Montag, 26. Juni 2006

Prellenkirchen: der ideale Terrassen-Rotwein.

Vorausgesetzt, Sie haben eine an eine frischgemähte Wiese angrenzende Terrasse. In der sich noch einige Heusträhnen im zerrupften Klee verfangen haben. Und ein Kräutergärtlein, dass mit viel Sonne, Hitze und Regen mächtig ins Kraut schießt. Abends wie verrückt seine Aromen verströmen muss. Bei Berührung natürlich.

Wie ich *hoppla **Anflug von Schamesröte. Die Wiese und die Kräuter meine ich. Habe ich.

Und vorausgesetzt, Sie haben ein Flasche Prellenkirchen neben sich stehen, während graue Wolken vor noch sonnenlichtgefärbtem Hintergrundhimmel über dem Pendling um flächige Bedeckung streiten.

Wie ich.

Dann kommt der nämlich mit all seinen Heu- und Kräuternoten und macht sich in dieser Stimmung breit, als wäre er immer schon dagewesen, gehörte dazu, welche Frage aber auch. Und hat so überhaupt keine penetrante österreichische Frucht, weder in Nase noch an Gaumen. Und auch kein Rösterchen Holz zuviel. Aber ein Struktur vom Feinsten, zärtliche Tannine, die doch ausreichend Kraft besitzen, was sich ja nicht ausschließt.

Wie das geht, fragen Sie? Da kommt Portugal ins Spiel. (Bisserl wild gespielt, gestern, by the way.) Dieser Wein wird nämlich mit Füßen getreten! Da schaun Sie, was? Kommt sonst nicht, vor, hierzulande. Aber wenn Dorli Muhr und Dirk Niepoort ihre Finger (und Füße) im Spiel haben, dann vermählen sich Österreich und Portugal aufs Gelungenste! .

Sonntag, 25. Juni 2006

Lyrik und Rausch

Hitzerausch heute. Weinrausch gestern. Wortrausch ständig.
Im Standard heute gefunden: ein Beitrag zur Berner Ausstellung über Patricia Highsmith: Amüsement mit Amoral.

Dazu passt der Abend über die Rauschhaften Genies . Auf nach Galtür!

Donnerstag, 22. Juni 2006

sieben mal sieben

Heute um 22 Uhr zehn vollende ich sieben mal sieben Jahre im Gefühl, endlich mit meinem eigentlichen Leben zu beginnen. Als wäre alles bislang eine Einübung in mich selbst gewesen. Die flirrende energiegeladene atmosphärische Wetterstimmung feuert mich dabei an. Aber die gibt es ja meist zur Sonnenwende.

Dienstag, 20. Juni 2006

Männer und Männchen

Bei Alban Nikolai Herbst gefunden

Argentinien, Topfen, Tango und Brusatti

Die anderen kicken alle eine Topfen zusammen, deshalb wird Argentinien doch Weltmeister, vor allem wenn sie in ihrem Quartier OE1 hören. Sagt Otto Brusatti. Denn der ließ gerade einen wirkliche feinen Sommer-Tango erklingen, eine Carlos-Gardel-Version mit Daniel Barenboim.

* findet, dass ein mit Otto Brusatti begonnener Tag nur ein guter Tag sein kann.

Montag, 19. Juni 2006

Zlahtina!

Restauranttestberichte am laufenden Band - da wächst der Hunger. Doch nach drei Schlemmertagen am Meer ist zumindest vorübergehende Zurückhaltung verordnet (morgen abend wartet ja schon wieder Festmenü). Ich stille die Gelüste mit einem Glaserl Zlahtina 2001, barriquisiert, der den Weg zu mir trotz widriger Umstände gefunden hat. Vordergründig Holz, hintergründig ein nachgeschmack von ... ich komm nicht drauf. Aber man kann sich dran gewöhnen! Auf jeden Fall trink ich auf die Gesundheit - auch der Seelen.

Da der Sohn schon im Bett ist, bin ich heute fußballtechnisch nicht am Laufenden.

