Dienstag, 5. September 2006

Wein lesen

Noch müssen sie reifen, die Trauben, in der warmen Herbstsonne, aber als Lesestoffanregung sind sie immer reif genug!

Weinbergterrasse, wie Manuale:
Sonnenanschlag den ganzen Tag.


(Rainer Maria Rilke, aus: Wein. Eine Auslese in 50 Gedichten. Reclam)

Da muss ich an die Wachau denken. Nicht nur, weil das Büchlein über diesen Umweg zu mir kam.

Sonntag, 3. September 2006

Wortspiel 2: Zu-Neigung

Man wendet sich zu, zugewandt schaut man, sieht, und neigt sich. Vor. Zu. Hin.

Besonders schön ist es, wenn Zuneigung auch gezeigt werden darf. Nicht versteckt werden muss. Wenn andere daran teilhaben dürfen. Das zaubert Lächeln in die Gesichter, und die Mitfühlsamen neigen sich leichter.

Aber eine Warnung muss ich aussprechen: Gehen Sie im Zustande von Zugeneigtsein allen R aus dem Weg! Den wenn sich ein solches in ihr Zuneigen mischt, könnte dieses schnell zur Neige gehen. Und das wollen Sie doch nicht!

Donnerstag, 31. August 2006

Frau Alma ist jetzt auch mindestenshaltbar

Und zwar hier, und in bester Gesellschaft:
Bertl Mütter kannte ich bislang als großartigen Posaunisten, jetzt kann ich ihn auch täglich lesen.
Und über nömix wie nahlinse, bewährte towday-Kollegen, müssen ja hier nicht viele Worte verloren werden, die sprechen für sich.

Männersorgen: weibliche Spiele

Auf dringlichen Wunsch also nun die Rubrik "Männersorgen". Und da ich diese nicht so einfach aus mir schöpfen kann, greife ich zur Tageszeitung. Games Convention in Leipzig. Der typische Spieler an den Konsolen und vor den PCs ist jung und männlich. Das muss sich ändern. Wie werden Spiele weiblich?
HUCH! quieke ich da ganz ungeniert laut: mit Tierpflege oder Organisation eines Reiterhofes wollen die Herren die Mädchen ködern .....!

Bei aller Tüftelei wird eines übersehen: Spielen IST männlich. Diese Form von Spielen. Es gab da mal in einem Weblog mit Tiefgang einen Eintrag dazu, aber ich fürchte, in der Ausführlichkeit dieser Seiten würde ich ihn nicht so auf die Schnelle finden.

Eine Form von Spiel aber scheint doch mehr den Frauen zu liegen, verfolgt man die Einträge zu diesem Thread ;-)

Montag, 28. August 2006

Unterwerfung und Grauen

Aus der Beschreibung zur Ausstellung von William Pope L. ab 5.9. in der Kunsthalle Wien, project place Karlsplatz:

Die Installation „Trophy Room“ ist eine lebendige Interpretation der
Phantasien und Mythologien von Unterwerfung und Grauen. Eine Frage, die
William Pope.L in den letzten Jahren mit Witz und paradoxen Interventionen
in seinen Performances, seiner Poesie, Objekten und Installationen immer
wieder formuliert hat. Die wesentliche Frage ist jedoch: Wessen Phantasien
sind es?
Der project space wird zum Schauraum von an Wänden montierten Souvenirs.
Exotische, mit Erdnussbutter überzogene (Stoff)tiere des dunklen Kontinents
– Giraffen und Elefanten, aber auch Hasen – werden seziert, ausgeschlachtet
und dem Blick des Betrachters und der Oxidation preisgegeben – allerdings
verborgen in einem eigens dazu installierten Korridor, der wie eine
Spielhölle durch niedrige Türen betreten werden und dessen Inhalt man durch
mit Brillenlinsen versehene Gucklöcher, einer Peep-Show gleich,
voyeuristisch betrachten kann...


Ich geh jetzt wieder Mittelalter anschauen ...

Sonntag, 27. August 2006

WWW.2: Venere

Hinter diesem schönen Namen: venere - Venus, mit allen Assoziationsketten dazu, verbirgt sich eine Seite für Hotel-, Appartment-, B&B-Buchungen. Ich verwende sie schon lange, die Beschreibungen sind ausreichend, die Buchung funktioniert immer problemlos, es gibt alle Preiskategorien, und:

Mit jeder Reservierung über venere.com leistet man einen Beitrag zu AMREF Italia, die italienische Afrikahilfe. Mein Lucca-Aufenthalt in den nächsten Tagen kommt also einer Mittleschule für Mädchen in Nord-Uganda zugute.

AMREF, die Afrikanische Stiftung für Medizin und Forschung, ist übrigens so alt wie ich, 1957 gegründet, hier ist die österreichische Seite. Um ehrlich zu sein, bis zur aktuellen Buchung wusste ich nichts davon. Venere war einfach praktisch. Jetzt hat sie für mich noch einen anderen Wert.

Wollen Sie nicht auch verreisen?

Samstag, 26. August 2006

Fundspruch 8: Eis schlecken.

Weil heute Samstag ist, gibt es statt Spruch gleich eine ganze Geschichte. Um sie zu lesen, klicken Sie bitte hier: Daniel Glattauer beschreibt in seiner heutigen Titelseitenkolumne im Standard die Nöte eine verliebten Knaben.

