Freitag, 23. Mai 2008

Glückskeks

You are a master of difficult situations

Ich bade meine wunden Füße in diesem Satz.

Donnerstag, 22. Mai 2008

Spiel doch mit den Schmuddelkindern!

Zugverspätungen sind für eine Vielreisende ärgerlich, ermöglichen aber dafür ausgiebige Lektüreaufenthalte in der ÖBB-Lounge bei Freigetränken. So kam ich auch zur aktuellen Titelgeschichte des Profil über neue Erkenntnisse vom Zusammenspiel Körper - Fremdkörper. Therapie zum Beispiel: Würmerschlucken.

Ich sah damit einfach Regeln meiner Kindheit bestätigt: zu viel Sauberkeit ist nicht gut, Sand essen keineswegs ungesund, der Hühnerdreck, den meine Mutter allabendlich während unserer Aufenthalte am bauernhöflichen Sommerdomizil aus den Gummistiefelsohlen stocherte, war tagsüber sicher auch irgendwo an und in unseren Körpern gelandet.

Schmuddelkinder waren wir halt.

Montag, 19. Mai 2008

Gigantischer Quantenpartikel Wein

Vinton Cerf, einer der Entwickler des TCP/IP Internetprotokolls, hat auch ein Herz für Wein. Seinem Satz "Eine Flasche Wein ist ein gigantischer Quantenpartikel." kann ich nur zu gut folgen, denn ein Quantenpartikel kann verschiedene Zustände haben, und erst wenn man ihn beobachtet, weiß man, in welchem er sich befindet.

Dass sich bei der genauen Beobachtung von Wein und seiner sich verändernder Zustände, die nicht nur durch die zuvor stattgefundene Lagerung, sondern auch während des Beobachtungs- und Trinkrituals durch die Belüftung entstehen, dann auch noch bei den möglichen Teilnehmern Veränderungen deren Zustandes einstellen, ließ sich am vorgestrigen Abend im familiären Freundeskreis wieder einmal trefflich miterleben (ein tiefer Dank an diese unermüdliche Gastgeberin samt Gespons).



Und wo sonst als im vielfältigen Beziehungsgeflecht gilt noch viel mehr: erst wenn man alle genau beobachtet, weiß man, in welchem der verschiedenen Zustandsmöglichkeiten sie gerade weilen. Da man sich aber selbst immer in einer t e i l n e h m e n d e n Beobachtung befindet, sind noch die eigenen Zustände zu berücksichtigen .... Wie gut, dass der Wein als gigantisches Quantenpartikel da ganz hilfreich ist im Entwirren von Zustandsempfindungssituationen.

Donnerstag, 15. Mai 2008

Vermutungen und Schönheit

Manche Vermutungen sind richtig. Viele aber auch falsch. Auf emotionalem Feld tragen die falschen Verletzungspotential in sich. Wenn Mathematiker Vermutungen anstellen, so haben sie oft mit Schönheit zu tun. Ob sie richtig sind oder falsch, stellt sich oft erst nach Jahren heraus, gar Jahrhunderten. Das nimmt nichts von deren Schönheit.

Fundstück im Zug

Sonntag, 11. Mai 2008

Benn in Wörgl

Ungewohnte Zwischenstation nach einem Muttagsmittag im Zillertal. Unter den sms-Entwürfen (Codes, Zugänge, varia) finde ich auch Gottfried Benn:

Erkenne die Lage. Rechne mit deinen Defekten.

Fühle ich mich nicht schon defizitär genug?

Vom Glück des Fensterputzens

Der sonnige Morgen ist verführerisch. Ich könnte laufen gehen, nach viel zu langer Zeit endlich wieder Waldboden unter den Füßen spüren. Ich könnte natürlich auch, mit Blick auf die wachsende Baustelle vorm Fenster (wie lange dauert es noch, bis mir die Sicht auf den seit Kindertagen vertrauten Hausberg endgültig verstellt ist?), an längst fälligen Schreibarbeiten kauen.

Doch dann finde ich mich mit einem Packen Zeitungspapier vor den unzählichen Glasflächen der Wohnung wieder, und mit jeder wieder glänzenden Scheibe löst sich etwas von den Anspannungen der letzten Tage. Die Terrassentür sperrangelweit offen, von Vogelgezwitscher begleitet (so reichhaltig an Tönen und Stimmlagen ist es nur zu dieser Zeit) Baustellendreck von Monaten endlich von den Jalousien waschend, falle ich in die Zufriedenheit des Augenblicks.

Die Kinder schlafen noch, das Frühstück zum Tage gibts schon seit Kindergartenzeiten nimmer. Muttertag, was für eine Erfindung! Kinder seien doch die Erfindungen ihrer Mütter, rumort es hingegen gerne, wenn wieder mal nach der Schuld gesucht wird. Oh ja, Mother's Invention.

Samstag, 10. Mai 2008

14,3 Bdx/day

Ich muss auf fremde Geschichten zurückgreifen, für eigene fehlt mir heute schon wieder die Kraft, solche von Gestern werden zu jenen von Vor- und Vorvor- und Vorvorvorgestern. Und kommen möglicherweise zum wachsenden Haufen der Niegeschriebenen (mehr Wein als Schein, sei auf eine Anfrage aus dem Ehrenwerten Haus mitgeteilt).

