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Brillenschlangen in Akazienträumen

...Das...Konzert...aber mögen die Konzertgeber sich und dem Publikum künftighin schenken. Dieses musikalische Geräusch mag vielleicht gut genug sein, Brillenschlangen in Träume zu lullen oder rhythmische Gefühle in abgerichteten Bären zu erwecken - in den Konzertsaal taugt es nicht.

Wer dies schrieb, war ein noch junger Hugo Wolf, worüber er schrieb, war das a-moll-Klavierkonzert von Edvard Grieg. Nun, ich nenne den Geliebten Hirsch und nicht Bär, er liebt jedenfalls dieses Konzert, deshalb fuhren wir ins Bayrische, um Buchbinder spielen zu hören und Thielemann, diesen zu groß gewachsenen Buben mit der schlechten Frisur und den guten Manieren - erst das Orchester und dann er, beim Schlussapplaus - dirigieren zu sehen. Nun, Grieg ist schon etwas mehr als Geräusch, ein überarbeiteter Zustand aber nicht der rechte Modus für Konzertgenuss.

Akazien aber auch in München:

muenchner-akazien

die opulente Süße ihrer letzten Blütentage drang mehr zu mir durch als die Musik. Der Hirsch, stellte ich fast mit Entsetzen fest, kannte diese Bäume nicht, sie waren offenbar noch nie an seinen Wegen gewachsen.



Daheim dann ein verwundertes Auflachen: Was tun vier halbwüchsige Burschen an einem lauen Maifeiertagsabend? Sie sitzen vorm Fernseher beim Finale des Next Top Models ....
steppenhund - 2009-05-22 12:24

Es gab eine Zeit, da habe ich das Grieg-Konzert nicht wirklich ernst genommen. (So ähnlich wie Rachmaninoff)
Meiner Meinung nach erschließen sich bestimmte Werke erst, wenn man mehrere Stücke des Komponisten kennt und seine spezifische Sprache versteht. Das gilt für Mozart, R.Strauss, warum nicht auch für Grieg?
Persönlich schätze ich das Konzert sehr und ich spiele auch die lyrischen Stücke von Grieg oder seine Klaviersonate sehr gerne.
(Es gibt bessere Aufnahmen, doch es ist schon ein nettes Kuriosum.)

Nachtrag: mein Vater hat eine Zusammenstellung verfasst, was einzelne Komponisten über andere zu sagen hatten. Die Liste habe ich momentan nicht griffbereit, doch wenn sie mir das nächste Mal in die Hand fällt, werde ich sie veröffentlichen. Hugo Wolf sehe ich in dem genannten Zusammenhang nicht als relevant an.

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