Abendessen mit der Schönen Freundin 1 (Schöne Freundin 2 kam, wiewohl älter, erst später als Freundin in mein Leben und laboriert derzeit an einer dramatischen Ehekrise) im Dorfwirtshaus. Das Dorf hat keine Kirche, sondern einen Dom. Deshalb gibt es keinen Kirchenwirt, wohl einen Postwirt, aber sonst den Oberwirt und den Unterwirt. Wir waren beim Unterwirt. Der hängt die alten Fensterchen mit Richelieu-Stickerei zu und hat eine zufriedenstellende Weinkarte. Ich war wohl schon zu lang nicht mehr da, Frau D. ging es unentwegt, und im Frau D.-HinundHer wurden wir irgendwann zu zwei Frau Ds. Schmeckt's, Frau D., ist alles in Ordnung, Frau D., die Achteln wurden mehr als großzügig eingeschenkt, und beim nächsten Frau D. ging der Blick auf die Freundin. Erst als sie mit Kreditkarte bezahlte, wurde sie für den Bruchteil eines Satzes zu Frau P. Frau D. wurde mit einem Minifläschchen Kracher beehrt, "Non Vintaasch" [weiches sch], der Kracher macht aus Restln Gastrogeschenke, denkt sich Frau D., und blöd, wegen zehn Minuten Autofahrt kann aus dem feinen Schnapssortiment nichts mehr gewählt werden. Aber vom sauren Weinviertler Cabernet war ja auch ausreichend eingeschenkt gewesen.
ConAlma - 2007-01-04 00:54
Das Copyright ist abgelaufen. Die Fackel brennt nun
online:
Die Österreichische Akademie der Wissenschaften hat sich ihrer angenommen - ein Portal zum Eintauchen und Versinken.
ConAlma - 2007-01-03 10:49
Mir wird's heut eher eine innige denn ausgelassene Silvesternacht sein - ausgelassen hab ich nur die Ente bzw. deren Haut, das ergab feine Entengrammeln; der Zwiebel-Rotweinsud kocht gerade ein, mit einem biodynamischen Zweigelt aus der Steiermark. Getrunken allerdings soll werden ein Sociando-Mallet 1989, das einzige, was mir blieb aus dem Aschau-Abenteuer.
So ist manchmal schon vorüber, was kaum begann, die Mindesthaltbarkeit lässt sich nicht vorhersagen.
As Time Goes by eben.
ConAlma - 2006-12-31 16:07
Eine Handvoll getrockneter Blüten, am Wegesrand mir gepflückt in jenen taumelnden Tagen.
Ein Bündel an Gedanken, eigenen, gefundenen und geschenkten, die zu ständigen Begleitern wurden.
Ein seliges Lächeln an meiner Schulter, das mich im Schein des Kaminfeuers über die Jahresschwelle tragen wird.
ConAlma - 2006-12-31 14:35
Nein, nicht Lissabon. Langenlebarn. Das klingt exotischer als es ist.
Im Bahnhofscafé am Umsteigebahnhof hängt ein überdimensionierter Kristalluster viel zu tief in den saalartigen Raum. Der Stutzflügel dienst als Zeitungsablage. Zigaretten und mehr als ein großes Bier scheinen zum Standardfrühstück der Gäste hier zu gehören. Radio Wien schallt unbekümmert in die Morgentraurigkeit.
Edit: Auf dem Klavier lagen aber doch auch Noten. Nec aspera terrent - 'Nichts schreckt uns' war dieser Marsch eines Herrn Blankenburg übersetzt: nicht unpassend, und fügte man noch das 'Herbe' ein, war die Morgenstimmung an diesem Ort noch besser eingefangen!
ConAlma - 2006-12-29 07:10
sei auf der hut
sprach sie
nimm mein wort nicht für mich
du könntest daran verbrennen
der liebende mann aber suchte das feuer
[Für HH]
ConAlma - 2006-12-27 18:15
Feiertagswanderung zum Vertreiben böser Geister. Reif im Tal
[Blick übers Inntal hinweg zu den Zillertaler Alpen; geradeaus unten liegt Erl]
und Sonne droben
[Blick hinaus nach Bayern]
ConAlma - 2006-12-26 12:36
... ist immerhin eine Tiroler Tanne vom Angerberg, hat furchtbar armselig ausgesehen, fast nix gekostet und ist einigermaßen sicher vor den Katzen aufgestellt.
Keine pathetischen Worte zum Tag.
Hab grad die spanische Knoblauchmayonnaise fürs Beiried gerührt.
Zum Kaninchen auf Norcia-Linsen werden wir Redoma branco von Dirk Niepoort trinken. Die Crema Catalan kühlt auf der Terrasse, der Mandarinenröster ist auch fertig.
Gestern gab's Kaviar, löffelweise, geradewegs aus Russland. Ein bissl banal, ich weiß, aber nicht so ganz, wenn man weiß, dass die Augen dabei verbunden waren. Eine Gourmetkritikerin wird gefüttert. Buon Natale.
ConAlma - 2006-12-24 16:30