Beethoven Drei in Rot. In Erl.
Nach einem vornächtlichen Gewitter erblühte der gestrige Tag wieder in allerschönster Sommerhitze. In der vorletzten Reihe, wo wir saßen, hatte es zumindest 30°. Selbst ganz ruhig sitzend begannen sich ganz kleine Schweißbächlein zu bilden, man konnte spüren, wie die Feuchtigkeit durch die Poren nach außen drang.
Ich weiß nicht, welche Temperatur es über den Tasten hatte. Der Flügel stand ja viel weiter unten. Aber so viel weniger kann es nicht gewesen sein. Der Flügel war übrigens ein Faziol, das längste Modell dieser Firma und, wie mir mein einschlägiger Begleiter sagte, ein wirklich gutes Instrument. Nur beim Fortissimo sind Bösendorfer und Steinway im Vorteil.
Die Pianistin erschien ganz in Rot: glänzender Satin, Jacke mit langen Ärmeln. Das schwarze Schweißtuch lag griffbereit, wurde immer wieder über Stirn und Tasten geführt. Jasminka Stancul spielte Beethovens Drittes Klavierkonzert sehr virtuos, mit viel körperlichem Einsatz.
Als zarte Frau sprang sie immer wieder vom Sitz auf, um ganz ans linke Ende der Klaviatur zu wandern. Beim dritten Satz lachte sie sehr fröhlich. Es gab auch eine Zugabe, ein Bravourstück, neuere Musik, aber ohne weitere Angabe. Ich bin bei aktuellen Klaviervirtuosennamen nicht mehr bewandert. Aber es war ein schönes Erlebnis. Ich selbst war auch ganz in Rot gekleidet. Zum Glück saß ich ganz hinten.
Danach, bei weiter gestiegenen Temperaturen im Passionsspielhaus: Erste Symphonie von Bruckner. Ein an sich erfrischendes Werk, das noch sehr zerrissen wirkt, irgendwie unausgegoren. Wunderschöne Themen, aber sehr rau in der Zusammenfügung. Sicher nicht leicht zu spielen, viele Rhythmuswechsel oder -überlagerungen. Dennoch sehr typisch Bruckner.
Der Vorteil eines Orchesterkonzertes: man sieht einmal das Orchester, das sonst bei den Opern hinter dem Schleier nur zu erahnen ist. Viele hübsche junge Menschen, bei beiderlei Geschlechtern. Und vor allem: viele gute Musiker.
Wir hatten schon die Programmvorschau für 2007 in Händen: Da spielt das Orchester 3 Wochen durch. Wagner-Opern, immer von Freitag bis Donnerstag.
Bei lauen Nachttemperaturen im Gastgarten danach: Högl Riesling Federspiel Bruck 1999 - da braucht niemand zu sagen, dass Federspiele nicht altern können. Deutliche Petrolnoten, herrliche Rieslingfrische. An diesem Abend, mit frischgedüngten Feldern rundum und einer Straße davor, einer Tankstelle in Reichweite, mit all den dazugehörigen Gerüchen, irgendwie passend ;-)
Und, Herr Landwein: auch Österreicher mögen Rieslinge mit Alterston. Jawoll!
Ich weiß nicht, welche Temperatur es über den Tasten hatte. Der Flügel stand ja viel weiter unten. Aber so viel weniger kann es nicht gewesen sein. Der Flügel war übrigens ein Faziol, das längste Modell dieser Firma und, wie mir mein einschlägiger Begleiter sagte, ein wirklich gutes Instrument. Nur beim Fortissimo sind Bösendorfer und Steinway im Vorteil.
Die Pianistin erschien ganz in Rot: glänzender Satin, Jacke mit langen Ärmeln. Das schwarze Schweißtuch lag griffbereit, wurde immer wieder über Stirn und Tasten geführt. Jasminka Stancul spielte Beethovens Drittes Klavierkonzert sehr virtuos, mit viel körperlichem Einsatz.
Als zarte Frau sprang sie immer wieder vom Sitz auf, um ganz ans linke Ende der Klaviatur zu wandern. Beim dritten Satz lachte sie sehr fröhlich. Es gab auch eine Zugabe, ein Bravourstück, neuere Musik, aber ohne weitere Angabe. Ich bin bei aktuellen Klaviervirtuosennamen nicht mehr bewandert. Aber es war ein schönes Erlebnis. Ich selbst war auch ganz in Rot gekleidet. Zum Glück saß ich ganz hinten.
Danach, bei weiter gestiegenen Temperaturen im Passionsspielhaus: Erste Symphonie von Bruckner. Ein an sich erfrischendes Werk, das noch sehr zerrissen wirkt, irgendwie unausgegoren. Wunderschöne Themen, aber sehr rau in der Zusammenfügung. Sicher nicht leicht zu spielen, viele Rhythmuswechsel oder -überlagerungen. Dennoch sehr typisch Bruckner.
Der Vorteil eines Orchesterkonzertes: man sieht einmal das Orchester, das sonst bei den Opern hinter dem Schleier nur zu erahnen ist. Viele hübsche junge Menschen, bei beiderlei Geschlechtern. Und vor allem: viele gute Musiker.
Wir hatten schon die Programmvorschau für 2007 in Händen: Da spielt das Orchester 3 Wochen durch. Wagner-Opern, immer von Freitag bis Donnerstag.
Bei lauen Nachttemperaturen im Gastgarten danach: Högl Riesling Federspiel Bruck 1999 - da braucht niemand zu sagen, dass Federspiele nicht altern können. Deutliche Petrolnoten, herrliche Rieslingfrische. An diesem Abend, mit frischgedüngten Feldern rundum und einer Straße davor, einer Tankstelle in Reichweite, mit all den dazugehörigen Gerüchen, irgendwie passend ;-)
Und, Herr Landwein: auch Österreicher mögen Rieslinge mit Alterston. Jawoll!
ConAlma - 2006-07-23 10:36
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