Diese Geschichte erinnert mich an viele ähnliche Geschichten, die ich aus Männermünden gehört habe. Die unsägliche Not, etwas sagen, tun zu wollen. Die Pein, nichts herauszubekommen. Die Mädchen, die so sicher wirken. Man(n) selbst, voll Scham, doppelter Scham: zu wollen, nicht zu können.

Dann werden die Knaben fast Männer, gewinnen eine Sprache, vor allem untereinander, wagen zu sagen und sagen - das Falsche. Weil die beschämende Erinnerung nicht auszutilgen ist. Sie über-reden sich selbst, mit lauten Sprüchen, die nicht ernstzunehmen sind und doch genommen werden. Und wenn sie sich selbst genug über-redet haben, wollen sie Rache nehmen, für erlittene Scham, und so nimmt das Reden und Reden und über alles Drüberreden kein Ende, die Frauen wollen nicht mehr zuhören, und das große Schweigen bricht aus.

Mädchen, Frauen: wenn ihr Männer wollt, die euch die rechte Ansprache geben - bitte helft ihnen beim Eis schlecken!

Freitag, 25. August 2006

WWW.1: Basis Wien

In letzter Zeit geschah es, dass ich auf der Suche nach künstlerisch arbeitenden Menschen war. Und siehe da: immer wieder wurde ich zu dieser Adresse geführt: Basis Wien.

Also fand ich die Freundin-Malerin, den Chanson-Pianisten, den Wesentlichen Gewesenen, und werde noch viele andere finden. Ganz abgesehen von weiteren Pfaden, die sich da auftun.

WunderWeltWeb.0: Einleitung

Als ich Kind war, gab es die Wunderwelt von A-Z. Da wir arm waren, konnten wir uns nicht den regelmäßigen Erwerb dieser Kinderzeitschrift leisten. Doch eine Freundin hatte immer die gebundene Jahresausgabe zum schmökern; mit meinem Lesedrang aber stellte ich mich im Freundinnenkreis selbst ins Abseits.

Heute gibt es Kinderwissen im TV, gar nicht mal so übel, Galileo auf Pro7 oder Wissen macht Ah, im KIKA. Die Wunderwelt ist selbst auf Google fast nicht mehr zu finden, dafür kam mir das Institut für Hochenergiephysik unter. Und eigentlich war sie ja auch nur ein recht lieb illustrierter, eher harmloser Lesestoff. Der Zwerg Bumsti (kennt den irgend jemand?) floss aber ein in die erzählten Abendgeschichten meines Vaters.

Unsere Wunderwelt heute ist das WWW geworden. Immer neue Verlinkungen führen zu immer neuen Seiten, auch immer wieder bemerkenswerten. Auf solche werde ich, wenn ich's für angemessen halte, hinweisen.

Wortspiel 1: Zu-Wendung

Ein Satz, an der richtigen Stelle, im richtigen Tonfall: es geschieht ein Aufblicken, Anblicken, Zuhören, Zuwenden. Ein ZU im Sinne eines Öffnens, mit Fingerspitzenschlüssel. Sich Wenden, in Aufmerksamkeit und Körperhaltung: hin. Der Fingerspitzenschlüssel: er berührt.

~~~

Heiter-melancholische Sommerlektüre zu virtueller Zuwendung und ihren Verstrickungen:
Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind.
Keine große Literatur, aber deshalb nicht unwahrer.

~~~

Ein Satz, an der falschen Stelle, im falschen Tonfall: Abwendung.
Achten Sie auf Ihre Sätze, achten Sie sie!

Donnerstag, 24. August 2006

Fundspruch 7: Free Woman and Free Man

And then, a free woman, Dorothy lay down on the bed with Dieter, that free man, and they began, at last with delight and with wonder, their seven year embrace as well as a spiritual connection which does not permit itself to be lost.

Das ist der Schluss der Bildergeschichte "An Icelandic Saga" von Dorothy Iannone, heute in der Kunsthalle Wien betrachtet. Sie erzählt minutiös ihre lebensentscheidende Begegnung mit Dieter Roth, die in eine siebenjährige Liebesbeziehung und anhaltende künstlerisch-spirituelle Freundschaft führte.

Einiges an fundamentaler Information samt Bildbeispielen habe ich auch hier gefunden. Mich faszinierte nicht nur die Erhabenheit ihrer in Liebe verbundenen Figuren, sondern vor allem auch ihre Darstellung der Vulva, die extrem nach außen gewandt erscheint: zwei große, runde, "weiche" Gebilde, mehr an männliche Hoden erinnernd als an weibliche Schamlippen, kraftvoll, und meist nur ein kleiner roter Kreis - oder Oval - darüber, der die Klitoris andeutet; kaum aber ist jener Spalt zu finden, der sonst Mösendarstellungen ausmacht.

vulva

Die Kraft, die in dieser Form der Verbildlichung liegt, ist mitreißend.

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ulovesexdoll - 2018-12-13 06:51
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karrri - 2014-06-24 12:18
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uferlos - 2011-10-08 00:28
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ConAlma - 2011-10-07 11:40
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Was gab's denn so wichtiges anderswo?
rinpotsche - 2011-10-07 00:37
!
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books and more - 2011-10-07 00:30
sang und klanglos :-(
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profiler1 - 2011-10-06 21:55
Erwischt... und Sie fehlen...
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katiza - 2011-10-06 10:34

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