Montag, 10. Dezember 2007

abgehoben

Karlheinz hat endgültig abgehoben

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Den Luis hats erwischt.

In der Nacht auf heute. Und auch wenn er selbst kein halbes Jahrhundert geschafft hat - seine Weine sind langlebig. Vor zwei Wochen erst hab ich mir überlegt, ob ich ein paar Flaschen vom 2005er subskribier: jetzt scheint mir noch mehr Grund gegeben, dies zu tun. Ein wenig Luis in jeder TBA.

Weil "Sweet Wine" nicht zu finden ist unter den Tubes, stattdessen White Room - vielleicht ist er ja in einem solchen jetzt.

Dienstag, 4. Dezember 2007

Drama Queen

Das Hochzeitskleid sollte ganz schlicht werden, Jil Sander überstieg eallerdings das Budget. Vor allem wenig Farbe haben - schwarz freilich schickt sich nicht für eine Hochzeit, und weiß ist der Braut vorbehalten.

Dann kam Rabl-Stadler dazwischen mit ihren Resmann-meno cinquanta percento, und so wurde es ein knallrotes Stück mit Hollywood-Qualitäten: Drama Queen am Laufsteg statt Beobachterin am Rande. Adatto per palazzi veneziani?

Mittwoch, 28. November 2007

ANH verbeugt sich

Alban Nikolai Herbst hat für die Literaturzeitung Volltext, welche die einzige ist, die ich lese, weshalb ich nicht weiß, ob sie eine wie keine ist oder eine wie die anderen, für Volltext also einen Text verfasst zu Marianne Fritz. Einen vollen Text, einen Text voll Anerkennung, einen Text über Ästhetik, über Schönheit, über Haltung, über Poetik, über Sprache. Er ist eine Verbeugung vor einem Leben, das nach einer eigenen Sprache suchte, ein Plädoyer dafür.

Ja und gerade er, ANH, der ein so überaus mann-haftes Auftreten hat, vermag die "a-patriarchale Sprachordnung" der Marianne Fitz so eingehend darzustellen: weil er eine stets klare und unbestechliche Sicht auf die Dinge - hier: auf Sprache - hat. Matriarchal nennt er ihre Sprache, eine, die nach einem "schweifenden Lesen" verlange - weil die Sekunden zu einem "potentiell unendlichen Raum" gedehnt würden. Ach, allein das macht neugierig.

Es ist eine schöne Verbeugung.

Dienstag, 27. November 2007

Allerhöchste Nähe

Sie liegen Stirn an Stirn, die Gliedmaßen ineinander verschlungen, noch mehr Nähe suchend, als es im zuvor anderen Verschlungensein, mit Mündern und Unterleibern, möglich gewesen war. Wieder ist es viel zu wenig von dieser Nähe gewesen, nach der sie stets gierten und die doch nicht zu fassen war.

Dieser Wunsch nach der allerhöchsten Nähe, sagt er, der sich mit den Leibern nicht erfüllen lässt ... es muss doch die Möglichkeit geben, diese zu erlangen: vielleicht ohne Berührung, nur über den Geist?

Geschichten aus dem Großraumwagen / Popo pickt

Was hast’n g’macht, dass der Popo pickt?

Derlei Fragen öffentlichen Interesses werden im Großraumwagen (den ich dennoch regelmäßig benütze, weil hier die Ausbreitungsmöglichkeiten gemeinhin größer sind) gerne in den Raum geworfen. Und auch wenn es sich nicht vermeiden lässt, Zeuge von ausgiebigen Geburtstagsgrüßen per Handy zu werden (sehr fröhlich um halb neun Uhr morgens mit tragender Stimme und somit für alle ungehindert verständlich durchgeführt), ist die Distanz zu den mitteilsamen Mitreisenden immer noch größer als in einem Sechserabteil, wo der pickende Popo auch noch seine olfaktorische Wirkung täte.

Die Usurpierung des öffentlichen Raumes, der ganz selbstverständlich zum privaten gemacht wird, indem ausgiebige Telefonate per Handy oder mit unangebrachter Lautstärke vollzogene Halbselbstgespräche (freilich wohl in der Absicht, etwas Anteilnahme zu erheischen) zelebriert werden, greift um sich und scheint mir in Korrelation zu Veröffentlichung privatester Inhalte in den bekannten Privat-TV-Formaten zu liegen: eine Form von Schamlosigkeit, von fehlender Distanz zum eigenen Sein, allerdings mit der Einschränkung, dass dies nur funktioniert, solange die Selbstdarstellungsqualität gesichert ist. Denn in dem Augenblick, wo eingehakt würde, etwa in Erziehungsfragen oder mit einer Bitte um Schonung vor so viel fremder Intimität, könnte einem sehr wohl das Recht auf Privatsphäre entgegengeschleudert werden!

Sonntag, 25. November 2007

Der Jahreszeitenmann

Eine Frau, die vor allem im Unterwegs daheim ist, sich mehr im Dazwischen aufhält als im Da, tut gut daran, einen Jahreszeitenmann zu haben. Einen, der das Sommerdomizil bezieht, wenn es an der Zeit ist. Einen, der das Kaminfeuer entfacht, wenn es an der Zeit ist. Der Kerzen anzündet und Lebkuchen bäckt, der den Vasen die jahreszeitliche Färbung gibt und die Wolldecke über das Fußende des Bettes legt.

Der Jahreszeitenmann weiß, dass die Frau seit jeher lieber im Dazwischen war, er konnte dies von Anbeginn an sehen. Es macht ihn glücklich, dass sie das Da, das ihm zu eigen ist, annehmen kann, ja, danach verlangt; es langsam, langsam als stundenweises Heim annimmt, die, der sonst kein Heim ist.

Home.

Samstag, 24. November 2007

24.November

Der 24. November ist zum ersten Einkaufssamstag gemacht worden, weil der 8. Dezember ein Feiertag ist. Verkaufsoffen seit Jahren, und heuer ein Samstag, aber halt doch ein Feiertag. Also kein regulärer Samstag. Deshalb muss der 24. November herhalten, der Viererordnung halber.

Und so leistet man diesem Aufruf allenthalben unhinterfragt Folge, halb Tirol und halb Bayern machen sich auf die Beine und die Bahn und in die schöne Stadt am Fluss, die sie nach Geschäftsschluss wieder verlassen.

Der Extra-Samstag ist aber nicht bis zur ÖBB vorgedrungen, der Zug wie immer kurz um diese Zeit am einem Samstag, der zudem der letzte ist, an dem das 7€-Senioren-Ticket noch gilt. Doch trotz übervoller Waggons und entsprechenden Gedrängels werden die Heimgekehrten zufrieden sein im Bewusstsein, Geld gespart zu haben und doch schon ein wenig Weihnachten mit nach Hause gebracht zu haben.

Dienstag, 20. November 2007

Im Dazwischen

Ihr Leben war noch viel mehr eines des Dazwischen geworden. Die Stunden, die ihr alleine blieben, waren im Unterwegs angesiedelt. Wo sie für andere da schien, empfand sie sich zwischen Kommen und Gehen. Dass sie dennoch als da wahrgenommen wurde, lag in den Spuren begründet, die sie hinterließ, sie suggerierten eine anwesende Gestalt.

Nur einer flüsterte ihr hin und wieder tief ins Ohr: Es tut gut, dich zu spüren. Das waren jene Momente, in denen auch sie sich spürte. Und da war.

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