privat

Sonntag, 13. Juli 2008

Cool Climate

Bei Blindverkostungen ist die Zuordnung zu Cool oder Hot Climate wesentlich für die Herkunftsbefindung eines Weines. Möglicherweise liegt es am im Vergleich doch sehr spürbaren cooler climate an diesem ein wenig als Notlösung gewählten Urlaubsort, dass auch den Menschen hier eine von daheim kaum gekannte Entspanntheit zu eigen ist. Selbst strömender Regen und Buswartezeiten von 20 Minuten und mehr lässt niemanden in ungehaltenes Knurren, gar ungnädiges Granteln verfallen, man wartet in stoischer Ergebenheit - und drängelt dann auch nicht!

Dass der begleitende Sohn auch ein so großes Maß an cool-climate-Mentalität mitbringt, gibt diesen in herumirrender Planlosigkeit zugebrachten Tage unerwarteten Erholungswert. Die künstlerisch-chaotische Atmosphäre in unserem B&B-Haushalt erinnert an lang vergangene Zusammenlebenszeiten mit dem Kindsvater; die viktorianische Kleinhäusl-Idylle eines westlichen Vorortes wird hinter schon augenfällig weniger adretten Fassade von großzügigem Bohemien-Dasein konterkariert. Farbtöpfe, Bilder, Collagen, verschlampte Buchungen, fünf Gitarren im Wohnzimmer, Frühstück zum Selbermachen in einer Küche, in der abgewohnte Landhausromantik (großer Holztisch in der Mitte, 2 Meter hohes Holzmobiliar inklusive Kochbuchabteilung, in der ich auch ein Roald Dahl-Cookbook finde!) mit High Tech (der vollgestopfte Privatkühlschrank in Nirosta, Computer und Router) und Resten der vorhergehenden Nacht (zerbröselte Zigarettenreste, eine nicht ganz ausgetrunkene Flasche Edi Keber Tocai) eine wundervoll losgelöste Stimmung erzeugen - alles usammen sehr wärmend.

Dienstag, 8. Juli 2008

Mir träumte von einem Neapel

Ein Castello Aragonese erhob sich ganz unvermutet auf der Hügelkuppe, kam hinter hohen Zypressen und anderen Bäumen ins Blickfeld. Der Platz davor lag ganz ruhig, aber es war auch nachtdunkler Himmel, nur die schmale Mondsichel zeichnete sich scharf vom Hintergrund ab. Und doch war es nicht finster, wenngleich auch nicht sonnenhell; zwei elegante ältere Damen flanierten über den Platz, die eine auf Italienisch mit deutlichem Akzent sprechend, das scharfe "r" war auffällig. Dass die andere auf Deutsch antwortete, in einem westlich-österreichisch gefärbten Tonfall, verwunderte nicht.

Als ich in die Runde blickte, konnte ich auf einmal sagen, weshalb die Stadt mir immer so nah gewesen war in all den Jahren meiner Jugend, als es mich wieder und wieder hierher gezogen hatte: hinter den wenigen Palazzi, die noch auf diesem Hügel standen, war eine scharfkantige Bergspitze auszunehmen, in zartem Gesteinsblau schimmernd, sie erinnerte an Formationen aus den Dolomiten. Und so war da diese Verbindung zu einer Heimat, die nicht die ursächlich meine, wohl aber die meines Vaters war.

Das alles nahm ich wahr in einem Traum, in dem ich aus Ubahn-Tiefen kommend plötzlich auf einem kleinen Platz stand, von dem aus sternförmig kleine Gässchen bergan stiegen, voll von skurrilen Läden und quirligem Leben, ich war auf der Suche nach etwas, ohne dass ich zu sagen wüsste was. Und so kam ich nach einem steilen Anstieg zu jenem Platz, wo ich des Castello gewahr wurde. Ein gänzlich anderes freilich als das tatsächliche Aragonese - doch der Name war deutlich dagewesen im Traum.

