich von der Tagesarbeit ohnehin zu müde gewesen wäre, wozu gibt es denn die Profis, die damit (gutes) Geld verdienen und noch Besseres drum zubereiten, gar köstlich auch die Weinbegleitung, zur intensivsten Rinduppe seit langem, dunkelgoldenes Konzentrat, ein gelbgoldner Wein, 1986 Roter Veltliner Mantlerhof, ach und Champagner zuhauf, und dann ließen wir uns noch in die Bar beim Bahnhof chauffieren, dort waren sie schon ausgelassen, und ich hab mit den schönen Frauen ebenso ausgelassen getanzt, dieweil der Hirsch sich am Gin Tonic festhielt und erstaunt zusah.
Nach George Prêtre im Musikverein, der das Neujahrskonzert mit so viel Feingefühl und Zartheit ausstattete,mit Witz sowieso, zog ich mich in des Geliebten Küche zurück, um Ossobuco zu schmoren für seine Töchterfamilien, und so saßen wir und speisten und tranken im Salon, und das Neue Jahr begann wie das Alte endete, Saus und Braus!
ConAlma - 2010-01-01 22:12
- Zu sehen, sie die Kinder mit Riesenschritten in ein verantwortliches Eigenleben wachsen.
- Dass aus Begegnungen Freundschaften wachsen, aus Berührungen Vertiefungen.
- Eine Fülle an Blicken: auf Berge, Täler, Wiesen ... und Teller ;-)
- Dass die Freude am Wein eine ohne Wachstumsgrenzen ist.
- Die Versöhnung mit meinen Illusionen, die wesentlicher Teil meiner Heimat sind.
- Die Erfahrung, dass auch bei Zuviel an Arbeit, die doch ein Zuwenig am Konto ergibt, der Ideenfluss nicht versiegt.
- Dass das nächste sein wird, was es ist.
- Ja und: dass eine Verbindung ihre Kraft nicht verliert, inmitten aller zerrender Dynamiken.
Auf ein wohlgemutes Jahr, in dem auch die Lustbarkeiten ihren Platz finden mögen!

ConAlma - 2009-12-31 05:55
Je seltener, umso intensiver: wann immer ich Wiener Boden betrete, geht mir das Herz so auf, wie es nirgends sonst aufgeht, es ist dieses Daheim-Gefühl, das mich dann überwältigt.
Der Abend brachte milde Regenluft, es roch fast frühlingsfrisch im Park, die Enten im Teich quakten sogar nachts, und ich dachte an die vielen Kindheitstage, als ich am Wasser stand und Futter streute.
coming home
ConAlma - 2009-12-30 22:43
Ehrlich gesagt, ich habe nie gefragt. Ich nahm es immer als winzig-witziges Äffchen, das Logo auf
Loimers Flaschen. Ein Zipferl rechts am Kopf, ein Zipferl unten.
Und dann lag es auf einmal zum Verzehr vor mir, lebkuchig und nelkenwürzig - köstlich!

ConAlma - 2009-12-29 14:01
In der schnellen Frühmorgen-Gratis-Ausgabe der Landes-Tageszeitung geschehen - eilbedingt - immer wieder Fehler, dass etwa die verkürzten Artikel gewisse wesentliche Satzteile entbehren müssen.
Eine solche Titelzeile aber, die schlichtweg nur aus dem
Muster besteht, war mir bislang noch nicht aufgefallen. Allerdings lese ich normalerweise auch meine eigene Zeitung ....
ConAlma - 2009-12-28 22:26
Eine Familienweihnacht rechtfertigt für einige Zeit das Dasein
schreibt mir der Onkel, kinderlos, in seinem jährlichen Weihnachtsbrief. Nächstes Jahr kann alles anders sein, dachte ich schon zuvor und war somit froh, dass die Familie so zusammenkam. Die Kinder kündigten schon andere Pläne an ...
Einen
Engel hat er mir auch noch mitgeschickt, von H.M.Enzensberger.
Paul Klee.
