Freitag, 21. März 2008

Schweinfurter Grün

Kurzer Wechsel des Faches: Besuch am Stand der schönen Freundin auf der Kunst- und Antiquitätenmesse. Ich werde für hier zugehörig gehalten, der Zillertaler Schrank als besonders augenfälliges Möbelstück muss erklärt werden. Schweinfurter Grün, war im Zillertal stark verbreitet, diese Farbintensität ist noch der Originalzustand, da wurde keineswegs nachträglich Hand angelegt. Ja, man hat sich damals einen Kirchenmaler geleistet für das Ausfüllen der Felder, Jesus am Kreuz und andere religiöse Motive, die Kunstfertigkeit der Pinselführung ist deutlich unterscheidbar, kleine Gemälde von großer Intensität. Und doch werden sie überstrahlt vom Schweinfurter Grün, hochgiftig, leuchtend, aufmerksamkeitsbindend.

Bei der Galerie gegenüber plaudere ich über Arnulf Rainer damals und jetzt, die Erinnerung an meinen Lieblings-Kunst-Aufenthaltsort der Studentenzeit wird lebendig: das Zwanzgerhaus. Mit einem Mal wird eine Lücke fühlbar, die ich nie mehr zu schließen verstand. Melancholie im März-Schnee.

Montag, 17. März 2008

Kundenbindung

So haben wir Sie endlich gefunden!

Die Freude ist aufrichtig, eineinhalb Jahren haben sie immer wieder nach mir gefragt, zu plötzlich war ich vom angestammten Platz verschwunden gewesen. Der Lieblingswirt, den sie ebenso gerne frequentierten wie ich, war die Diskretion in Person, die Ex-Kollegen mochten nichts sagen, vielleicht in der Not, gute Kunden zu verlieren. Aber dann, langsam, über in Stainz ungefähr Erfragtes, hatten sie mich nun doch gefunden.

Was uns verband und weiterhin verbinden wird, sind nicht die perfekten Weinempfehlungen oder die sehr persönliche Betreuung, der mehr hedonistische statt akademische Zugang zum Wein. Nein, es geht weit darüber hinaus. Es ist ein ähnliches Kulturinteresse, gemeinsame Kunstbezüge - man trifft sich bei den Tiroler Festspielen in Erl, hat Musik als ein gemeinsames Thema, aber auch bildende, geradezu darstellende Kunst - ein Freund des bayrischen Haushaltes ist ein unmittelbares Bindeglied zu einer mich sehr prägenden Zeit vor bald 30 Jahren, Hermann Nitsch.

Das Essen haben wir nicht vergessen! sagen die beiden, ich auch nicht, erwidere ich, irgendwann wird es zustande kommen, ein großes Essen mit verständigen Gästen und ausgesuchter Weinbegleitung, von würzenden Worten meinerseits zu garnieren. Und wir stellen fest, dass es zwei werden müssen, die notorischen Österreich-Freunde entdecken gerade die deutsche Weinlandschaft.

Ja, mit Erl ist es heuer nicht einfach stellen wir fest, aber das Programm für nächstes Jahr steht schon, keine mountainbikefahrenden Walküren (die haben sie vermisst jetzt in Salzburg, ihre Schilderung der Aufführung war aber wesentlich wohlwollender als die Kritiken), dafür die Meistersinger, Elektra, Tschaikowsky, Franui. Aber da sind noch all die Ma(h)le zuvor ....