Ischia, vielmehr Procida: für einen langen Winter war dieses Inselchen Wohnort gewesen, hat meine Liebe zu Neapel verankert - auch ohne Dolomitenspitzen im Hintergrund. Doch wie lange schon hab ich den Weg dorthin nicht mehr gefunden! Der Geliebte träumt von luftiger Fahrt entlang der Amalfitana: auf in Orangen- und Zitronenhaine, müsste ich rufen - doch mag ich an Erinnerungen rühren?
.

Freitag, 4. Juli 2008

Und morgen wird die Sonne wieder scheinen

Die schönste Aufnahme hievon hörte ich auf einer meiner seltenen Autofahrten von K. nach S., als Landschaft und Musik wieder einmal so unnachahmlich ineinanderwuchsen - erst das Sibelius-Violinkonzert, dass mir innigste Verbindung zum Hirschen schenkte, und dann die berückende Stimme von Kate Royal mit diesem so wundersam tröstlichen Lied.

Morgen, ja morgen scheint die Sonne wieder und trocknet die Tränen meiner Mitarbeiterinnen.

Sonntag, 29. Juni 2008

The Long Goodbye

Die Glocken von Salzburg läuten heute, als wüssten sie um meine lange Abschiedswoche von der Stadt.

Wehmut ist wie Melancholie, ein süßes Ziehen im Herzen.

Dienstag, 10. Juni 2008

Zwie

Wann bin
ich zuletzt //:draußen g'wen://

Wann hab
ich Wald und //:Wiesen g'sehn://

Wann war'n
wir ganz ver//:eint zu zwein://

Lang darf's
so nimmer sein.

Zwiefacher zum akuten Zwiespalt zwischen Erfolg und Leben.

Sonntag, 25. Mai 2008

Das Gras ist mir entwachsen.

Ich kauere am Kräuterbeet, in der Hand die Grasschere. Die kleinen Kräuter haben zu wenig Sonne, werden nicht nur von Russischem Estragon und Liebstöckel überschattet, sondern müssen sich auch vom rundum wuchernden Gras umzingelt fühlen. Mit der Linken umfasse ich die Büschel, greife in sattes, freuchtes Grün. Es geht ganz leicht, ich gerate in einen Schnitttaumel. Statt der Beetumrandung ist bereits eine quadratmetergroße Wiesenfläche freigelegt.

gartenschnitt

Der Bodengrund ist nicht schön, aber lebendig. Kleine weiße Nacktschneckenbabies sind auf einmal dem Licht freigesetzt. Am Sockel des Gartenzwerges kauern dunkle Käfer, Schattenwesen, die gleich flüchten. Ich hebe den Betonzwerg an, unter seinem platten Fußgestell sieht man Gänge im Erdreich, Spuren von sonst nicht sichtbarer Bewegung. Ich fasse weiter und weiter ins oberflächlich dichte Gras, das, einmal geschnitten, seinen trügerischen Anblick offenbart: übrig bleiben gelbliche Stumpfe, einzelne Stöcke, dazwischen unbewachsene Stellen. In der Mitte der Rasenfläche wuchert es hoch und dick; weiter rechts ist ist es zart und fein, ganz gänseblümchendurchzogen.

Morgen kaufe ich mir eine Sichel, ich werde die ganze Wiese so bearbeiten, der Handrasenmäher ist mir längst keine Hilfe mehr. Die Nähe zum Boden gefällt mir. Was ich da alles in Händen halte: Goldhafer, Löwenzahn, Klee, Wehrlose Trespe, Wiesenknaulgras, Ehrenpreis. Die Grüne Minze hat sich unter der Steinumrandung des Beetes in die Wiese gewurzelt, sie mag offenbar die dominante Nachbarschaft des Lavendelstockes nicht. Wird der französische Estragon, den ich von der Arche Noah mitgebracht habe, da überleben?

Unter den Fingernägeln schimmert es grün. Ja, ich werde mich so Stück für Stück durch die Wiese arbeiten, hingehockt oder hingekniet, den Geruch von Erde und Pflanzen einatmen.

Montag, 19. Mai 2008

Gigantischer Quantenpartikel Wein

Vinton Cerf, einer der Entwickler des TCP/IP Internetprotokolls, hat auch ein Herz für Wein. Seinem Satz "Eine Flasche Wein ist ein gigantischer Quantenpartikel." kann ich nur zu gut folgen, denn ein Quantenpartikel kann verschiedene Zustände haben, und erst wenn man ihn beobachtet, weiß man, in welchem er sich befindet.

