Sonntag, 14. Februar 2010

Ich war aus.

Vorsätzliche Verabredung mit einem Twonight-Stand aus der jüngeren Single-Vergangenheit. 17 Jahre Altersdifferenz machen weder ihn zum Jüngling noch mich zur ergrauten Reifen, zu nah sind die Gedanken, von entspannter Offenheit die Sätze und groß das Vertrauen. Das Feierabendachtel unterliegt einer wundersamen Vermehrung, ich nehme uns die Last der Versuchung und bleibe noch auf ein paar Sätze mit der Trinkfreundin vergangener Jahre, die Achtel mehren sich weiter. Wir wundern uns, dass dem jungen DJ des Abends ein so erinnerungskompatibles Musikprogramm gelingt, nach Mitternacht wird die Versuchung zu Bewegung spürbar, der Rhythmus lockender.

Die neue Nachtbegleiterin der Freundin, deren Männerlust bis hin zum örtlichen Swingerclub immer etwas Flüchtendes anhaftete, freut sich über die Idee eines gemeinsamen Trinkabends, ja guten Wein habe sie auch daheim. Dann ziehen die beiden ein Lokal weiter; beim Verlassen der Bar streift mein Blick einen einstmals sehr jungen Mann, der damals in einer jener verzweifelten Nächte meinen Weg gekreuzt hatte. Schön war er gewesen, und wohlgeformt, und die Sommernachtstille draußen beim Reitstall kann ich immer noch riechen.

aus

Die Außenschlafstelle im Büro, sohnbesuchbedingt, schien mir in dieser Nacht besonders heimelig.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Rhetorisch bewanderte Verhältnisse

K., rhetorisch bewandert, werden Verhältnisse mit mehreren Mitarbeiterinnen nachgesagt.

aus: Der Standard


Dieser Satz unterstellt einen direkten Zusammenhang von Sprechbegabung und erotischem Erfolg und lässt mich rückblickend schaudern: meine Liebeslaufgeschichte als eine Sammlung rhetorischer Verhältnisse? Liebestaumelnd verfallen um der Sprache willen?

Dienstag, 9. Februar 2010

Wortentwicklung.

MAUSE
.
.
.
AMUSE

Letzteres wollt ich schreiben, ersteres stand da. Ohne Maus, nur mit Tastatur. Wobei erst die Maus dann das rechte Wort ermöglichte.


Unlängst, im Speisewagen (am Heiligabend war's), da beobachtete ich ein Spiel. Vielleicht bring ich die Kinder damit wieder an den Tisch.


Wer sich für's Amuse interessiert: Gnocchi auf Artischockensauce mit Culatello-Schinken.

Liebe. Erklärt.

Da versucht doch grad Catherine Millet im ORF-Montags-Kulturmagazin mir zu erklären, wie verblüfft sie über ihre Eifersucht ist. Das hätte ich ihr, der 10 Jahre Älteren, schon vor 10 Jahren erzählen können, aus ähnlicher Eigensichtperspektive, ohne dass ein Buch vonnöten gewesen wäre. Während ich vielleicht Arno Geiger doch mal lesen werde.


Liebe kann aber auch so aussehen:

hecht

Hecht im Speckmantel, privater Speisesalon heute Abend



Und jetzt seh ich mir ohnehin lieber Gerhard Rühm an.

Montag, 8. Februar 2010

Stellungen. Verdichtungen.

Im Stellen der Stellvertreter wird sichtbar, was dem inneren Blick verstellt war. Und verdichtete Sätze sagen, was zuvor nicht formulierbar war.

Dann liegt auch der das Morgen zu Füßen:

zu-fuessen-liegen

Mittwoch, 3. Februar 2010

Handlungsanweisung 37.

handlungsanweisung







für die Tage unterwegs-

palindromatischer tag

01022010

Das war gestern. Nein, vielmehr vorgestern, die Tage verflogen mir, am Weg auf Umwegen

palindrom

ins Ungewisse, systemische Gewissheiten zu suchen. Fünf Tage in fremden Geschichten, die irgendwie auchzu eigenen werden, und draußen schreien die Pfaue.

Sonntag, 31. Januar 2010

Boarischer

Auseinander ... wieder z'samm ... fassen und drehen ...
auseinander ... z'samm ... drehen ...

solang die Musi spielt.

Das tat sie gestern auch ausgiebig, und so tanzten wir, der Hirsch und ich, Polka, Walzer und Boarische, die besonders gern, manchmal schwindelten sich ins Fassen Eine oder Einer vom Nachbarpaar hinein, und man fand erst zum Ende des Tanzes wieder zueinander - ein bissl wie Paarleben an sich, die Bewegungsabläufe des Boarischen.

Jägerball beim Sattlerwirt, der Geliebte mit der hirschbestickten Pfoad, Erbstück vom jüngst verstorbenen Schwager, und ich mit dem hirschbedruckten Schal, Geschenk des schwarzgelockten Christkindls.

morgen-danach1

Am Morgen danach Gulda on TV zum Frühstückstee.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Fürwahrnehmung.

nahm sich
für
wahr
was wahrbar schien
und in das bild der wünsche passte
...



Edit:

nahm sich
für
wahr
was wahrlich schien
und in das bild der wünsche passte

FÜR wahr.

wahr aber
sind die ängste
daraus die wünsche jäh entsprangen
falsch und zweizüngig
wispern sie und flüstern
und trüben den blick




Soeben vom wunderbaren Wort Fürwahrnehmung bei Herrn Books angeregt; eine Fortführung muss zugunsten von Lohnarbeit vertagt werden.

Sonntag, 24. Januar 2010

Kosmetische Pisten im Salvenrund

Die sportlichen Freunde sind Frühaufsteher, um zehn nach acht waren sie schon da, und so hatten wir perfekt flachgewalzte Pisten vor uns und reichlich Zeit für die große Runde um die Salve - Jahre bin ich nimmer dort gewesen, zur Winterzeit fast schon Jahrzehnte ...

Aber ich weiß auch, warum mich das zum Wohnsitz nächste Schigebiet so wenig reizt: trotz perfekt präparierter Pisten, was bei so wenig Schnee schon bemerkenswert ist (aber die Leitwölfe sind fähige Tiere)

leitwolf

dieser allerdings in Lech fotografiert

sind die Abfahrten einfallslos (vielleicht aber sieht das der überraschend getroffene Musicus samt Neofamilie anders), und wenngleich der Blick weit reichen würde, sind immer auch das Tal und die Siedlungen in Sichtweite, es gibt keine Konfrontation mit Berg.

Und nun: zu müde jetzt zum denkerischen Arbeiten, fröhliches Prokrastinieren dafür, eine Flasche Château Coutreau 1995, Fronsac hilft mir dabei: leicht brüchig in der Aromatik, aber reizvoll, keineswegs weich aber, von geradezu sprödem Trotz - erinnert mich an den Hirschen ;-)

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sang und klanglos :-(
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