ConAlma - 2009-12-27 15:26
Ich krame in den Einträgen dieses fast vergangenen Jahres, suche Texte und Bilder, meinem Vater einen Kalender daraus zu fertigen, denn was sollte ich ihm sonst überreichen als Eigenes? Das nämlich ist immer das richtige Geschenk, und ich fühle mich dann wie das kleine Mädchen damals, das Lieder und Stücke vortrug zum Wohlgefallen und ob seiner Fähigkeiten geliebt worden war.
Und wie jedes Mal, wenn ich ältere Texte zur Hand nehme, bin ich erstaunt, was mir neben all dem normalen Leben (oder inmitten?) ein- und zufällt, lege flüchtig Hingetipptes, Vergängliches zur Seite und freue mich an Beständig-Gültigem.
ConAlma - 2009-12-27 11:11
Haben Sie meine Telefonnummer? fragt sie, als ich mich selbst zum Aufbruch drängte, doch dann fiel noch ein Stichwort, und es zog wieder lange Sätze nach sich . Ich hatte ihr Gesicht schon gesehen, als es unter den tief heruntergezogenen Jalousien hinausspähte, auf mich, die ich vor dem Gartentor wartete. Doch es war die Tochter, die innige Freundin, die mir öffnete, mich empfing im überraschend kleinen Haus, in dem das Leben stehengeblieben war, vielleicht auch nie wirklich stattgefunden hat.
Ich kannte vieles aus Erzählungen, und ich verstand nun all die Kindheitserinnerungen, in denen von Verstecken und Winkeln die Rede war. All diese Winkel und Verstecke sind auch in den Seelen dieser beiden Frauen, die da so symbiotisch miteinander sein müssen, dachte ich, als wir, die Freundin und ich, noch alleine beim Tee im abgedunkelten Wohnzimmer saßen, kommst du, Mama? rief die Tochter mit lauter Stimme hinauf, drängend, das Geschenk der ungestörten Minuten nicht annehmend, eine merkwürdige Nervosität lag im Raum. Und dann erschien sie, die kleine alte Dame mit nach außen gewandter Haltung, Tapferkeit und Stolz waren in ihre Bewegungen geschrieben. Von der körperlichen Beeinträchtigung war nur mit genauem Blick etwas zu sehen, sosehr konnte sie diese mit ihrem bestimmten Auftreten kaschieren, in die Rolle der Königin ist sie geschlüpft für die Dauer dieses Besuches, und ich weiß um die Besonderheit und Seltenheit dieser Gnade.
Wenn ich von der vibrierenden Unsicherheit der Tochter absah, die sich in forcierten Gesprächsbeiträgen äußerte, war es eine vergnügliche Unterhaltung mit pointierten Sätzen, die eine erstaunliche, scharf formulierte Distanz zu den Abgründen eines Lebens, von denen ich gleichwohl wusste, suggerierten. Ich blickte in ein faszinierendes Gesicht mit jungem Ausdruck, es trägt keine eindeutigen Spuren des Alters. Sie weiß um meine Liebschaft mit einem Mann, der ihr nur wenige Schritte im Alter voraus ist; was, wenn sie ebenso einen Begleiter hätte, der ihr mit seiner relativen Jugend etwas von dem nie Gehabten, Sehnsuchtsbesetzten geben könnte? Nähme ihr dies etwas von der Last die sie trägt und andere mit ihr? Nein, vermute ich, denn ich kann es in meiner Nähe sehen, dass nichts aufzuheben ist, was nicht von selbst aufgehoben wird.
Und so ist es ein schmaler Grat, auf dem sich die Sätze bewegen, sich diese Frau bewegt, die nur für kurze, öffentliche Augenblicke in sich Halt findet und Haltung wahrt, und ich weiß vom ständigen Fallen, das innerhalb des undurchdringlichen Beziehungsgeflechtes auch die darin Verstrickten mitreißt.
Nein, ich habe ihre Telefonnummer nicht; die abschließende Umarmung dieser so Zurückgezogenen aber empfand ich als große Ehre.
Für K.
ConAlma - 2009-12-26 10:02