Dass sich bei der genauen Beobachtung von Wein und seiner sich verändernder Zustände, die nicht nur durch die zuvor stattgefundene Lagerung, sondern auch während des Beobachtungs- und Trinkrituals durch die Belüftung entstehen, dann auch noch bei den möglichen Teilnehmern Veränderungen deren Zustandes einstellen, ließ sich am vorgestrigen Abend im familiären Freundeskreis wieder einmal trefflich miterleben (ein tiefer Dank an diese unermüdliche Gastgeberin samt Gespons).



Und wo sonst als im vielfältigen Beziehungsgeflecht gilt noch viel mehr: erst wenn man alle genau beobachtet, weiß man, in welchem der verschiedenen Zustandsmöglichkeiten sie gerade weilen. Da man sich aber selbst immer in einer t e i l n e h m e n d e n Beobachtung befindet, sind noch die eigenen Zustände zu berücksichtigen .... Wie gut, dass der Wein als gigantisches Quantenpartikel da ganz hilfreich ist im Entwirren von Zustandsempfindungssituationen.

Montag, 28. April 2008

Beschleunigte Teilchen

Das Auf & Ab auf kilometerlangen Pisten, die rund um Felsmassive durch eine sich immer neu ausdehnendenSchneelandschaft führen,

weisse-weite

Höhenunterschiede, die daheim die Entfernung vom Zuhause bis zum höchsten Gipfel des Kaisers bedeuten würden: viel Beschleunigung gab es in den vergangenen Tagen für zwei, deren unterschiedliche Lebenstempi sich zudem auch ein wenig aneinander rieben.

Und dann langsame Entschleunigung auf dem Weg zurück in den Frühling, noch lange die weiße Weite im Blick missend, Schwindel plötzlich im Tal, wie betäubt die allenthalben grasenden Schafe, Ziegen und pferdebraunen Kühe in saftigen Wiesen zwischen blühenden Obstbäumen wahrnehmend, und endlich, nach verlorenem Treiben zwischen samstagsfröhlichen Menschenmengen in den von der Sonne aufgeheizten Gässchen von Annecy, im komfortablen Refugium

chateauvieux

auf einer sanften Erhebung im Hinterland von Genf ankommen. Noch winterstille Weingärten rundum (oh ja, so ist im Laufe des Abends zu erschmecken, auch hier geraten wunderbar trinkbare Weine!), um sieben ein Läuten im Glockenturm des Anwesens

glockengelaeut

- zu Tisch? zum Gebet? - doch sonst Stille mit Vogelklang.

Am folgenden Morgen dann, auf der Suche nach dem nächsten Autobahnanschluss, die Hinweistafel: CERN. Mme Lisa Randall, theoretische Physikerin auf der Suche nach Parallelwelten und Klein-Teilchen (makellos und schön seien sie!), hofft dank LHC auf Hinweise für nächste Ebenen der Realität; andere hingegen fürchten sich vor schwarzen Löchern oder gefährlichen Zeittunnels.

Zwei Schleunige bleiben davon ungerührt auf ihrer Wegstrecke, haben jeweils zugehörige Zeitdimensionen einander verträglich zu halten, im Augenblicksstillstand von Berührungen eigenen Zeittunnel schaffend, Univers Privé.