Donnerstag, 13. März 2008

(Der) Familie stellen

Ich hab meine Großmutter geliebt: ihre knittrige, zarte Haut, die auf den Handrücken wie Pergamentpapier aussah, und die immer nach Nivea roch. Ihr sanftes Lächeln. Ihren forschen Schritt, der so viel Sicherheit ausstrahlte. Sie trug immer feste Schuhe, Leibröcke aus Loden, Strickjacken oder einen Lodenmantel. Die Haare hatte sie zu einem langen Zopf geflochten und im Kranz um den Kopf geschlungen. Erst als sie schon sehr alt war und die Haarpflege mühsam geworden war, entschied sie sich schweren Herzens, das schon ganz dünn gewordene Haar abzuschneiden - zu einem wahnwitzigen Pagenkopf, der plötzlich ganz andere Möglichkeiten aufzeigte, die da vielleicht gewesen wären. Wenn.
Sie war die beste Kuchen- und Kekse-Bäckerin und hatte eine wundervolle Speise namens Tunkebrot [Dante Olivenöl mit etwas Zitronensaft, Kräutersalz, einer Prise Rosenpaprika, in das man Schwarzbrotwürfel tunkt]. Niemals vermisste ich bei ihr Fleisch oder Wurst, es gab auch keine Butter, dafür Rama, auch die durften wir nicht zu dick aufs Brot schmieren. Die Butter war dafür in den Weihnachtsstollen und -keksen versteckt, in der Kaffeecremetorte, die sie immer für mich machen musste, zum Geburtstag.
Ich liebte die ausgedehnten Wanderungen mit ihr, da wurde kein Weg zu weit oder zu beschwerlich, die Jause war in einer alten Blechdose verpackt, im Leinenrucksack war auch immer eine feste Unterlage aus schier unverwüstlichem Stoff, Felddecken in militärgrün, damit wir niemals feucht säßen auf den Wiesen. Wir sprangen mit ihr nackt in einskalte Gebirgsbäche, gingen ungesicherte schmale Pfade entlang der Felsen, aber wehe, der Zug aus Wien hatte Verspätung oder kam in zwei Teilen, da wurde ihr Angst und Bang während des Wartens am Bahnhof!
Zu Silvester machtes sie das Marzipan selbst, mit einem Schuss Rosenöl, das war ihr Geheimnis. Sie hatte ganz andere Spiele im Regal, mit kleinen Holzjeeps konnte man sich durch das besetzte oder befreite Italien würfeln, das Blumen- und Früchtequartett lehrte mich schon früh die Existenz von Schlehen, und ja, Mikado konnte ich mit ihr stundenlang spielen.
Etwas später, als nach der Zeit des Spielens die Zeit des Redens anbrach, erzählte sie Geschichten vom Krieg und danach, sie erzählte aber auch vom Universum, und wie es mit uns vielleicht nach dem Tode sei; in ihrem Bücherregal standen Physik, Reisebücher und Zimmerpflanzenratgeber in bunter Abfolge. Ich stieß mich nicht an der spartanischen Schmucklosigkeit ihrer Wohnung, wo der scheinbar stets blühende Oster- und Weihnachtskaktus eine nahezu ungehörige Üppigkeit war, es hatte alles eine Ordnung, an der ich mich orientieren konnte.

Vor wenigen Tagen fielen mir Briefe, die sie kurz nach Kriegsende ihrer engsten Freundin irgendwo nach Deutschland geschrieben hatte, in die Hände, Briefe, die im Nachlass meiner Großtante in Ostdeutschland aufgetaucht waren. In knapper, fast stenographischer und vor allem emotionsfreier Formulierung erzählt hier eine Frau von 46 Jahren von der Flucht mit Schwiegermutter und jüngstem Kind, der verzehrenden Sorge um die halbwüchsige Tochter, von deren Verbleib sie nichts wusste, vom Dasein als stets weitergetriebene Staatenlose, die niemand wollte [die Großeltern waren Sudetendeutsche], von der dürftigen Unterkunft schließlich in einem kleinen Bergdorf, von der schweren Arbeit bei den Bauern von 5 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, um wenigstens zu essen zu haben für die Familie. Die Menschen sind hier sehr zurück u bigott. Aber sonst gutmütig.Und immer zwischendurch die Hoffnung, dass sich all die Mühsal und die harte Arbeit einst auszahlen würden, von Auswandern war die Rede, irgendwo ein neues Leben zu beginnen, bevor es aus Altersgründen zu spät sei.