Dafür fand ich diesen Beitrag recht vergnüglich, übers ungenierte Vernichten von "muck", was so manchem Kellerschöngeist wohl den Schweiß aufs den Poren treibt wird. Wie ja überhaupt so einige Feinheiten in den wenigen Sätzen stecken: 1945, 1947, 1961-Bdx mit Saveloy & Chips - uuuh! würde meine Tochter sagen. Oh und Withnail gibt's in 10 Teilen auf youtube!

Montag, 5. Mai 2008

tour de vin

Alles kam anders und ward zu einem Geschenk. Auch wenn der Hirsch hier Mariss Jansons vermisste und ich mit ihm nicht recht hineinfand in die Interpretations-Üppigkeit, in einem dichtgedrängten Saal, der gerade zum rechten Augenblick, im letzten Satz, mit hineinbrechenden Sonnenstrahlen zum wahrhaft "Goldenen" wurde.

Auf einem von schwarzen Gewitterwolken und letztem Sonnengold ausgeleuchteten Weg in dörfliche Abgeschiedenheit aber nahm der Wunsch, mich auf meiner Tour de Vin zu begleiten, fassbare Form an, mit Manhartsberger Maibock und Leithagebirgs-BF (nicht ohne zuvor die namenlosen und doch köstlichen vier Sorten-Hausachteln - Frühroter Veltliner! - verkostet zu haben) wurde Grundlage für eine friedvolle Nacht (wie kam's nur, dass mir Leichtschläferin die bis in frühe Morgenstunden dauernde Geburtstagsgesellschaft nicht zur Schlaflast fiel?).

Ein Sonntag dann voll Winzer-Herzlichkeit, eine Abendrunde durch Löss und Granit, Geheimnisse von Rebstöcken und Terrassen erkundend in bildhafter Abendruhe, wissen Sie, wie ein Wiedehopf fliegt? Die letzte Verkostung des Tages, der junge Bursch ist voller Ruhe und Sicherheit, weiß, was er tut und warum, nimmt Worte der Anerkennung doch dankbar auf, spielt nicht mit belanglosen Leichtigkeiten herum, sondern geht gleich ganz auf komplexe Tiefe.

Spätes Abendmahl zu viert, die besondere Freundin, der ein eigener Wein zugedacht ist, stieß hinzu, des Nachts sind die gewagten Bauten in den Weingärten nur geheimnisvolles Leuchten (erst im trüben Morgenlicht des nächsten Tages wird man der zwiespältigen Architektur gewahr). Drei Generationen sitzen miteinander, keine Fremdheit ist zu spüren, nur gegenseitige Achtung, Neugier, Aufmerksamkeit, Zuhören; etwas Besonderes, Schwebendes liegt über diesen Stunden. Und so ist auch ein letztes Glas Pinot Noir im scheinbar endlosen unterirdischen Gewölbereich eines Loiser Kellers folgerichtig, wie Eindringlinge in Kühle und Stille wandern wir durch die Fassreihen. Beim Abschied, wir spüren's, blieb etwas zurück.

Donnerstag, 1. Mai 2008

Primo Maggio

In Salzburg fuhren die Busse.

Regen und kühle Luft sind für ein paar Abendsonnenblicke gewichen. Das Paar ohne Bleibe sitzt auf der Steinumrandung des struppigen Gebüsches. Auch gestern saßen sie da, Schulter an Schulter und doch voneinander abgewandt, der Mann und die Frau. Der Wein ist ein anderer geworden, statt bordeauxroten Tetrapacks heimischer Provenienz (zumindest der Aufschrift nach) leuchtet schon von weit eine sonnig-gelbe Emballage mit bunter Schrift - Pineapple? Orange? Nein, einfach nur das spanische Pendant aus dem ebenso untersten Alkoholfach.

Und von weit schon schallt scharf entgegen
"Wäu i ka Ontwuat kriag fo dia!
Wäu'st a Drecksau bist!
Wäu'st wos im Schüd fiast ..."
*
aber da bin ich schon vorbei, mir fällt der Montagmittag ein, da hatte sie alleine dagesessen, friedlich und entspannt die Gesichtszüge, ja fast freundlich, als müsse da eine nur kurz innehalten im Stadtspaziergang.

Erster Mai vor 28 Jahren, ein erzwungener Stadtspaziergang, mit dem Gepäck für ein halbes Jahr von einem als Frauenzentrum dienenden alten Palazzo nahe der Piazza Navona bis hinauf zum Bahnhof, auf dem Weg zu einem Studienunterbrechungsjob auf unbekanntem Terrain:

In Rom fuhren keine Busse.

* Dank des Schriftverkehrs mit der Tochter bin ich immer geübter in der Dialekt-Transkription. Keine Gefahr von Entfremdung also, lieber Dr. Schein!

Dialektion

guad dass ois klappt hod.
wead morgn glei noch da schui zua post gehn. briefmarkn homma ned ge ?!

und wia wors sist so as schifohrn?! mei des wead scho wieda midn sonnenbrond!
gfreit mi foi dass endlich moi zum skifohrn kemmen seds! und sist is a ois guad?!
mia gehts guad jo. najo scho ziemlich komisch wiedamoi gonz alloa. oba najo hoit i scho aus, am wochenend kemmen eh boor freindinnen.
wünsch eich no an schenen urlaub und an schen gruas ondn hermann! und i find des foi nett das ma per email in kontakt nu sein kennen. danke ans internet.
morgen hob i wieder übungskochen, oiso muas i nu bügeln gehn (nicht sehr erfreulich) woast du zufällig wo mei kopftuach is weil des vamiss i scho seid 2 wochen...
bussi


Auszug aus der Mail des Kindes an die urlaubsferne Mutter.

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