Donnerstag, 13. März 2008

(Der) Familie stellen

Ich hab meine Großmutter geliebt: ihre knittrige, zarte Haut, die auf den Handrücken wie Pergamentpapier aussah, und die immer nach Nivea roch. Ihr sanftes Lächeln. Ihren forschen Schritt, der so viel Sicherheit ausstrahlte. Sie trug immer feste Schuhe, Leibröcke aus Loden, Strickjacken oder einen Lodenmantel. Die Haare hatte sie zu einem langen Zopf geflochten und im Kranz um den Kopf geschlungen. Erst als sie schon sehr alt war und die Haarpflege mühsam geworden war, entschied sie sich schweren Herzens, das schon ganz dünn gewordene Haar abzuschneiden - zu einem wahnwitzigen Pagenkopf, der plötzlich ganz andere Möglichkeiten aufzeigte, die da vielleicht gewesen wären. Wenn.
Sie war die beste Kuchen- und Kekse-Bäckerin und hatte eine wundervolle Speise namens Tunkebrot [Dante Olivenöl mit etwas Zitronensaft, Kräutersalz, einer Prise Rosenpaprika, in das man Schwarzbrotwürfel tunkt]. Niemals vermisste ich bei ihr Fleisch oder Wurst, es gab auch keine Butter, dafür Rama, auch die durften wir nicht zu dick aufs Brot schmieren. Die Butter war dafür in den Weihnachtsstollen und -keksen versteckt, in der Kaffeecremetorte, die sie immer für mich machen musste, zum Geburtstag.
Ich liebte die ausgedehnten Wanderungen mit ihr, da wurde kein Weg zu weit oder zu beschwerlich, die Jause war in einer alten Blechdose verpackt, im Leinenrucksack war auch immer eine feste Unterlage aus schier unverwüstlichem Stoff, Felddecken in militärgrün, damit wir niemals feucht säßen auf den Wiesen. Wir sprangen mit ihr nackt in einskalte Gebirgsbäche, gingen ungesicherte schmale Pfade entlang der Felsen, aber wehe, der Zug aus Wien hatte Verspätung oder kam in zwei Teilen, da wurde ihr Angst und Bang während des Wartens am Bahnhof!
Zu Silvester machtes sie das Marzipan selbst, mit einem Schuss Rosenöl, das war ihr Geheimnis. Sie hatte ganz andere Spiele im Regal, mit kleinen Holzjeeps konnte man sich durch das besetzte oder befreite Italien würfeln, das Blumen- und Früchtequartett lehrte mich schon früh die Existenz von Schlehen, und ja, Mikado konnte ich mit ihr stundenlang spielen.
Etwas später, als nach der Zeit des Spielens die Zeit des Redens anbrach, erzählte sie Geschichten vom Krieg und danach, sie erzählte aber auch vom Universum, und wie es mit uns vielleicht nach dem Tode sei; in ihrem Bücherregal standen Physik, Reisebücher und Zimmerpflanzenratgeber in bunter Abfolge. Ich stieß mich nicht an der spartanischen Schmucklosigkeit ihrer Wohnung, wo der scheinbar stets blühende Oster- und Weihnachtskaktus eine nahezu ungehörige Üppigkeit war, es hatte alles eine Ordnung, an der ich mich orientieren konnte.

Vor wenigen Tagen fielen mir Briefe, die sie kurz nach Kriegsende ihrer engsten Freundin irgendwo nach Deutschland geschrieben hatte, in die Hände, Briefe, die im Nachlass meiner Großtante in Ostdeutschland aufgetaucht waren. In knapper, fast stenographischer und vor allem emotionsfreier Formulierung erzählt hier eine Frau von 46 Jahren von der Flucht mit Schwiegermutter und jüngstem Kind, der verzehrenden Sorge um die halbwüchsige Tochter, von deren Verbleib sie nichts wusste, vom Dasein als stets weitergetriebene Staatenlose, die niemand wollte [die Großeltern waren Sudetendeutsche], von der dürftigen Unterkunft schließlich in einem kleinen Bergdorf, von der schweren Arbeit bei den Bauern von 5 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, um wenigstens zu essen zu haben für die Familie. Die Menschen sind hier sehr zurück u bigott. Aber sonst gutmütig.Und immer zwischendurch die Hoffnung, dass sich all die Mühsal und die harte Arbeit einst auszahlen würden, von Auswandern war die Rede, irgendwo ein neues Leben zu beginnen, bevor es aus Altersgründen zu spät sei.