Aber ich finde auch Sätze, die mich befremden, die mir eine Frau zeigen, deren Gedankengänge ich nicht der Großmutter meiner Kindheit zuordnen kann. Eine, die an diese neuen Menschen und dieses neue Deutschland offenbar geglaubt hatte, die bis zuletzt eine Hoffnung gehabt haben musste, dass noch alles gut würde, obwohl der Mann, in der Kriegsindustrie tätig, noch zuletzt, im allerletzten Aufbäumen hätte eingezogen werden sollen und von einem Tag zum anderen die Flucht losging. Die Flucht, das erinnere ich mich nun, war eines der großen Themen ihrer Erzählungen gewesen, dieses Opfer gebracht zu haben - für einen Glauben, weiß ich nun; seltsam, meine Großmutter, die an keinen Gott glaubte, für die die Zuwendung meines Onkels zum Katholizismus ein schrecklicher Verrat an ihren freien Ideen gewesen sein musste - sie hatte doch einen Glauben gehabt.

Wie gerne würde ich heute mit ihr über all das reden, mir Sätze erklären lassen, deren Härte mich verunsichert, wo inmitten der nüchternen Auflistung von Umständen und Lebensdetails eine erschreckende Emotionalität, geboren aus Erschöpfung und im so gnadenlosen Verspüren des Verlustes einer Form von Heimat, hervorbricht: Nur das tröstet mich über den Verlust aller Habe, dass wir damit meine + Ilses [Anm.: meine Mutter] Gesundheit erkauften. Heimat hatten wir ja keine, aber wenn ich ans Sudetenland denke, dann ergreift mich bitteres Heimweh und ein unendlicher Haß, der ewig bestehen wird. Wehe den Tschechen, wenn einst eine Gerechtigkeit auferstehen sollte! Ihnen wünsche ich das Schlimmste, was Menschen widerfahren kann. Aber auch: Man lebt so dumpf dahin, die Ideale sind zerschlagen, die Hoffnung auf einen Aufstieg fast vernichtet. Wir leben nur für die Kinder. Sie an Geist, Seele und Körper gesund aus diesem Chaos herauszuführen, ist die einzige lohnende Aufgabe. ... Da ist es ein Vorteil, dass sie Entbehrung und Not kennen, gelernt haben, dass sie Opfer bringen, arbeiten gelernt haben und wenig bedürfen.

Ja, das kenne ich zu gut: stetes Arbeiten, niemals ruhen. Nichts bedürfen, nichts verlangen. Geben. Meine Mutter hatte nur nicht den festen Schritt meiner Großmutter. Wie sehen meine Kinder meinen Schritt?

Freitag, 7. März 2008

Der sechste Stock

Der sechste Stock verfolgte mich bis in mein Erwachsenenalter hinein in den Träumen - oder besser gesagt, der Weg dorthin. Denn um in die Helle und Luftigkeit der Wohnung da oben zu gelangen, musste erst ein dunkles , düsteres Stiegenhaus überwunden werden. Das bedeutete für mich kleines Mädchen damals, täglich nach der Schule die vielen Treppen mit den hohen Stufen emporzusteigen, mit einem Licht, das die Stiegen und Gänge nur unzureichend beleuchtete und außerdem immer ausging.

In den Träumen wuchs dieses Stiegenhaus noch viel mehr empor, und wenn ich endlich im rettenden sechsten Stock angelangt war, dann fand ich dort nicht die vertraute Nüchternheit eines fast quadratischen Zwischenraumes, von dem die vier Wohnungstüren weggingen, nein, dort wucherte ein Dschungel mit unzähligen Pflanzen, Gummibäumen, Lianen, dichtes Grün, das die Eingangstüren kaum erkennen ließ. Einmal stand die Tür zu unserer Wohnung einen Spalt offen, helles Sonnenlicht fiel in einem Streifen ins dunkle Grün, aber dahinter war nichts als gleißende Leere, keine Möbel, keine Mutter, keine Geschwister, nur Licht. Ein anderes Mal bin ich in den siebten Stock hinaufgegangen, denn vielleicht hatte ich mich ja geirrt, und das war noch gar nicht der sechste gewesen, aber auch dort war nicht unsere Wohnung, dafür war es viel viel heller als ein Stockwerk tiefer.

Träume dieser Art kehrten über Jahre wieder, und diese eigenartige Mischung aus Beklemmen (Dunkelheit, Fremde), Verwunderung (Dschungel), Sorge (wo sind sie?), aber auch der Unentrinnbarkeit der Situationen kann ich mir noch heute unter die Haut holen.

