Freitag, 22. Januar 2010

Verselbstständigung des Körpers

Nachts. Der menschliche Makel, Anthony Hopkins und Nicole Kidman. Ein einziges Buch hab ich von Philip Roth gelesen, damit ich einmal eines gelesen habe, es war auch kein sonderlich umfangreiches gewesen, und ich mochte es nicht, triefende Männlichkeit, so gings mir auch gestern, als ich schon abwesend müde das Fernsehgerät laufen ließ, während ich mich der Kleidungsstücke eines langen Tages entledigte. Seltsam, diese Veränderungen des Körpers, gar nicht die erwartbaren, die Falten, die schlafferen Züge, die das eigene Gesicht mehr und mehr dem der Eltern angleichen, sondern merkwürdiges Eigenleben, winzige Auswüchse der Haut, Innenseite des Oberschenkels, das war früher nicht da, was ist da noch, das ich nicht sehe?
Sie bezahlen uns, damit wir wieder gehen, sagt Faunia, und nicht über Nacht bleiben, ich bleibe auch nicht mehr gerne über Nacht, ich mag die nächtlichen Stunden allein und auch den Morgen.

vienna_bed

Montag, 18. Januar 2010

life limits

life-limits


Für (m)eine Schöne.
Gratulations, K.!


gefunden an der Tür von Lenai + Linai

Sonntag, 17. Januar 2010

En neige, en famille.

Heute weht's einem den Schnee um die Ohren, aber die vergangenen Tage waren köstlich, in jeglicher Hinsicht. Und immer ist da "Berg".

Berg-

Gestern, ja, da hätte der Himmel blauer nicht sein können und nicht weißer der Schnee. Auf den Terrassen saß man en famille, und traf man auf schifahrende Winzer, so hieß das Schiwasser Bollinger Cuvée Speciale oder Chassagne Montrachet 2005 Boudriottes, oder aberSolare 2001. Feines Sein, und wieder ließ ichs reichlich stauben.

Donnerstag, 14. Januar 2010

My Day.

andere-seite

Morgendliche Aufwärmübungen geben mir Energie, der Geliebte aber sinkt zurück in Schlummer und Melancholie. So mache ich mich alleine auf den Weg, nehme mir die andere Seite, Muggengrat und Zürser Täli, die Gasteiner Buben hab ich in Gedanken dabei und lasse es stauben. Übers Madlochjoch zurück auf die eine Seite, steiles freies Gelände unterm Kriegerhorn, nichts für sensible Bandscheiben, denk ich bei jeder Stauchung.

Der Hirsch hat sich mittlerweile nach Stuben verirrt, das wundert mich nicht; der Enkelsohn hat seit 10 Tagen wilde Schmerzen im Bein, morgen wird eine Biopsie gemacht, wie soll er sich da aufs Schifahren konzentrieren? Und so gehört auch der morgige Tag auf den Hängen mir allein; ganz am linken Rand, da fährt es sich am besten auf allen Pisten.



Die Englishmen in Lech neigen am Schilift zu anzüglichen Bonmots.

Mittwoch, 13. Januar 2010

Unter Bergdohlen

Der Morgen war sonnig, doch dann schlug es um, und die Sicht war weg: Blindflug auf unbekannten Pisten, da half auch nicht, dass sie breit und griffig und fast mugellos waren: für den Hirschen angstbesetzt, und so besann ich mich meiner Schilehrervergangenheit (vor 35 Jahren, mit Kindern ...) und fuhr Bögerl um Bögerl vor, das half zumindest einigermaßen - bis sicherer Boden in Reichweite war, in Form eines exquisiten Bergrestaurants. Dort hab ich den Geliebten kurzerhand abgesetzt und mich noch einmal auf den Weg gemacht, nach ganz oben.

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Dort, zwischen bizarren Felsen, hingen die Wolken nun schon tief, und siehe da, es gesellten sich auch Bergdohlen zu den nur noch spärlichen Unentwegten. In einem Schwung nahm ich die Abfahrten hinunter, mich ganz aufs G'spür meiner Beine verlassend, denn von der Piste war wirklich nichts mehr auszunehmen. Dafür gab's dann Feuerfleck mit Hummer und ein überaus preisgünstiges Glaserl Morillon Obegg 2006. Und im Tal drunten unterhielt mich Bordeaux-Grandseigneur Adi Werner dann gute zwei Stunden lang mit allerlei Anekdoten zum Thema Wein am Arlberg. Ein guter Tag, trotz oder wegen.

Und jetzt gibt's Knoll Traminer Smaragd 1998 zu Bruckners Neunter.

Dienstag, 12. Januar 2010

Sanftes Gleiten

Dass die Umstellung so schwierig sein würde, hatte ich nicht erwartet. Es war allerdings nicht das sanfte Gleiten, das ich dem Hirschen schulde, sondern die Pisten von Lech, die sich so wenig freudvoll präsentierten - der Neuschnee war mittags, als ich mein Animal triste endlich aus dem Bett bekommen hatte, schon zu kleinen Hindernishäufchen zusammengeschoben, darunter kam die blanke Härte des viel zu mageren Altschnees hervor. In den Beinen aber hatte ich immer noch Gasteiner griffige Geschwindigkeit.

So versank ich lieber in bergweißen Blicken und musste nur immer drauf achten, nicht aufs Aussteigen zu vergessen.

lechski


Morgen stehen die beiden Tiroler Sankte auf dem Programm, vielleicht gibt's danach noch besondere Weinkeller-Einblicke.

Montag, 11. Januar 2010

Omen

Als ich gestern heimkam, lag eine tote Krähe auf dem Balkon. Ein schlechtes Omen! orakelte die Tochter.

P1100009

Ich aber mache mich wieder auf den Weg, hinauf nach Lech für sechs Tage, gemeinsam mit dem Hirschen. Es ist sein Winterlech, und ich werd von meinen nächsten Sommertagen dort träumen.

Sonntag, 10. Januar 2010

Drahtseilakt

Zwei Tage lang balancierte ich ohne Bodensicht auf unbekannten Pisten, steil abwärts stürzend und mit Kollegen um Geschwindigkeit jagend, war Mädchen auch unter Jüngeren.

drahtseilakt

Nach der Pflichtübung Pressekonferenz blieb reichlich Platz für die Kür: windverblasen betraten wir die Hängebrücke und waren doch sicher; in der Sauna ließen wir uns Russian Style zeigen, die Zedernholztäfelung wurde reichlich mit Wasser benetzt, doch ohne den Ofen dahinter erzeugte dies nur mageren Dampf, keine Hitze. Am Tauchbecken stand geschrieben: Please take a shower before they go into the water - vom höflichen Dritten zur diffusen Vielzahl.

Viel Systemisches aber trat in den Abendgesprächen zutage, und die Nacht fand eigene Worte in deutlicher Körpersprache.

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ulovesexdoll - 2018-12-13 06:51
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karrri - 2014-06-24 12:18
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uferlos - 2011-10-08 00:28
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ConAlma - 2011-10-07 11:40
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books and more - 2011-10-07 00:30
sang und klanglos :-(
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profiler1 - 2011-10-06 21:55
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