Aber ich finde auch Sätze, die mich befremden, die mir eine Frau zeigen, deren Gedankengänge ich nicht der Großmutter meiner Kindheit zuordnen kann. Eine, die an diese neuen Menschen und dieses neue Deutschland offenbar geglaubt hatte, die bis zuletzt eine Hoffnung gehabt haben musste, dass noch alles gut würde, obwohl der Mann, in der Kriegsindustrie tätig, noch zuletzt, im allerletzten Aufbäumen hätte eingezogen werden sollen und von einem Tag zum anderen die Flucht losging. Die Flucht, das erinnere ich mich nun, war eines der großen Themen ihrer Erzählungen gewesen, dieses Opfer gebracht zu haben - für einen Glauben, weiß ich nun; seltsam, meine Großmutter, die an keinen Gott glaubte, für die die Zuwendung meines Onkels zum Katholizismus ein schrecklicher Verrat an ihren freien Ideen gewesen sein musste - sie hatte doch einen Glauben gehabt.

Wie gerne würde ich heute mit ihr über all das reden, mir Sätze erklären lassen, deren Härte mich verunsichert, wo inmitten der nüchternen Auflistung von Umständen und Lebensdetails eine erschreckende Emotionalität, geboren aus Erschöpfung und im so gnadenlosen Verspüren des Verlustes einer Form von Heimat, hervorbricht: Nur das tröstet mich über den Verlust aller Habe, dass wir damit meine + Ilses [Anm.: meine Mutter] Gesundheit erkauften. Heimat hatten wir ja keine, aber wenn ich ans Sudetenland denke, dann ergreift mich bitteres Heimweh und ein unendlicher Haß, der ewig bestehen wird. Wehe den Tschechen, wenn einst eine Gerechtigkeit auferstehen sollte! Ihnen wünsche ich das Schlimmste, was Menschen widerfahren kann. Aber auch: Man lebt so dumpf dahin, die Ideale sind zerschlagen, die Hoffnung auf einen Aufstieg fast vernichtet. Wir leben nur für die Kinder. Sie an Geist, Seele und Körper gesund aus diesem Chaos herauszuführen, ist die einzige lohnende Aufgabe. ... Da ist es ein Vorteil, dass sie Entbehrung und Not kennen, gelernt haben, dass sie Opfer bringen, arbeiten gelernt haben und wenig bedürfen.

Ja, das kenne ich zu gut: stetes Arbeiten, niemals ruhen. Nichts bedürfen, nichts verlangen. Geben. Meine Mutter hatte nur nicht den festen Schritt meiner Großmutter. Wie sehen meine Kinder meinen Schritt?

Freitag, 7. März 2008

Der sechste Stock

Der sechste Stock verfolgte mich bis in mein Erwachsenenalter hinein in den Träumen - oder besser gesagt, der Weg dorthin. Denn um in die Helle und Luftigkeit der Wohnung da oben zu gelangen, musste erst ein dunkles , düsteres Stiegenhaus überwunden werden. Das bedeutete für mich kleines Mädchen damals, täglich nach der Schule die vielen Treppen mit den hohen Stufen emporzusteigen, mit einem Licht, das die Stiegen und Gänge nur unzureichend beleuchtete und außerdem immer ausging.

In den Träumen wuchs dieses Stiegenhaus noch viel mehr empor, und wenn ich endlich im rettenden sechsten Stock angelangt war, dann fand ich dort nicht die vertraute Nüchternheit eines fast quadratischen Zwischenraumes, von dem die vier Wohnungstüren weggingen, nein, dort wucherte ein Dschungel mit unzähligen Pflanzen, Gummibäumen, Lianen, dichtes Grün, das die Eingangstüren kaum erkennen ließ. Einmal stand die Tür zu unserer Wohnung einen Spalt offen, helles Sonnenlicht fiel in einem Streifen ins dunkle Grün, aber dahinter war nichts als gleißende Leere, keine Möbel, keine Mutter, keine Geschwister, nur Licht. Ein anderes Mal bin ich in den siebten Stock hinaufgegangen, denn vielleicht hatte ich mich ja geirrt, und das war noch gar nicht der sechste gewesen, aber auch dort war nicht unsere Wohnung, dafür war es viel viel heller als ein Stockwerk tiefer.

Träume dieser Art kehrten über Jahre wieder, und diese eigenartige Mischung aus Beklemmen (Dunkelheit, Fremde), Verwunderung (Dschungel), Sorge (wo sind sie?), aber auch der Unentrinnbarkeit der Situationen kann ich mir noch heute unter die Haut holen.

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