Dienstag, 7. August 2007

mourning morning

Now also he's gone.


Diese Version ist als "Tribute to Lee Hazelwood" durchaus würdig.

Montag, 6. August 2007

Following Gustav

Ursprünglich wäre das ein Edit zum vorherigen Eintrag gewesen, aber um diese Uhrzeit nicht mehr ganz up to date. Dafür erweitert.

Alma Autofahrerin unterwegs

Auf der österreichdurchschreitenden Tour widerfährt mir Beethovens drittes Klavierkonzert. Aber, ja aber, es bleibt draußen, ist der Landschaft fremd, wiewohl mit ihm durchaus emotionale Erinnerungen verbunden sind.

Ganz anders etwas später Mahlers erste Symphonie. Schon die Hörner scheinen aus dem Wald zu steigen, die Streicher murmeln dann durch die Wiesen, die Flöten sitzen in den Bäumen. St. Dionysen, Allerheiligen, irgendwann Mürzzuschlag, nach der Phyrn weitete sich das Tal, die Musik legt sich über die Landschaft, wie ich es liebe, trägt mich mit. Als ich ins Mürzer Oberland biege und sich die Rax unvermutet vor mir erhebt, mit der mir unbekannten Hinterseite (vor vierzig Jahren war ich zuletzt da, den keuchhustenden Bruder auf Höhenluftkur begleitend), mich staunen macht, da tun die Geigen etwas, das sich in Tirol "schmirbm" nennt, sie fahren so weich und schmelzend rein, dass mir lustfröstelnd zumute ist.

Erst als aus Salzburg der der impulshaft sofort mit dem letzten Ton aufbrausende Applaus einsetzte, begab ich mich in den stillen Gastgarten der Holzers, Kalbsbraten und Kardinalschnitte ergaben ein vorzügliches Sonntag-Mittagsmahl.

Etwas windiger Rostbraten, durchaus anständiges Backhendl (zuständig: Tourismusschule Semmering) und heiß umkämpfter Weißwein waren erst zu viel späterer Stunde zu haben, Gustav (Mahler), Gustl (Klimt), Franz Werfel, ein sehr junger Gropius, ein trotz allem mit Bravour outrierender Kokoschka und vier grandiose Almas wirbelten durch die eindrucksvollen morbiden Räume des Semmeringer Kurhauses - ich tät ja sagen hinfahren, wenn ned alles schon ausverkauft wär.

Samstag, 4. August 2007

Gegenglück des Geistes

Der Herr Schuh zitiert und spricht mir heute aus der Seele, weise Sätze zum Glück, in einem Standard-Dossier zum Thema Glück.

Ich stelle hier nur Gottried Benns Gedicht ein, beim Schuh Franzl können Sie hier selber nachlesen - vor allem den Absatz zum Denken als Glück der Autonomie.



Einsamer nie

Einsamer nie als im August:
Erfüllungsstunde -, im Gelände
die roten und die goldenen Brände,
doch wo ist deiner Gärten Lust?

Die Seen hell, die Himmel weich,
die Äcker rein und glänzen leise,
doch wo sind Sieg und Siegsbeweise
aus dem von dir vertretenen Reich?

Wo alles sich durch Glück beweist
und tauscht den Blick und tauscht die Ringe
im Weingeruch, im Rausch der Dinge, -:
dienst du dem Gegenglück, dem Geist.

Gottfried Benn

Donnerstag, 2. August 2007

Der Taxifahrer ...

... der vergangenen Nacht war so schwungvoll, allein schon sein "Passt"auf das Nennen meiner Adresse war von ungewohnter Emphase getragen. Dann erzählte er plötzlich, dass er Kuhn nicht so toll fände, dass er in Erl einmal einen enttäuschenden Zarathustra gehört hätte, dass ihm die Selbstherrlichkeit des Dirigenten nicht angenehm sei, er höre sich manchmal Proben an; als ich von der doch sehr persönlichkeitsentblößenden Probenarbeit zur 2. Mahler erzählte, die ich als Mitsängerin vor Jahren erlebt hatte, schoss gleich ein "Aha, die Symphonie der Tausend" aus ihm heraus, dass ist zwar um 6 Nummern daneben, aber was soll's, offenbar ist ihm auch die Achte ein Begriff, er dachte wohl einfach an die Chöre, und dass er zu Symphoniekonzerten lieber nach Innsbruck fahre; ganz abgesehen davon triebe es ihn sowieso gerne nach Saalfelden zu den Jazztagen. Das alles hatte auf 3 km Taxifahrt Platz.

Montag, 30. Juli 2007

An den Abenden

... da ich alleine bin, stelle ich mir vor, dass er mir ein Gedicht wie dieses erzählte:

Wenn du dich kleinmädchenklein
An mich schmiegst und zitterst
Entfalte ich meine Landschaften
über dir
Gegen die Nacht
Die zu schwarz und zu schwer
Auf dir lastet
Faltenlos liege
Auch ich selber leichter
Und webe an dem Schmetterling
Der, wenn die Sterne erlöschen
Herüberflattern und sich
Auf deine Lider niederlassen wird


[Galsan Tschinag]

Freitag, 27. Juli 2007

Frühmorgens

geschlossenen auges halt’ ich dich, spüre die kraft einer jugend, die ich nie sah
mit jeder umarmung tauche ich ein in gemeinsame zeit, die es nie gab
wie, so frag ich mich, kommt’s, dass mir hände und haut so vertraut sind, gewisslich und nah
wenn wir nicht irgendwann, irgendwo eins sind gewesen – wär’s möglich? und blieben’s zum tag?
wie jalousien sind die wimpern, blinzelnd nur wage ich, auch auf das heute zu sehn,
erst mit dem wachsenden licht heißt mein wissender blick deine falten zu gehn.