Dienstag, 4. März 2008

Bilder einer Kindheit

Meine junge, schöne Mutter sitzt auf der Liege im Wohnzimmer und weint. Sie weint einfach, sagt nicht warum. Wir Kinder stehen um sie herum und wissen nicht, was wir tun sollen. Vielleicht weint sie, weil wir so viele sind. Ich war da sicher mindestens fünf, oder älter. Mein damals jüngster Bruder, das vierte Kind, war im Jänner auf die Welt gekommen, im Juni darauf bin ich fünf geworden. Vielleicht weint sie, weil wir kein Geld haben. Weil mein Vater nicht greifbar ist, der immer unterwegs ist im Versuch, seine Träume und Ideen zu greifen.

Ich habe einen Zufluchtsort: den Küchenbalkon. Es ist ein kleiner Balkon, man kommt vom Kinderzimmer aus hinaus, aber er liegt auch vor dem Küchenfenster, deshalb heißt er Küchenbalkon. Er ist klein, tagsüber schattig, dient als Abstellplatz, ist nicht besonders schön, aber ich habe ihn angenommen. Von dort aus sehe ich einen Stern, der für mich der Abendstern ist. Der Balkon schaut zwar, das weiß ich heute, nach Osten, der Abendstern - die Venus - ist im Westen zu finden. Aber da ist doch das Lied: "Lieber guter Abendstern, hab mich gern"! Irgendein Stern muss dagewesen sein, und für den singe ich.

Vom Küchenbalkon aus sehe ich auch wundersame Lichter. Wir wohnen im sechsten Stock, ich sehe über alle anderen Häuser hinweg. Die Lichter, die nur manchmal da sind, gehören zu etwas, das "Stadion" genannt wird. Ich kann mir nichts darunter vorstellen, ich sehe nur diese Lichter, wie sie so hell in den Himmel gehen, so unwirklich. Ich scheine am liebsten in der Dunkelheit am Küchenbalkon gewesen zu sein.

Es gibt auch den großen Balkon, vor dem Wohnzimmer. Dort knallt die Sonne hin, sie weicht die Teerstreifen auf, die zwischen den Bodenplatten als Fugen dienen. Wir kneten mit den Fingern darin. Manchmal fällt uns etwas über das Geländer, das fällt aber nicht auf die Straße, sondern auf ein Dach, denn direkt unter unserem großen Balkon ist ein überdachter Durchgang. Wenn so etwas geschieht, muss meine Mutter hinunter in den ersten oder zweiten Stock und die Leute von dieser Wohnung bitten, ob sie über das Geländer aufs Dach steigen darf, um das Hinuntergefallene holen zu können. Das ist ihr immer peinlich. Vielleicht waren diese Leute aber auch nicht freundlich. Einmal fällt mir meine Brille hinunter. Ich habe mich sehr geschämt.

Im Badezimmer, das keine Tür hat, sondern nur ein fensterloser Raum neben der Küche ist, ist ein Steinboden. Ganz am Anfang haben wir keine Badewanne, nur ein Zinkschaff. Wenn es zum Trocknen an die Wand gelehnt ist, sieht man das Abflussloch im Boden. Ich knie mich hin, lege mein Auge auf das Loch und starre sechs Stockwerke in die Tiefe. Es ist unheimlich.

Wenn wir im Hof spielen, starren wir oft die sechs Stockwerke hoch, ob die Mutter am Fenster oder am Balkon ist. Wir müssen sie immer rufen, wenn wir wieder hinauf in die Wohnung wollen. Der Lift ist nur mit einem Schlüssel zu betätigen. Und die sechs Stockwerke sind sehr sehr hoch für kurze Kinderbeine, das können wir vom Hof aus sehen. Fast unendlich hoch. Wir sind ja alle noch so klein.

Da ist ein Grundstück über den Hof und die Gasse, das von einer alten, zerbröckelnden Mauer abgegrenzt ist. Dahinter sieht man Bäume emporragen, alte hohe Bäume, es ist sicher eine Kastanie dabei. Dieser Ort übt einen großen Reiz auf mich aus, er wirkt düster und schattig, ein wenig unheimlich. Das Haus dahinter ist alt.