*ist heute streng zu sich selbst
** da passt Zlahtina gut dazu

Freitag, 16. Juni 2006

matrimonio a marina di ravenna

Es ist schon ein SEHR angenehmes Ambiente, das sich mein kleiner Bruder fuer das Fest zu seiner Hochzeit ausgewaehlt hat (ich schreibe auf einer nichtdeutschen Tastatur): den Strand von Marina di Ravenna. Kaum Touristen, und wenn, dann eher Italiener. Viel Gruen. Versteckte Villen. Riccardo Muti hat hier auch angeblich eine. Und seine Frau organisiert das sommerliche Festival di Ravenna.

Ganz exquisit: Bar/Ristorante Lucciolo, mit eigenem Strand. Dort sind wir dann auch morgen Abend. SEHR feines Essen, zu gutem Preis. Und gestern wollte ich eigentlich England - Trinidad-Tobago schauen, aber in der Weinbar, wo wir nach dem Schwimmen den fruehen Abend verbrachten, gab es keinen Fernseher. Stattdessen SEHR gute Weinauswahl (ich muss mir heute noch die Details holen) und dazu ausgewaehlte Salumi und Prosciutti und und ... Ganz gepflegter Platz. Heute abend wieder.

Und da sich die Hochzeitsgesellschaft aus engen Freunden und zu Freunden gewordenen Stammkunden meines Bruders (=Eulennest, Wien *schamlose Werbung*) zusammensetzt, fliessen auch die Weingespraeche nur so dahin ....

Montag, 12. Juni 2006

Ligeti, Deutscher und Czernin

Drei Tote in vier Tagen.
Dass Ligeti laut http://oe1.orf.at/ durch die Musik zu Kubricks 2001 - Odyssee im Weltraum bekannt wurde, wusste ich nicht. Seine Musik hätte ich nicht mit dem Film in Verbindung bringen können. Wohl aber Strauss, Richard und Strauss, Johann.

Marmor, Stein und Eisen bricht: Auf einigen Parties in den späten Neunzigern von entfesselten Dreißigern mitgebrüllt.

Hubertus Czernin: Wieder ein Mahner weniger. Und ich erinnere mich mit Vergnügen an den nackten Vranitzky auf dem Profil-Cover.

Bruno und die Finnen

Fast so spannend wie ein WM-Match: den Hunden aus dem hohen Norden ist zu heiß im sommerlichen Tirol, sie bekamen eine Spezialrasur. Und länger als 2 Stunden halten sie auch nicht durch, dann folgt schon der Austausch. Jagdpächter wollen nicht so mir nix dir nix die Hundestaffeln durch ihre Reviere lassen. Und Bruno scheint überhaupt ganz ungerührt ob des Wirbels um ihn: wenn ihn hungert, tut er sich gütlich. Und trottet sonst seines Weges.

Wien, Wein und ein orangefarbener Mond

Gestern abend, am Nussberg: die langen Regentage haben alle Staubpartikel an die Tropfen gebunden, der Blick reichte so weit wie noch nie: hinauf ins Weinviertel, hinunter zum Schneeberg, hinüber zur Parndofer Platte. WeinWien hatte zu einem Barbecue geladen, inmitten jener Weinberge, die zu den besten von Wien zählen. Entlang des Weges roch es nach Sauvignon Blanc: der Holler hat zu blühen begonnen. Irgendwann stieg ein dunkelroter riesiger Mond geradezu mystisch aus der Dämmerung, und als ich wieder unten, in der Stadt angekommen war, lag er noch als orangefarbene Kugel auf einem geradezu violetten Himmel.

Im Gewirr in der Hofburg entdeckt:
- Graben-Gritsch aus Spitz (dem Hinweis eines treuen Mitlesers zu verdanken)
- Ebenauer aus Poysdorf
- Thomas Hareter aus Weiden
Und berichtenswert wichtig: Leithaberg

* Nähere Angaben und allfällige Verlinkungen werden nachgereicht. Vom bequemeren Arbeitsplatz daheim.
** Muss noch zum Frühstück der 11 Frauen und ihre Weine im Palmenhaus/Burggarten eilen.

