Mittwoch, 23. Januar 2008

Zusammengeklappt

Wie lebt ein Mensch, der zusammengeklappt durchs Leben gehen muss?

Soeben hielt ich am Zebrastreifen, eine junge Frau, in der Hüfte zusammengelegt, die Beine geradeaus gestreckt, der Oberkörper auf den Oberschenkeln, so in den Rollstuhl gezurrt, die Hände an den Rädern, den Kopf in den Nacken geworfen, um zu sehen, wo es langgeht, überquerte die Straße.

Dienstag, 22. Januar 2008

Blumen im Hintern

Lähmender Halbschlaf im Morgenzug. Die Vollmondnacht brachte schwere Träume und unruhigen Schlaf, aber keine Erholung. Langsam dringt die Stimme des immer pausenloser vor sich hin plaudernden Mädchens in mein Bewusstsein. Es scheint Gefallen an dem Burschen gegenüber gefunden zu haben, der dem unbekümmert auf ihn niederprasselnden Wortschwall nichts entgegenzuhalten vermag. Er muss irgendwann einmal angemerkt haben, bei der Rettung zu helfen, denn plötzlich ergießt sich eine Fülle an makabren Vorstellungen von Hilfseinsätzen in den Raum. Blumen im Hintern war noch die harmloseste, stell dir vor, die müssen dann im Krankenhaus so warten!

Freitag, 18. Januar 2008

Pragmatismus-Balance

Wie viel Lebenszeit hab ich darauf verwendet, die Nähe von Grenzgängern zu suchen, glaubend, dass mir dadurch mehr Raum gegeben sei! Weit gefehlt - deren grenzüberschreitendes Suchen nahm mir mehr Luft, als mir lieb sein konnte, engte ein, wo Weite schien. In meinem nnunmehr pragmatischeren Ansatz, der mir so viel mehr Möglichkeiten lässt und Raumtiefen erschließt, passt gut die aktuelle Ausgabe des auch ästethisch wertvollen Wirtschaftsmagazins brand eins, das gegen extreme Erscheinungen wie Fanatismus, Dogmatismus und alle möglichen Grenzsuchungen eine Rezeptur vorrätig hat.

Freilich frage ich mich, ob mir der bewusste Pragmatismus etwas vom Enthusiasmus, der mich ja auch immer wieder beflügelt, nimmt. Die rechte Dosage macht es aus (ja ja, Sweetness ist auch bei trockenen Wesen möglich), denn nein, in bestimmten Zusammenhängen ist da kein Mangel an Enthusiasmierbarkeit festzustellen! Und in anderen wiederum ist mir die pragmatismusdosierte Balance einfach lieber.

Extremmusiktube

[Dank an brand eins für weitere Entdeckungen Extremer Musik wie dies oder das]

Mittwoch, 16. Januar 2008

Der Schnorrer

Vorsicht, ein Schnorrer! flüstert die Kollegin, derweilen der Mann durch die Regale im Oberstock schleicht, ich hab ihn erwischt, im alten Geschäft, als ich etwas aus dem Kühlraum holen wollte und die Tür öffnete, saß er drin und hat gegessen! Und als ich noch ungläubig eine solche Situation mir vorzustellen versuche, setzt sie nach: Und ein anderes Mal, da wollte ich was aus dem Lager holen, da war er auch drin und hat in den Regalen gekramt. Aber vor dem Geschäftsführer alles abgestritten!

Ich beobachte den schmächtigen Mann, Brille, Pulli, Sakko, Ende Dreissig, oben unauffällig, aber unten eine um gut 10 cm zu kurze Hose an (falsche Größe geschnorrt? kann ich mir nicht verkneifen zu denken), und in dem Augenblick greift er sich zwei Weinzeitschriften. Die sind zu bezahlen! rufen die Kolleginnen unisono nach, Was? kontert er, in den Hotels liegen die massenweise auf! - Mag schon sein, diese Tourismus-Promotion-Journale, aber das hier sind aktuelle Weinzeitschriften, die sind überall zu bezahlen! - Nein, in den Hotels nicht beharrt er und klammert sich an die Hefte, dann gehen Sie doch in die Hotels! platzt mir der Kragen, indigniert legt der Mann die Zeitschriften zurück, ja murmelt er, bleibt noch kurz bei den aufgelegten Tageszeitungen an der Bar hängen, und geht ab.

Journalist sei er, gerüchteweise, sagt die Kollegin noch, das trifft mich in meiner Teilzeitehre, aber dass da einer im kalten Kühlraum hockt und vor sich hin isst, das bedarf schon besonderer Chuzpe, bleibt als Bild der traurigen Lächerlichkeit hängen..

Montag, 14. Januar 2008

avec ailes d'ange

Im Schein
des Leselichtes nehme ich zur Hand
was anderswo mir zugedacht,
Gedanken über eine Himmelsmacht
(auf Engelsflügeln überbracht?).

Ich schlage auf und wähle aus, nach Willkür, und die Neigung liest
im Codex XVII aus Ritterszeit den Satz,
der jedes Sentiment vertreibt:
Eine Neue Liebe vertreibt die alte.

dabadabada eben.



[Co(i)nspirative Überraschungen würzen den vorsätzlichen Pragmatismus meines gegenwärtigen Lebens. Frau Alma dankt.]

dabadabada

... und Männer anscheinend speziell dazu neigen, in der Auseinandersetzung mit starken Frauen zu regredieren und in die Kindheit zurückzufallen.

Danke, Gloria Steinem, für diesen starken Nachsatz, der für mich lebensdurchgängig beobachtbar war und ist, auch im engsten Freundeskreis.

An solche Ab- und Umwege zwischen Mann und Frau werde ich aber sicher nicht denken müssen, wenn ich zu meinem (noch fernen) Geburtstag auch dort sein werde (was hat mir mein Unterbewusstsein da zusätzlich an Idee beschieden?)!

Sonntag, 13. Januar 2008

Weinartikel gefährden die Gesundheit

Einem französischen Richter fiel ein, bei Presseartikeln über Wein (oder, in diesem Falle, Champagner) nach der sonst in der Werbung obligaten Gesundheitswarnung zu verlangen. Aber wahrscheinlich gefährdet Pressefreiheit an sich schon die Gesundheit ....

Mittwoch, 9. Januar 2008

Wusch, Herr Busch!

Aufforderung zum Ungehorsam: Max und Moritz, Klassiker nicht nur der Kinderliteratur, erzählt von zwei bösen Jugendlichen, die absichtlich schlimme Dinge tun, die respektlos und ganz und gar nicht zimperlich sind. Weh ihnen, müssten sie heute leben! Konsequent: die Ungerührtheit der von den Bösen Buben in Mitleidenschaft Gezogenen angesichts deren Endes.


Bad Boys-Tube

Montag, 7. Januar 2008

Seitenwechsel

Kaum wechselt die Quecksilbersäule die Seite, ahnt man allenthalben Frühlingslüftchen und hört die Amseln im Gesträuch schlagen.

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ulovesexdoll - 2018-12-13 06:51
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karrri - 2014-06-24 12:18
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uferlos - 2011-10-08 00:28
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ConAlma - 2011-10-07 11:40
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rinpotsche - 2011-10-07 00:37
!
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books and more - 2011-10-07 00:30
sang und klanglos :-(
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profiler1 - 2011-10-06 21:55
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katiza - 2011-10-06 10:34

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