Die Gasse ganz hinunter kommt man zu einer großen Straße, da fährt eine Straßenbahn. Auf diese Straße müssen wir, wenn wir über die Brücke in den Prater wollen. Man kommt hier bei einem Geschäft vorbei, dessen Eingangstür nicht direkt an der Straße ist, sondern etwas zurückversetzt. In dieser Türnische ist rechts oben ein seltsames Kästchen. Ich stehe da und starre hinauf. Es hat etwas magisch Anziehendes und zugleich Unheimliches. Ich denke mir, das muss das Narrenkästchen sein. Es hat eine so seltsame Abdeckung, fast wie ein Gitter. Die Erwachsenen sagen zu mir oft, ich solle nicht so viel ins Narrenkästchen schauen. Jetzt schaue ich erstmals bewusst so richtig rein.

Von einer Seitengasse ums Eck ist ein kleines Lebensmittelgeschäft. Dort ist es immer dunkel, wie in einem alten Gewölbe. Man kann die Erdäpfel aus großen Jutesäcken kaufen. Ich gehe gerne hin, es riecht gut, es ist so ruhig und unwirklich dort. Um nach Hause zu kommen, muss man viele viele Treppen hochsteigen. Die Gasse führt über Stiegen, erst dann kommt der kleine Platz mit Minipark und Spielplatz, an dem unser Haus liegt. Und so ist unser sechster Stock, gemessen an der großen Straße, noch viel höher.

Auf der anderen Seite des Hauses liegt ein größerer Platz, dort fahren auch Autos. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es ein Lokal, in dessen Auslagen rote Vorhänge sind. Und eine Neon-Werbeaufschrift: Cinzano. Mir gefallen die Farben. Das Lokal, das ich nie von innen sehe, wirkt auf mich so modern. So anziehend und interessant. Ich wüsste zu gerne, wie es darin ist. Aber ich darf nur in den Konsum nebenan.

Wenn ich Radio höre, stehe ich ganz nah vor dem Apparat. Meine Lieblingssendung ist "Autofahrer unterwegs". Vor allem die Meldungen mit den gestohlenen Fahrzeugen. Ich mag auch die Mittagsglocken.

An der Seitenwand im Durchgang unter unserem Haus ist ein großes Mosaik mit Pferden. Der Künstler war ein Jugendfreund meiner Eltern. Zwei Entwürfe zu diesem Mosaik hängen als Bilder in unserer Wohnung. Manchmal besuchen wir dessen Eltern in Perchtoldsdorf. Sie wohnen in einem kleinen Häuschen, beide sind große, kräftige, ja geradezu dicke Menschen. Sie sind sehr freundlich, die Mutter drückt mich immer an sich, ich habe Angst, zwischen ihren Riesenbrüsten zu ersticken. Manchmal kommt die ganze Verwandtschaft zusammen, da sind so viele Kinder und Enkelkinder. Alle wirken wie eine große glückliche Familie.
Wir kommen nie so vielzählig zusammen. Der Onkel ist im Kloster, die Tante ist nicht verheiratet. Großmutter und Großvater leben weit weg. Wir sind immer nur wir. Und ich habe zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung, was für eine Familie wir sind.

[Infiziert von Frau Katiza und ihrem Buch hier.]

Montag, 3. März 2008

Gruppenzugehörigkeit

Ein lieber Kollege hat mich zu einem Open Business-Netzwerk eingeladen; kaum hatte ich mein Profil online, kamen schon zwei Zuschriften von Bekannten aus dem engeren oder weiteren beruflichen Umfeld. Schöner Feierabendbeginn! Jetzt muss ich halt an einem aussagekräftigen Profil basteln ....

Aber vorher koch ich dem Kind und mir feines Beiried mit Café de Paris-Butter und gebratenem Trevisano.

Dienstag, 26. Februar 2008

Blog S Talking

Blogs dienen unter anderem auch dazu, sich selbst zu verfolgen, sich selbst auf die Schliche zu kommen, seiner selbst habhaft zu werden.