EDIT: Aus Urlaubsgründen (eine mehrtägige Reise nach Ravenna steht an) muss ich allfällige Interessenten um Nachsicht bitten - die detaillierten Betrachtungen werden nachgereicht)

Gott ist ein Fußball

Ich bin keine fußballfreie Zone, auch wenn ich den ballbepinklenden Hund von ATV ziemlich witzig finde. Denn das Vergnügen, dass ich beim geruhsamen Zugfahrtzeitungslesen empfinde, bringt mich dazu, aufs einschlägige Kommentarleben aufzuspringen.

Zu loben ist etwa Daniel Glattauer, der in der Samstag-Seite 1-Glosse des Standard grundlegende Überlegungen anstellt. Als da wären:

Das Geschlechterproblem
Immer mehr Frauen bekenne sich dazu, scharf auf die WM zu sein. Warum? - Vermutlich um die Männer von den Sofas in die Wirtshäuser zu verbannen.

Die Hochkultur
Kaum ein Intellektueller, der Fußball dieser Tage nicht auf eine neue Metaebene hebt. Da die Hochkultur nicht von allein runterkommt, reicht man den Fußball zu ihr hinauf.
Hochkultur kam mir dieser Tage in anderem Zusammenhang unter, in einem Beitrag der Musikviertelstunde des OE1-Radiokollegs zu Josephine Baker. Da wurde die These postuliert, dass Hochkultur prinzipiell männlich sei, weshalb weibliche Äußerungen zur Massenkultur hinuntergeschoben würden. Bedenkenswert. Einiges fiele mir dazu ein, zu weiblicher Musikrezeption und männlicher Einflussnahme etwa, oder Beurteilung. Aber das soll hier und jetzt nicht Platz finden.

Die Religion
... Sport zur Geisteswissenschaft erklären und behaupten, Fußball sein Religion.
Tatsächlich letzte Woche auf OE1 in den Besinnungsminuten kurz vor 7 Uhr morgens erlebt: die ernsthaften Worte eines Geistlichen zur Vermählung von Sport = Fußball und Religion.

Daran schließt Franzobel in seinem ebenfalls im samstäglichen Standard auf Seite 33 (also mitten im Sportteil) befindlichen Kommentar Das Kreuz mit dem Ball an: Die Kugel, das erkannten schon die alten Griechen, ist die vollkommenste und einheitlichste Figur ... Also muss auch Gott eine geistige Kugel sein, deren Mittelpunkt überall und deren Umkreis nirgendwo ist. Genau wie ein Fußball

Aber eigentlich hat er ein Slipeinlagenproblem: mit dem neuen Design des Adidas-Balles nämlich, der über keine schwarz-weißen Fünf- und Sechsecke mehr verfügt, sondern katzenzungenähnlichen? Gebilden. Slipeinlagen?

Erklärungsmöglichkeiten hiefür:
- um das Zyklische der WM zu betonen? die ewige Wiederkehr des iMmergleiche?
- Ein Steilpass in die Nähe des Fußballgottes zum weiblichen Geschlecht?
- Ein ironischer Seitenhieb, dass auch was daneben, also ins Höschen gehen kann?


und viele andere ...

Doch wie meint Herr Glattauer: Fußballkonsum ist geistige Karenz. Alles außerhalb des Spielfelds ist einmal völlig legal - egal.

Mein Spielfeld dieser Tage ist eigentlich die Wiener Hofburg. Ich kann völlig legal drei Tage lang unter dem Aspekt der Erfahrungserweiterung eine kaum/gar nicht bewältigbare Anzahl an Wein-Kostschlucken konsumieren. Bei der VieVinum.

Donnerstag, 8. Juni 2006

Heuduft, nachts, entlang der Autobahn

Das riecht nach Sommer. Dabei war es nur endlich wieder ein Sonnentag gewesen, nach langer Regenzeit. Dazu gesellte sich der in der stillen Oberfläche des Sees gespiegelte Mond, dunkelgelb und zunehmend, und löste den letzten späten Sonnenwiderschein in einer zur Helle berufenen Nacht ab.

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sang und klanglos :-(
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