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Sonntag, 17. September 2006

Entführungen

Eigentlich aber sollte ich mich selbst entführen. Nach Beograd. Seit Jahren komme ich am Wiener Westbahnhof an, wenn am Gleis gegenüber der Zug nach Beograd zur Abfahrt bereit steht. Wenigstens bis Budapest, sage ich mir dann jedes Mal, vergiss die Termine, in Budapest kennst du immerhin die Straßen, die Museen, die Kaffeehäuser, die Markthalle. Und das in stillem Licht und bröckelnder Traurigkeit erstarrte türkische Frauenbad.

Freilich, Beograd, das klingt nach dem unbekannten Osten, wo vielleicht noch ein Stück einer Zeit stehengeblieben ist. Wo nach etwas zu suchen wäre, was möglicherweise gar nicht gefunden werden will. Weshalb ich ja auch noch nie in den Zug nach Beograd gestiegen bin.

Oder aber, sagte ich heute morgen zu den zarten Händen, es sind doch die Kinder, die jedes Mal, wenn ich wegfahre, auf meine Rückkehr warten. Warte noch eine kleine Weile, raunte mir die rauhe Stimme zu, und es klang gerade wie eine Bach-Kantante, dann wirst du bis Beograd fahren. Und darüberhinaus.

Samstag, 16. September 2006

Gestern

Gestern war ich versucht, einen Mann zu entführen. Nach zwei Stunden hätte ich ihn unbeschadet wieder zurückgebracht. Warum ich es nicht tat? Weil ich meine Verschränkung von Fiktion und Wirklichem nicht ausreichend wage ...

Was ich vorgehabt hätte? Ach, nichts weiter, essen, Wein trinken, zuhören. So tat ich dies für mich. Sah dem Schmetterling aus transparentem Speck zu, wie er über der Jakobsmuschel schwebte. Vielleicht wäre ich versucht gewesen, mit ihm zu tanzen. Sie haben, hätte ich gesagt, so tanzbare Hüften und Beine. Und die rauhe Stimme von Paolo Conte schien mir so passend. Irgendwann schwebte eine rosa Wolke im letzten Abendblau vor mir. Dazu sang wieder Paolo Conte.

Dienstag, 25. April 2006

Im Guten wie im Schlechten

Ich konnte hören, woher deine Worte kamen,
im Guten wie im Schlechten.
Ich konnte sehen, worin deine Handlungen gründeten,
im Guten wie im Schlechten.
Ich konnte spüren, woraus sich deine Emotionen nährten,
im Guten wie im Schlechten.

An vielen Tagen war es mir ein Leichtes, das alles zu nehmen und zu tragen.
Je mehr ich aber trug, umso schwerer saßt du auf mir.
Der Raum um mich schien sich zu verengen, die Flügelspitzen knickten, brachen.

Hörtest du mich nicht?
Sahst du mich nicht?
Spürtest du mich nicht?

Ich weiß es nicht.
Wohl aber weiß ich: Du wolltest mein Paradies durch dich bewirken.

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ulovesexdoll - 2018-12-13 06:51
Wow, ich mag das Licht...
Wow, ich mag das Licht und die Anzüge! Vokalmusik ist...
karrri - 2014-06-24 12:18
einfach nur schön finden...
einfach nur schön finden geht auch
uferlos - 2011-10-08 00:28
lasst mir noch ein bissl...
lasst mir noch ein bissl zeit. vielleicht gibt es ein...
ConAlma - 2011-10-07 11:40
Was gab's denn so wichtiges...
Was gab's denn so wichtiges anderswo?
rinpotsche - 2011-10-07 00:37
!
!
books and more - 2011-10-07 00:30
sang und klanglos :-(
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profiler1 - 2011-10-06 21:55
Erwischt... und Sie fehlen...
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katiza - 2011-10-06 10:34

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