Dass aber ein Blog in besessenes Fahrwasser kommen kann, nahm mir, als ich es erkannte, doch den Atem. Über einen Kommentar war ich darauf gestoßen: Layout nahezu ident, jeder Eintrag ein Foto mit Text, wie die Vorlage. Die Betitelung nur eine minimale Änderung. Verfremdungen bekannter Bilder, Texte mit privaten Details, Bezugnahmen auf irgendwann einmal bereits gelesenen, reichlich Versatzstücke aus dem Leben eines von fern bekannten Menschen: was sich da über Wochen als Dokumentation einer innigen, anregenden Liebesgeschichte liest (die, wäre sie wahr, von Herzen vergönnt sei!), bekommt bei genauerem Betrachten Brüche - erotische Deutlichkeiten passen nicht zum gespeicherten Bild des Miterwähnten, es fehlen die Kommentare des üblichen Umfelds. Nach einer kurzen Irritation - Alter Ego? - eine ebenso kurze Rückfrage und die erschreckende Erklärung:

Stalking, massiv, seit längerer Zeit, nun auch Form genommen in einer Blogkopie, als wär's das Eigene; Benützung einmal veröffentlichter Bilder, als seien sie der Autorin zugehörig, Spiel mit Preisgaben im Netz, kunstvoll und kunstfertig gestaltet, sodass das unbefangene Lesen nicht nur Anziehung generiert, sondern auch den Schluss auf tatsächlich Geschehendes zulässt.

Armselig, wer durch die Einverleibung eines anderen die eigene Daseinsberechtigung ableiten glaubt zu müssen.

Montag, 25. Februar 2008

Rouge

Es sei, sagt der alte Richter, doch einem Mangel an Bescheidenheit zuzuschreiben, wenn man bestimmen könne, was Wahrheit sei. Selbstgefälligkeit? fragt die schöne junge Frau.

Rot, der letzte Teil der Drei Farben, war heute wiederzusehen. Trintignant in einer Altersrolle - was für ein transparentes Gesicht! Und Zbigniew Preisners wunderbar schwebende Musik trägt nicht nur durch den Film, sondern lässt mich zu seinem Ende in eine plötzliche Traurigkeit verfallen. Ich denke an den akuten Schmerz der einen Tochter, an die Verzweiflung und die Sorgen der einen Freundin, nehme vielleicht eigene künftige Traurigkeiten vorweg.

Weiß und Blau hab ich versäumt diesmal ...

Sie sind

Du bist nicht angemeldet.

Sie lesen:

Beiträge zu meiner real virtuality

sehsucht

arbeitshaende

Was gibt es Neues?

love
I saw a hope in the game. sex doll
ulovesexdoll - 2018-12-13 06:51
Wow, ich mag das Licht...
Wow, ich mag das Licht und die Anzüge! Vokalmusik ist...
karrri - 2014-06-24 12:18
einfach nur schön finden...
einfach nur schön finden geht auch
uferlos - 2011-10-08 00:28
lasst mir noch ein bissl...
lasst mir noch ein bissl zeit. vielleicht gibt es ein...
ConAlma - 2011-10-07 11:40
Was gab's denn so wichtiges...
Was gab's denn so wichtiges anderswo?
rinpotsche - 2011-10-07 00:37
!
!
books and more - 2011-10-07 00:30
sang und klanglos :-(
sang und klanglos :-(
profiler1 - 2011-10-06 21:55
Erwischt... und Sie fehlen...
Erwischt... und Sie fehlen...
katiza - 2011-10-06 10:34

wo?

angel underline de ätt kufnet dot at

Suche

 

Status

Online seit 7490 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 2021-07-15 02:08

Credits

Web Counter-Modul

kostenloser Counter


adventkalender
aus dem arbeitsleben
aus dem kulturbeutel
aus dem reich der sinne
Autofahrer unterwegs
begebenheiten
blogweise
einfach zum nachdenken
es wird ein wein sein
farben
filmblicke
fundsprüche
gehört
gelebt: kitsch und literatur
gelesen
geschichten aus dem großraumwagen
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren