Montag, 8. März 2010

Altherren Frühstück

Sie sind zu dritt oder zu viert, im Sommer sitzen sie an einem der Tische vorm Supermarkt, der sich am Rande des Einkaufszentrums befindet; da wärmt schon um 8 Uhr früh die Sonne. Alte Herren, immer adrett gekleidet, vielleicht leben sie allein oder betreut, manche Hand zittert schon, und der Wiederholungszwang täglicher Saetze ist auch bei einmaligem Zuhoeren zu erkennen. Ich hab mir nie Gedanken darüber gemacht, wo sie sich treffen, wenn es kalt ist. Aber am Samstag hab ich sie bei McDonalds ertappt, zwei von ihnen. Da eine Tageszeitung achtlos auf der Bank lag, wollt ich sie mir nehmen. "Das ist meine!" rief da der eine, wiewohl der andere ohnehin auch eine in der Hand hielt, also ging ich wieder. Am Zeitungstisch lag sonst nur Manipulatives, das war mir nicht mal ein Ueberfliegen wert; "hams keine gfunden?" fragte der eine Herr und bot mir dann doch die seine an. "Ich schau ja nur, ob ich drin steh!" und ich wusste, was er meinte, die Todesanzeigen als tägliche Lektuere und das Gefuehl dann, es wieder einen Tag geschafft zu haben. Mein unvermuteter Zeitungswunsch schien die starre Routine der Frühstücksmorgen unterbrochen zu haben, eine Lebendigkeit, die sich in leuchtenden Augen aeusserte, ersetzte das monotone Jaja sonstiger Tage. Als ich die Zeitung zurück brachte, war die hoffnungsvolle Frage schon fast erwartbar: "Sind Sie morgen wieder da?"

Sonntag, 7. März 2010

Warten.

Wartetst du? frage ich, könnte ich fragen. Aber du wirst die Frage nicht verstehen, sie enthält nichts Konkretes, für dich Greifbares. Das Worauf ist nicht zu benennen, doch das Warten ist da. Ich warte. Seit zwei Jahren warte ich, und nur dann, wenn ich unterwegs bin, oder anderswo, warte ich nicht. Aber hier, in der Hofenge, in die der Winter zurückgekehrt ist, warte ich und bin vom Warten gelähmt, es macht mich müde. Ich sehe den Himmel und die schwarzen Vögel, wie sie sich auf dünnen Zweigen niederlassen und mit ihnen schwanken, doch ich müsste mich ankleiden und festes Schuhwerk wählen und den Daunenmantel und die Ziegenfellmütze und hinaus gehen, an den Waldrand und auf den Steig durch den Wald, um den Himmel und die Vögel und die Bäume spüren zu können.

Ich warte nicht, wenn du weg bist. Aber heute Abend kehrst du wieder, und mit dir auch das Warten.

Samstag, 6. März 2010

ausquartiert

15 cm Neuschnee seit heute früh auf der Terrasse. Es sind wieder Bueroschlaftage, der Bub ist daheim. Nun sitzt er gar mit Freunden drüben, da waer kein freier Platz für die Mutter. Zumal ich mich der Tochter verpflichtet hab: ihr Buch zu lesen, und morgen mit ihr die Praesentation vorzubereiten. Also Buerolehnstuhl, komfortabel in Leder, Wein hab ich auch, Kuehlung im Schnee, das Radio plaetschert, und seit 3 Tagen hab ich den Pc nicht mehr hochgefahren, macht jetzt alles das Handy.

Joseph Zoderer, Dauerhaftes Morgenrot
Aichinger, Sauvignon Blanc
Samuel Barber, Vanessa

Mittwoch, 3. März 2010

Club 2

... zur Frauenfrage.
Wer redt? A Mann!

(jedenfalls immer wenn ich hinschau)

Langsamer Tag

Der Zug fuhr schon mit zehnminuetiger Verspaetung in den Bahnhof ein. Begründung: keine. Und blieb dann noch zwei Mal auf offener Strecke stehen, bei der halben Streckendistanz war bereits die eigentlich vorgesehene Amkunftszeit erreicht. Wozu also nahm ich den frühen Zug? Um an der Tastatur des neuen Phones zu üben? Nach und nach klart der Himmel auf, blau-gold, und was im Tal als schwerer Regen fiel, hat in den Hoehen wieder frisches Weiss über Wald und Stein gelegt.



35 min Verspaetung. Defekt der Sicherungsanlage Schwaz. Wir sind eben erst in Jenbach.

Sonntag, 28. Februar 2010

Sünde wider den Tag

Föhn, 16° mindestens, zeitweise sonnig.

Ich schiebe und verschiebe, was zu tun wäre.
Dilettiere bei der Synchronisation meines neuen uuuuh-Phone, das noch immer nicht all das tut, was ich gern hätte.
Und ich bade in Selbstmitleid, trage seit Wochen die 28 Jahre vor mir her, anstatt sie einfach nicht zu sehen, wie der Hirsch es tut.
Dann war ich, anstatt durch den Wald zu laufen, im Kino, am hellichten Tag, auf Empfehlung, und wurde nicht unbedingt positiv an mich gemahnt. Zwar nicht up in the air, aber on train, oder sonstwie around, bloß nicht in einem Zuhause, und am liebsten nur ein kleines Köfferchen besitzen, wie ich es selbst da erwähnte, im Kreis der Stellverteter, dabei wüsst ich nicht mal, was sich darin befände, Stifte vielleicht, und Papier, doch was sonst, was nicht Ballast wäre?

Den Wecker für fünf Uhr morgens gestellt. Da pfeifen schon längst die Vögel.

wo sie ruhen

friedhof

Einer der schönsten Friedhöfe, die ich kenne - der in Frau Katizas Schneedorf.

Montag, 22. Februar 2010

crimson

crimson edge las ich unlängst in einer Weinbeschreibung, und da fielen mir die wieder ein.


Nicht alles verarbeitet, was heute anstand, aber den Tag doch mit Anstand rumgebracht: neue Telefonverträge erledigt, längst fälligen Text abgeliefert, und morgend- wie abendliches Vogelgezwitscher, das sich seit Lichtmeß immer mehr intensiviert, lässt in der Frühjahrmüdigkeit auch Platz für Hoffnung.

Weak Week

frau-hitt


Frau Hitt, schau oba!

Sonntag, 21. Februar 2010

T.A.O.

Von der Erde zum Himmel: was ein Klebefehler ausmachen kann:

terraO

Donnerstag, 18. Februar 2010

Stürme

Der Föhnsturm hat den Narrensturm vertrieben, auch die letzten Girlandenschnipsel wird er noch verblasen haben.

schnipsel

Rundum wehen auch andere Stürme, Herzensstürme, und selbst wenn's nur ein Lüfterl ist, bewegt es doch und trägt die Wortschnipsel um die Gedankengebäude.

Isabella war zuvor sehr schön.

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ulovesexdoll - 2018-12-13 06:51
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Wow, ich mag das Licht und die Anzüge! Vokalmusik ist...
karrri - 2014-06-24 12:18
einfach nur schön finden...
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uferlos - 2011-10-08 00:28
lasst mir noch ein bissl...
lasst mir noch ein bissl zeit. vielleicht gibt es ein...
ConAlma - 2011-10-07 11:40
Was gab's denn so wichtiges...
Was gab's denn so wichtiges anderswo?
rinpotsche - 2011-10-07 00:37
!
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books and more - 2011-10-07 00:30
sang und klanglos :-(
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profiler1 - 2011-10-06 21:55
Erwischt... und Sie fehlen...
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katiza - 2011-10-06 10:34

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