Donnerstag, 26. Juli 2007

Machen Sie Sinn?

Irgendwann ist sie aufgetaucht, diese Phrase, aus Journalistenfingern, aus Politikermündern, wird unhinterfragt benützt, auch von denkenden Menschen, als wär sie immer schon dagewesen. Stimmt aber nicht. Ist aus dem Englischen "make sense" (wo es aber im Grunde in der Verneinung benützt wird) genommen.

Irgendwann stieß ich mich daran. Und seither ständig. Grad erst wieder, in diesem Blogmeer, irgendwo aufgetaucht, "xxx macht Sinn". Aber wie ist das denn mit dem Sinn? Ist der nicht in den Dingen? Da ist etwas, und in diesem Etwas wohnt ein Sinn. Das Ding macht den Sinn nicht. Hat ihn. Oder, wie es vor allem bei Verhaltensweisen so oft anzumerken ist, hat eben keinen. (Obwohl ich da der Meinung bin, dass immer eine Art von Sinn da ist, nur halt ein "negativer" vielleicht).

"Sinn machen" wird meist dort verwendet, wo gemeint ist "ist sinnvoll", "leuchtet ein". Und in der Verneinung "ist sinnlos". Über die Machbarkeit von Sinn denkt da niemand nach. Da könnte man ja gleich fragen, ob derjenige, der so unbedacht spricht, selbst Sinn macht?

Sinnstiftend mögen viele Angelegenheiten ja allemal sein. Weil sich aus ihnen und ihrem Sinn etwas Anderes, Neues ergibt. Das dann wieder seinen Sinn hat.

Vielleicht rührt der unreflektive Gebrauch der Phrase auch daher, dass wir so gerne machen. Oder gerne machen würden. Und unser persönliches Sinnempfinden, weil uns gerade etwas besonders sinnvoll erscheint oder auch unsinnig, dann einem Machen unterwerfen. Den inhaltlichen Sinn als veränderbaren annehmen. Damit vermischt sich das Gemachte mit dem Inhaltlichen, mein Gemeintes wird durch das Wörtchen machen zum Inhaltlichen, und damit habe i c h Sinn gemacht. Dieser eigentlich in der Sache seiende Sinn, der plötzlich von außen hineingetragen wurde, muß auch gar nicht sinnvoll sein, kann vielmehr Unsinn sein. Unsinn aber soll man doch nicht machen? (Ah, die vielen Rügen der Eltern im Hinterkopf!) ....

Machen Sie Sinn?

Mit diesen philosophischen Sommergedanken ziehe ich mich ein wenig in meine Sinne zurück.

Freitag, 20. Juli 2007

Eigentlichkeit Musik

...dass Musik tatsächlich vom Eigentlichen ablenken kann“ – diesem sichtlich unter dem Eindruck einer Aufführung herausgeworfenen Satz, der umso mehr Befremden auslöst, da er von einem Auch-oder Fast- Musiker geschrieben ist – könnte man entgegnen, dass gerade Wagner mit seinem Gesamtkunstwerkanspruch keins der Teile vor die anderen gestellt hat. Und wenn ich hier eine Analogie aus meinem Alltagsleben nehme: da schafft ein Koch auch eine aus vielen Komponenten zusammengesetzte Einheit, und dann geht der Esser her und zerpflückt wieder in einzelne Aromen und Konsistenzen, anstatt die Wirkung des Gesamten, so wie sie ja vorgesehen war, aufzunehmen [auch ich war darob einmal gerügt worden ;-)].

Mir fiel aber spontan eine ganz andere Entgegnung ein: bei einem vor bald 10 Jahren stattgefundenen Kongress in Alpbach hat ein mongolischer Schamane den wirkungsvollen Satz getan, dass er das Bestreben der Menschen im Westen, mit östlichen Methoden der Meditation weiterzukommen, seltsam und unpassend fände, wo sie doch selbst eine ureigene Meditation hätten – die der Musik. Mit einem solchen Gedankengang wird der Musik eine Eigentlichkeit gegeben, die sie nicht unter und nicht über anderes stellt, aber dennoch auch für sich stehen lässt. Weshalb sie auch nicht ablenken kann.

Dieser Schamane hat auch wunderschöne Liebesgedichte geschrieben, allein schon der Titel des Bandes ist wie ein Gedicht: Nimmer werde ich dich zähmen können. Wunderschön sind sie auch dort, wo sie traurig sind, und so wähle ich heute eines dieser traurigen aus, weil um mich herum ein paar Traurigkeiten aufgebrochen sind, ich widme es jenen, die sie erfahren müssen:

In dir liegen
Tote Jahre
Ich darf darin
Nicht graben
Tote Zeit ist
Anders als
Tote Menschen
Kann aufspringen
Und Bosheiten anrichten.

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